Topolino wird zehn!
Heute stellen wir Ihnen erneut einen Verein vor, der uns schon in der Vergangenheit tief beeindruckt hat: „Topolino – Asociația Tudor-Alexandru“. Diese gemeinnützige Organisation hat sich ein klares Ziel gesetzt: Sie will die Lebensbedingungen von kranken Neugeborenen und verlassenen Kindern verbessern und ihren Familien in der schwersten Zeit beistehen.
Ana-Maria Cononovici und Adina Olaru, 07.05.2026, 17:30
Heute stellen wir Ihnen erneut einen Verein vor, der uns schon in der Vergangenheit tief beeindruckt hat: „Topolino – Asociația Tudor-Alexandru“. Diese gemeinnützige Organisation hat sich ein klares Ziel gesetzt: Sie will die Lebensbedingungen von kranken Neugeborenen und verlassenen Kindern verbessern und ihren Familien in der schwersten Zeit beistehen.
Viele Eltern erleben nach der Geburt unerwartete medizinische Hürden, doch nur wenige widmen danach ihr ganzes Leben einer sozialen Mission. Simona Grigoraș Olaru ist so eine Ausnahme. In den ersten Lebensmonaten ihres Kindes musste sie durch fünf verschiedene Krankenhäuser bangen. Aus dieser Erfahrung heraus gründete sie vor genau zehn Jahren das Projekt „Topolino“.
„Topolino bedeutet auf Italienisch ‚Mäuschen‘. So wurde mein Kleiner vom medizinischen Personal in Italien liebevoll genannt, weil er auf eine Sauerstoffbrille angewiesen war – und die kleinen Schläuche sahen aus wie Mäuse-Schnurrhaare. Später wurde mir klar, dass ‚Topolino‘ mehr als nur ein Kosename ist: Es ist eine Mission. In einer dieser endlosen Nächte im Krankenhaus – ich bin zwar keine Ärztin, aber ich habe monatelang quasi Wache am Bett meines Sohnes gehalten – habe ich Gott ein Versprechen gegeben: Ich werde so viel helfen und so viel Gutes tun, wie ich nur kann.“
Nachdem Simona die ersten schweren medizinischen Hürden mit ihrem Kind gemeistert hatte und in ihre Rolle als Mutter hineingewachsen war, wusste sie aus eigener Erfahrung genau, was betroffene Eltern am meisten brauchen. Sie fand ihre wahre Berufung, wie sie selbst erzählt:
„Ganz ehrlich: Wenn ich auf all die komplizierten Momente zurückblicke, denke ich mir oft, hätten andere vor mir auch nur eine Kleinigkeit im System verändert, hätte mein Kind vielleicht nicht so viel durchmachen müssen. Er war ein Studienfall für Medizin-Studenten im vierten Jahr und ist landesweit der einzige Überlebende mit dieser extrem komplexen Diagnose. Es ist ein absolutes Wunder, dass er heute bei mir ist und ein Topolino-T-Shirt trägt! In den letzten Jahren hat man mich oft als ‚pädiatrische Navigatorin‘ bezeichnet. Denn genau das ist meine Rolle: Ich führe andere Eltern durch das unübersichtliche medizinische Labyrinth – ein Labyrinth, in dem es oft um Leben und Tod geht – damit sie das Licht am Ende des Tunnels sehen können.“
Die Projekte von Topolino basieren auf einem starken Netzwerk aus Freunden, Partnern und Unternehmen. Frei nach dem Motto „Einer für alle, alle für einen“. In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der ehrenamtlichen Helfer auf 68 angewachsen. Diese sogenannten „Navigator-Freiwilligen“ bringen ihre Lebenserfahrung, ihre Sanftmut und neue Perspektiven mit ein.
Hieß das anfängliche Motto vor einem Jahrzehnt noch: „Mit ein wenig von jedem können wir vielen Kindern helfen“, so lautet die starke Devise heute: „Prävention rettet Leben, und Bildung macht den Unterschied.“ Mit mehr Einzelheiten dazu, Simona Grigoraș Olaru:
„Anfang April feiern wir nun unser 10-jähriges Bestehen – zehn Jahre, in denen wir unermüdlich Gutes getan haben. Eine Mutter auf der Neugeborenen-Intensivstation hat mir einmal etwas Wunderschönes gesagt: ‚Ihr zeigt uns nicht nur das Licht am Ende des Tunnels, ihr erleuchtet den gesamten Tunnel!‘“
Wie so eine Aktion von Topolino in der Praxis aussieht, zeigte sich kürzlich kurz vor Ostern. Die Freiwilligen besuchten ein Waisenhaus in Perișoru im Kreis Călărași, um ein Versprechen vom letzten Weihnachten einzulösen. Die Idee: Motorradfahrer – viele Topolino-Helfer sind Biker – sollten für die Kinder eine große Grillparty schmeißen.
Im Vorfeld wurde ein Hilferuf gestartet: Gesucht wurden Friseure, die den Kindern kostenlos die Haare schneiden, außerdem Kleidung, Schuhe, Schulmaterialien, Hygieneartikel, Süßigkeiten und etwas Geld für das Essen. Das Ergebnis? 72 Waisenkinder erlebten einen unvergesslichen Tag und ein Stück echte Normalität.
Simona Grigoraș Olaru und ihr Verein „Topolino“ feiern ein Jahrzehnt der Verwandlung: Sie haben es geschafft, Gefühle wie Wut und pure Verzweiflung in Vertrauen, Hoffnung und unbändige Tatkraft umzuwandeln.