Winterliche Bergwanderungen in den Karpaten
Ausgerüstet mit All-Season-Wanderschuhen, wasserdichter Hose und Trekkingstöcken können wir auch im Winter zu Bergwanderungen mit Führung aufbrechen.
Ana-Maria Cononovici und Sorin Georgescu, 06.01.2026, 17:45
Schneereiche Winter werden in Rumänien immer seltener, sodass Wintersportarten nicht mehr den ganzen Winter hindurch bis in den Frühling ausgeübt werden können, wie es noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war. Die Berge jedoch bleiben eine Attraktion, deshalb laden wir Sie heute ein, einige für diese Jahreszeit geeignete Bergtouren zu genießen.
Florin Burgui, staatlich geprüfter Bergtourismusführer, empfiehlt einige Wanderrouten:
„Ich möchte über drei Routen sprechen – einige sind leicht, andere von mittlerem Schwierigkeitsgrad –, die jedoch auch im Winter begangen werden können. Sie sind das ganze Jahr über zugänglich. Ich beginne mit meinen Lieblingsbergen, dem Königstein-Gebirge. Dort gibt es eine sehr leichte Wanderroute: Wir starten bei der Quelle Fântâna lui Bodorog, gelangen zu den Schluchten Cheile Pisicii, die wir im Aufstieg durchqueren, und nehmen anschließend einen Forstweg, der uns in einer Art Schleife über die Zărneşti-Schlucht wieder zum Ausgangspunkt zurückführt. Der Aufstieg dauert etwa eineinhalb Stunden und der Abstieg ungefähr genauso lang. Die Strecke beträgt rund vier Kilometer hin und etwa ebenso viel zurück.“
Selbstverständlich ist eine geeignete Ausrüstung absolut notwendig: Winterwanderschuhe, wasserdichte Hose, Kleidung im Zwiebelschalenprinzip, Trekkingstöcke, ausreichend Wasser zur Hydrierung sowie Handschuhe, wie unser Gesprächspartner betonte. Florin Burgui mit einer weiteren Verlockung:
„Ein weiterer Vorschlag wäre das sogenannte Transsilvanien-Amphitheater, das zwar auch mit dem Auto erreichbar ist, für uns aber ist es wichtig, uns zu bewegen, die Landschaft und die Berge zu genießen. Ausgangspunkt ist die Gegend Cheia – Moeciu de Sus, dann folgen wir einem ökotouristischen Weg, der an der Grundschule beginnt und etwa eine Stunde lang in leichtem Gehtempo ansteigt. So erreichen wir das Plateau, das unter dem Namen Transsilvanien-Amphitheater bekannt ist. Von hier aus haben wir eine außergewöhnliche Aussicht auf das Bucegi-Massiv und das Königstein-Gebirge. Der Abstieg kann über denselben Weg erfolgen oder weiter in Richtung Cheia, von wo aus der Abstieg etwa eine weitere Stunde dauert. Von Cheia gelangen wir über die Grădişte-Klamm zurück auf den Weg, von dem wir gestartet sind, in Moeciu de Sus.“
Das Transsilvanien-Plateau erstreckt sich über eine Fläche von 100 Hektar auf einer Höhe von etwa 1200 Metern und ist völlig abgeschieden vom Trubel der Städte oder der Touristenunterkünfte.
Für Wanderer mit besserer körperlicher Kondition hat der Bergführer Florin Burgui eine weitere Herausforderung parat:
„Die vielleicht schönste Berghütte unserer Berge ist die Cabana Mălăieşti. Ich schlage Ihnen zwei Routen vor: Eine beginnt in Buşteni. Sie ist zwar etwas länger – über fünf Stunden Gehzeit –, startet direkt am Bahnhof von Buşteni, führt über die Alm Poiana Izvoarelor, dann zur Bergwiese Pichetul Roşu und von dort zur Mălăieşti-Hütte. Es ist eine längere, schwierigere und anspruchsvollere Route: etwa drei Kilometer, die in über fünf Stunden zurückgelegt werden. Wenn wir jedoch einen ganzen Tag nur für den Aufstieg zur Verfügung haben, ist es eine sehr gute Strecke. In der Bergwiese Poiana Izvoarelor können wir auch eine Pause einlegen. In der Mălăieşti-Hütte gibt es Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten. Ein weiterer, etwas schnellerer Zugang zur Hütte ist eine Tagesroute hin und zurück. Ich spreche vom Forstweg Glăjărie: Wir fahren mit dem Auto aus Râşnov (Rosenau) in Richtung Glăjărie los, parken dort, wo die Straße endet, und starten die Wanderung auf dem Forstweg. In etwa dreieinhalb Stunden erreichen wir die Mălăieşti-Hütte. Die Strecke ist rund sieben Kilometer lang.“
Ratsam ist es, vor dem Aufbruch in die Berge die Wetterlage zu überprüfen und sich nach Möglichkeit einer Gruppe mit Guide anzuschließen.