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Arbeitsmarktdynamik 2022: Arbeitssuchende waren im Vorteil

Für den Arbeitsmarkt war 2022 ein sehr gutes Jahr, sagen Personalvermittler und verweisen auf die Beschäftigungsmöglichkeiten. Und dies trotz der Energiekrise und der durch den Krieg in der Ukraine verursachten Verwerfungen.

Sursa foto: pixabay.com
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, 11.01.2023, 15:48



RadioRomaniaInternational · Arbeitsmarktdynamik 2022: Arbeitssuchende waren im Vorteil



Ende März 2022 waren beim Nationalen Arbeitsamt 230 300 Arbeitslose registriert, was einer Arbeitslosenquote von 2,64 % entspricht. Das war bemerkenswert wenig, wenn man bedenkt, dass die Zahl der freien Stellen praktisch von Monat zu Monat gestiegen ist. Unterdessen war die Arbeitslosenquote bis Oktober 2022 leicht auf 2,96 % gestiegen. Die Personalvermittlungsplattform ejobs zum Beispiel hat die meisten Stellen in den letzten zwanzig Jahren ausgeschrieben. Ana Călugăru, Leiterin der Kommunikationsabteilung bei ejobs, erläutert:



Das Jahr 2022 war das bisher beste Jahr für den Arbeitsmarkt, und damit meinen wir in erster Linie die Zahl der Möglichkeiten, die sich den Bewerbern auf dem Markt boten. Es war das Jahr mit der höchsten Anzahl an Stellen in den letzten 20 Jahren, d.h. rund 420 000 Stellen wurden von Anfang des Jahres bis jetzt auf ejobs.ro ausgeschrieben. Die Bereiche mit den meisten freien Stellen sind Einzelhandel, Dienstleistungen, Lebensmittelindustrie, Tourismus, Callcenter, BPO (Business Process Outsourcing) und Transportlogistik. Die meisten Bewerber haben ihre Lebensläufe für Stellen im Einzelhandel, in Call-Centern, BPO, IT, Telekommunikation, Dienstleistungen und Banken eingereicht. Insgesamt wurden mehr als 10 Millionen Bewerbungen registriert. Die von den Arbeitgebern am stärksten nachgefragten Qualifikationen waren — mit einem recht starken Anstieg das ganze Jahr über — digitale Fähigkeiten, aber wir sprechen hier nicht von einem exklusiven Qualifikationssegment. Im Jahr 2022 wurden Bewerber aus absolut allen Berufsfeldern, auf allen Erfahrungsebenen und für alle Bereiche gesucht.“



Es war also ein günstiges Jahr für Arbeitssuchende. Und sie haben an der Feinabstimmung des Arbeitsmarktes mitgewirkt, denn die potentiellen Arbeitnehmer waren wählerischer und hatten klare Vorstellungen von dem, was ein Arbeitgeber bieten muss. Dabei waren vielfältige Kriterien wichtig — vom Arbeitsklima über die bautechnische Sicherheit des Arbeitsplatzes bis hin zur Entfernung vom Wohnort. Folglich war nicht mehr nur das Gehalt ausschlaggebend. Die erhöhten Ansprüche der Arbeitnehmer haben somit auch die Aufgaben der Personaler und Rekrutierungsagenturen erschwert, wei‎ß Ana Călugăru von der Vermittlungsplattform ejobs:



Es war, sagen wir mal, ein etwas schwieriges Jahr für die Personalvermittler, denn es war nicht so einfach, Bewerber für die seit 2021 und sogar seit 2020 freien Stellen zu finden, aber die Tatsache, dass so viele neue Stellen auf den Markt kamen, zeigt, dass es doch ein gutes Jahr für die Unternehmen war, denn die Geschäfte liefen auf Hochtouren.“




Es ist interessant zu beobachten, wie sich die Dynamik des Arbeitsmarktes manchmal radikal ändert. Wir haben, so sagen es Personalvermittler, einige wirklich unerwartete Wendungen erlebt. Diese neu justierten Machtverhältnisse auf dem Arbeitsmarkt haben 2022 klare Vorteile für die Arbeitnehmer gebracht, doch Experten wie Ana Călugăru prognostizieren auch eine Umkehr dieser Entwicklung:



Es stimmt — die Dynamik zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern hat sich eindeutig verändert. Leider haben wir in den letzten zwei bis drei Jahren sehr plötzliche Umschwünge und Kreisläufe mit einer recht kurzen Umkehrzeit erlebt. Wenn der Arbeitsmarkt 2019 eher ein Bewerbermarkt war, wurde er 2020 zu einem Arbeitgebermarkt, 2021 begann die Umkehr zu einem Bewerbermarkt, und 2022 war ein Jahr, das fast nur für die Arbeitnehmer günstig war. Die Signale aus der Wirtschaft lassen vermuten, dass sich das Gleichgewicht 2023 ein wenig zugunsten der Unternehmen verschieben wird. Das sind nicht unbedingt gute Vorzeichen für den Markt, denn solche kurzzeitige Bewegungen schaffen Ungleichgewichte, die letztendlich alle Teilnehmer am Arbeitsmarkt betreffen.“




Nach der Pandemie haben viele Unternehmen ihre Mitarbeiter ins Büro zurückbeordert. Nach den Erfahrungen mit der Fernarbeit haben nur wenige damit gerechnet. Am glücklichsten waren die Arbeitnehmer, denen es gelang, eine hybride Arbeitsweise auszuhandeln. Ana Călugăru kennt die Zahlen:



Nach der Arbeit im Home Office während der Pandemie war 2022 tatsächlich ein Jahr, in dem die Unternehmen ihre Mitarbeiter an ihre Schreibtische zurückriefen, allerdings nicht in dem von uns erwarteten Umfang. Im Jahr 2022 waren 7,3 % der insgesamt ausgeschriebenen Stellen, d.h. konkret 30 000, immer noch in der Fernarbeit angesiedelt. Das ist immer noch eine hohe Zahl. Gleichzeitig war zu beobachten, dass gegen Ende des Jahres die Zahl der Jobs, die von zu Hause aus erledigt werden können, zu sinken begann, ein Anzeichen dafür, dass wir 2023 bereits eine massive und vielleicht sogar dauerhafte Rückkehr ins Büro erleben werden.“




Zum Schluss noch einige Statistiken. Die Bewerber waren 2022 bei der Suche nach neuen Stellenangeboten wesentlich aktiver als 2021 und bewarben sich auf durchschnittlich 6 Stellen pro Monat, doppelt so viele wie 2021, wie Daten einer anderen Online-Vermittlungsplattform, BestJobs Romania, zeigen. Darüber hinaus war die Gesamtzahl der Bewerber im Jahr 2022 um 62 % höher als im Vorjahr. Von den Bewerbern, die ihren Lebenslauf auf dieser Plattform hinterlegten, gaben 54 % mindestens eine frühere Berufserfahrung an. 35 % von ihnen gaben an, mindestens eine Fremdsprache zu beherrschen, und 14 %, einen Führerschein zu besitzen. Fast die Hälfte (47 %) wollte von Personalvermittlern mit Stellenangeboten kontaktiert werden, auch wenn sie nicht aktiv auf Stellensuche waren, und 5 % waren bereit, für die neue Stelle umzuziehen. 98 % der Bewerber gaben an, dass sie die Höhe des Gehalts oder die Gehaltsspanne für die Stelle, auf die sie sich bewerben, im Voraus erfahren wollten, und die meisten von ihnen bewarben sich vor allem auf Stellen, bei denen die in Aussicht stehende Bezahlung offen dargelegt war.

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