Studenten demonstrieren gegen Sparmaßnahmen im Hochschulwesen
Studenten in Bukarest und anderen Universitätszentren im ganzen Land haben am Wochenende gegen die von der Regierung beschlossenen Sparmaßnahmen protestiert.
Daniela Budu und Sorin Georgescu, 16.03.2026, 17:15
Mitglieder der Nationalen Allianz der Studentenorganisationen in Rumänien demonstrierten am Samstag vor dem Regierungssitz in Bukarest sowie in weiteren Universitätsstädten. Sie betonten dabei die Notwendigkeit einer angemessenen Finanzierung des Bildungswesens. Nach Angaben der Organisation sieht sich der Bildungsbereich bereits seit d em vergangenen Jahr mit Sparmaßnahmen konfrontiert, die sich direkt auf die Rechte und die Studienbedingungen der Studierenden ausgewirkt hätten.
Zu den Maßnahmen zählen unter anderem die Einschränkung der bislang 90-prozentigen Ermäßigung im Bahnverkehr, die künftig nur noch für die Strecke zwischen Wohnort und Studienort gilt, eine Kürzung des Fonds für Stipendien und soziale Unterstützung um rund 52 Prozent sowie der Wegfall der Möglichkeit für Studenten auf kostenpflichtigen Studienplätzen, Stipendien zu erhalten. Zudem sollen Stipendien nur noch während der Lehrveranstaltungszeiten und nicht mehr für das gesamte Kalenderjahr finanziert werden.
Diese Maßnahmen erhöhten den finanziellen Druck auf Studierende und beeinträchtigten den gleichberechtigten Zugang zur Hochschulbildung, betonen Vertreter der Allianz. Sie fordern deshalb die Wiedereinführung der früheren Stipendienregelungen. Im laufenden akademischen Jahr hätten mehr als 44 000 Studierende die finanzielle Unterstützung verloren.
Unzufriedenheit herrscht auch über den aus Sicht der Studentenorganisationen zu niedrigen Bildungshaushalt sowie über die Entscheidung einiger Universitäten, die Studiengebühren ab dem Herbst zu erhöhen. Diese sollen um Beträge zwischen 1 000 Lei (etwa 200 Euro) und 3 000 Lei (etwa 600 Euro) steigen und erreichen damit bis zu 9 000 Lei, also rund 1 800 Euro pro Jahr.
Zu den protestierenden Studenten stieß auch der neue Bildungsminister Mihai Dimian, der bis vor Kurzem Rektor der Universität in der nordostrumänischen Stadt Suceava war. Bei den Gesprächen mit den Protestierern zeigte er Verständnis – er habe die Auswirkungen der Stipendienkürzungen bereits als Rektor erlebt, so der Minister.
„Es ist sehr wichtig, dass ihr diese Standpunkte äußert und dass sie von allen Beteiligten gehört werden. Sparmaßnahmen wurden zu aller erst im Bildungsbereich ergriffen. Natürlich ist es richtig, dass alle zur Verringerung des Defizits beitragen – nicht nur das Bildungswesen. In diesem Sinne ist die Unzufriedenheit der Studenten und Lehrkräfte nachvollziehbar, die als Erste von diesen Maßnahmen betroffen waren.“
Bereits in der vergangenen Woche hatten Vertreter der Nationalen Allianz der Studentenorganisationen in Rumänien ein Treffen mit dem Bildungsminister. Dabei brachten sie auch ihre Sorgen über den Studienabbruch zur Sprache. Sie forderten eine offene Zusammenarbeit auf der Grundlage von Verhandlungen, die sowohl die Qualität der Bildung verbessern als auch vor allem eine Politik der Chancengleichheit und des Zugangs zur Hochschulbildung für alle jungen Menschen gewährleisten soll.
Zum Schluss des Treffens mit dem Ressortminister erklärten die Vertreter der Studentenorganisationen, sie blieben offen für den Dialog und würden die kommenden Veränderungen und Maßnahmen weiterhin aufmerksam verfolgen.