Hörerpostsendung 28.06.2026
Heute mit Zuschriften von unseren Hörern Michael Lindner und Nijat Imranli aus Deutschland sowie der Beantwortung von Hörerfragen von Lutz Winkler und Volker Willschrey
Sorin Georgescu, 28.06.2026, 17:30
Liebe Freunde, herzlich willkommen zur letzten Hörerpostsendung vor der Sommerpause!
Im Studio ist S.G., und heute möchte ich zu Beginn eine Frage beantworten, die ich mir aufgehoben hatte. Lutz Winkler (aus Schmitten im Taunus) hatte uns folgenden Zeilen geschrieben:
Im Monat Mai sind es die Eisheilgen, aber auch der Spruch „Ist der Mai kühl und nass, füllt es den Bauern Scheune und Fass“ ist mir in Erinnerung. Neben den Eisheiligen Ende Mai geht es jetzt zurzeit um die Schafskälte im Monat Juni. Aber der kommenden „Höhepunkt“ ist der 27. Juni als Siebenschläfertag. Wenn es an diesem Tag regnet, so wird es 6 Wochen lang regnen und kein Sommer in Sicht sein. Es gibt hunderte Bauernregeln, und jeder kennt eine andere Regel.
Gibt es solche Wetterregeln auch in Rumänien?
Ja, solche Wetterregeln gibt es auch in Rumänien. Sie gehören zur bäuerlichen Tradition und wurden über Generationen weitergegeben. Viele beziehen sich – ähnlich wie im deutschsprachigen Raum – auf bestimmte Heiligentage oder Naturbeobachtungen.
So heißt es etwa: „Wenn es am Sankt-Georgs-Tag regnet, wird das Jahr fruchtbar.“ Der Georgstag am 23. April gilt in Rumänien als wichtiger Frühlingsbeginn. Eine andere Regel lautet: „Regen am Sankt-Elija-Tag bringt einen reichen Herbst.“ Der Prophet Elias wird am 20. Juli gefeiert und gilt im Volksglauben als Herr über Donner und Gewitter.
Auch Naturbeobachtungen spielen eine große Rolle. Fliegen Schwalben tief, erwarten die Menschen Regen. Bildet sich morgens viel Tau, soll das ein Zeichen für schönes Wetter sein. Und blühen Obstbäume besonders früh, wird oft ein warmer Sommer erwartet. Weitere Sprüche aus der Bauernweisheit:
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„Wenn der Kuckuck zum ersten Mal singt und der Wald schon grün ist, wird es ein gutes Erntejahr.“
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„Ein roter Himmel am Abend verspricht schönes Wetter, ein roter Himmel am Morgen kündigt Regen oder Wind an.“
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„Viele Eicheln im Herbst bedeuten einen strengen Winter.“
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„Wenn die Frösche laut quaken, ist Regen nicht mehr weit.“
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„Ein milder Winter bringt einen wechselhaften Frühling.“
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„Viel Schnee im Winter bringt eine gute Weizenernte.“
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„Regnet es an Pfingsten, wachsen die Pilze gut.“
Besonders bekannt sind außerdem die sogenannten „Babele“ (die „Alten Frauen“) – die ersten neun Märztage. Im Familien- oder Freundeskreis sucht sich jeder einen dieser Tage aus. Ist „sein“ oder „ihr“ Tag sonnig und freundlich, soll das Glück und ein gutes Jahr bedeuten; ist er kalt, regnerisch oder stürmisch, gilt das als Hinweis auf ein schwierigeres Jahr. Diese Tradition ist in Rumänien bis heute sehr lebendig und wird jedes Jahr Anfang März gepflegt.
Nach meinen Erläuterungen zum Thema Postverkehr in unserem Hause vor zwei Wochen meldete sich erneut Michael Lindner (aus Gera, Thüringen) – diesmal per E-Mail:
Liebe Freunde in Bukarest!
Nachdem ich heute euren Hörerbriefkasten wieder mit großem Vergnügen akustisch verschlungen habe, ist bei mir endlich der Groschen gefallen. Künftig werde ich mich wohl nur noch per E-Mail bei euch melden.
Ihr habt das Thema der traditionellen Hörerpost in eurer Sendung ausführlich, offen und erfreulich ehrlich erläutert. Damit wurde selbst einem hoffnungslosen Nostalgiker wie mir klar, dass der gute alte Luftpostbrief inzwischen ungefähr denselben Stellenwert besitzt wie die Dampflok im modernen Nahverkehr – romantisch, schön anzusehen, aber leider nicht mehr wirklich alltagstauglich.
Ja, es ist schon ein wenig traurig. Die Zeiten, als der Postillion vertrauensvoll durch Wind und Wetter stapfte und sehnsüchtig erwartete Briefe ins Haus brachte, sind offenbar endgültig vorbei. Heute regiert das Zauberwort „Einsparungen“, und alles, was nicht digital ist, wird behandelt wie ein Dinosaurier kurz vor dem Aussterben. Auch ich muss mich dieser Entwicklung wohl beugen, obwohl ich mich gelegentlich frage, ob jeder sogenannte Fortschritt tatsächlich ein Fortschritt ist. Manchmal habe ich den Verdacht, dass wir mit Highspeed in die Zukunft rasen und dabei einige schöne Dinge aus Versehen aus dem Fenster werfen.
Aber genug der nostalgischen Tränen im Briefpapier! Jammern hilft bekanntlich weder dem Porto noch dem Postboten. Also machen wir das Beste daraus. Ich werde die E-Mail zu meinem neuen besten Freund erklären und mich künftig brav und zeitgemäß an eure Adresse wenden. Mein Computer ist bereits informiert und zeigt sich vorsichtig optimistisch.
Vielen Dank noch einmal dafür, dass ihr dieses leidige Thema so ehrlich angesprochen habt. Selbstkritik ist schließlich eine Tugend, die heutzutage ungefähr so selten geworden ist wie ein fehlerfreier Drucker oder ein pünktlicher Handwerker.
Nun sitze ich gespannt vor meinem elektronischen Briefkasten und halte Ausschau nach einer E-QSL von RRI, die es bisher offenbar noch nicht geschafft hat, den Weg in mein Postfach zu finden. Vielleicht hat sie unterwegs eine digitale Kaffeepause eingelegt oder ist im Datendschungel falsch abgebogen.
Bleibt gesund, neugierig und voller guter Ideen, damit euch auch weiterhin spannende Themen einfallen, die ihr über die Ätherwellen in die Hobbyzimmer eurer treuen Hörerfreunde schicken könnt. Ich freue mich schon auf die nächsten Sendungen – ganz gleich, ob die Post nun auf Papier oder mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs ist.
Mit herzlichen Grüßen aus meinem Geraer Hobbyzimmer
Michael Lindner
Vielen Dank für Ihre Zeilen, lieber Herr Lindner! Beginnend mit kommender Woche kümmere ich mich um die e-QSLs für die Monate Februar und Juni, so haben wir das nämlich ausgemacht in der Redaktion: Wer den Funkbriefkasten gestaltet, übernimmt im jeweiligen Monat auch das Ausfüllen und den Versand der jeweiligen elektronischen QSL-Karten. Also keine Sorge, Herr Lindner, Sie erhalten von mir auch die e-QSL für den Monat März, da Ihr Brief mich erst im Juni erreicht hat. Sollten Sie noch weitere Briefe mit Empfangsberichten geschickt haben, die irgendwo in unserem Hause herumschwirren, wäre es vielleicht besser – wie Sie selbst angedeutet haben – uns zumindest die Empfangsdaten erneut per E-Mail zuzuschicken, dann geht es schneller auch mit den entsprechenden QSLs.
Ebenfalls vor zwei Wochen meldete sich Volker Willschrey (aus Dillingen an der Saar) per E-Mail mit insgesamt fünf Empfangsberichten für die Monate Mai und Juni sowie mit folgenden Zeilen:
Liebe Freunde von Radio Rumänien International,
nochmals besten Dank für die sehr ausführliche und informative Beantwortung meiner Frage nach dem Kasino von Constanța, das ich 1970 und 1971 während meiner Aufenthalte in Mamaia mit eigenen Augen sehen konnte. Ein wirklich prächtiges Gebäude. Foto von 1970 ist beigefügt. […]
Und eine Frage habe ich auch. Würde mich sehr freuen, wenn Sie etwas über die UNESCO-Weltkulturerbestätten in Rumänien berichten könnten. Im Voraus besten Dank!
Vielen Dank für Ihre Zeilen, lieber Herr Willschrey. Rumänien verfügt derzeit über 11 UNESCO-Welterbestätten, 9 Kulturstätten und 2 Naturstätten. Zwei der Kulturstätten wurden erst 2024 in die Welterbeliste aufgenommen.
Zum Kulturwelterbe gehören folgende Stätten: das Kloster Horezu in der Kleinen Walachei (1993), die acht bemalten Klöster in der Bukowina (1993), einige ehemals sächsische Dörfer mit Kirchenburgen in Siebenbürgen (1993), das historisches Stadtzentrum von Sighișoara (dt. Schäßburg, 1999), die Holzkirchen der Maramureș (1999), die sechs dakischen Festungen im Orăștie-Gebirge (dt. Brooser Gebirge, 1999), die Bergbau-Kulturlandschaft Roșia Montană (dt. Goldbach, 2021), das Monumentalensemble des Bildhauers Constantin Brâncuși in Târgu Jiu (2024) und schließlich die Grenze des Römischen Reiches im antiken Dakien (2024).
Zum Naturwelterbe gehören das Donaudelta (1991) sowie alte und ursprüngliche Buchenwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas – hier handelt es sich um eine grenzüberschreitende Welterbestätte mit mehreren europäischen Ländern.
Für Radiosendungen eignen sich besonders vier Stätten als Beispiele, da sie international bekannt sind: das Donaudelta als einzigartiges Naturparadies, die farbenprächtigen Moldauklöster, die mittelalterliche Altstadt von Sighișoara (Schäßburg) – eine der am besten erhaltenen bewohnten Burgstädte Europas – sowie das Brâncuși-Ensemble in Târgu Jiu, das erst seit 2024 zum UNESCO-Welterbe zählt. Über alle berichten wir regelmäßig in unserer Reiserubrik „Kreuz und quer durch Rumänien“ am Dienstag oder im Tourismusmagazin „Radiotour“ am Sonntag. Die Texte finden Sie auf unserer Website zum Nachlesen.
Zum Schluss noch die Zeilen von Nijat Imranli (aus Berlin), die uns ebenfalls per E-Mail erreicht haben:
Sehr geehrtes Team von Radio Romania — German Service,
Ich schreibe erneut im Anschluss an meinen Empfangsbericht vom 13.05.2026.
Ich interessiere mich seit 2015 für Radioempfang und Fernempfang, als ich dieses Hobby in meiner Heimatstadt Baku, Aserbaidschan, begann. Diese Leidenschaft setze ich auch nach meinem Umzug nach Berlin fort.
Ich möchte freundlich nachfragen, ob mein Bericht korrekt bei Ihrer Station eingegangen ist. Es würde mich sehr freuen, irgendeine Form der Empfangsbestätigung in Form einer QSL-Karte zu erhalten.
Außerdem möchte ich mich herzlich für Ihr ausgezeichnetes Programm und die Mühe bedanken, die Sie in die Ausstrahlung Ihres Signals investieren — etwas, das von Fernempfangs-Hörern wie mir sehr geschätzt wird.
Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg bei Ihren Sendungen und freue mich auf Ihre freundliche Antwort.
Mit freundlichen Grüßen
Nijat Imranli
Vielen Dank für Ihre Zeilen, lieber Herr Imranli! Ja, Ihr Empfangsbericht vom 13. Mai ist bei uns eingegangen, für die Zustellung der entsprechenden e-QSL wäre allerdings der Kollege zuständig gewesen, der den Funkbriefkasten im Monat Mai gestaltet hat. Trotzdem schicke ich Ihnen kommende Woche die entsprechende e-QSL.
Weitere E-Mails erhielten wir von Josef Robl (Österreich) sowie von Carsten Fenske, Michael Willruth, Ralph Babel und Werner Ritter (alle aus Deutschland).
So, heute habe ich zeitlich deutlich überzogen, ich wünsche Ihnen allen einen schönen Restsonntag und einen erholsamen Sommer!