Rumänien erhält Verteidigungsgelder aus dem SAFE-Programm
Die rumänische Regierung hat am Dienstag die detaillierte Liste der Beschaffungsverträge im Rahmen des EU-Programms SAFE veröffentlicht, von dem sie fast 17 Milliarden Euro erhalten wird.
Sorin Iordan und Florin Lungu, 03.06.2026, 17:24
Rumänien erhält rund 16,7 Milliarden Euro für die Beschaffung von militärischer Ausrüstung und Infrastruktur aus dem Programm „Sicherheitsmaßnahmen für Europa“ (SAFE), das die Verteidigungsindustrie stärken soll. 4,2 Milliarden Euro sind für den Bau der Endpunkte der Autobahn A7 vorgesehen, die den Süden des Landes mit der nördlichen Grenze zur Ukraine verbindet, sowie der A8, die die Ostkarpaten durchquert und die historischen Regionen Siebenbürgen und Moldau mit der Republik Moldau verbindet – daher der Name „Unionsstraße“.
Die restlichen rund 12,5 Milliarden Euro sind für militärische Zwecke bestimmt. Die Regierung in Bukarest hat eine detaillierte Liste der Beschaffungsverträge veröffentlicht. Der rumänische Staat hat bisher Verträge über den Kauf von über 200 Schützenpanzern, zwei Seepatrouillenbooten und zwei Taucherschiffen, elf Luftverteidigungssystemen, 34 Militärdrohnen, 934 Mistral-Boden-Luft-Raketen mit sehr großer Reichweite zur Luftnahverteidigung sowie sechs Hubschraubern für den Transport von Truppen und militärischer Ausrüstung unterzeichnet.
Einer der Verträge im Wert von 5,7 Milliarden Euro wurde mit dem deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall abgeschlossen, der den Auftrag als „größtes internationales Auftragspaket der jüngeren Unternehmensgeschichte“ bezeichnete. Rheinmetall kündigte an, mehrere hundert Millionen Euro in Rumänien zu investieren, wodurch Tausende neuer Arbeitsplätze entstehen und über 200 Zulieferunternehmen beauftragt werden sollen. Der deutsche Hersteller ist bereits seit mehreren Jahren über seine Tochtergesellschaft Rheinmetall Automecanica mit Sitz in Mediaș, Zentralrumänien, auf dem rumänischen Markt aktiv.
„Der zwischen den rumänischen Behörden und Rheinmetall geschlossene Vertrag bietet nicht nur die Möglichkeit, Rumäniens Verteidigungsfähigkeit zu modernisieren, sondern ist auch ein wichtiger Schritt zur Revitalisierung der nationalen Verteidigungsindustrie, da über 50 % der Produktion in Rumänien oder in Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen erfolgen werden“, hieß es in einer Pressemitteilung des rumänischen Ministerpräsidentenamtes.
Ebenfalls im Rahmen des SAFE-Programms bestellte Bukarest angesichts der Bedrohung durch russische Drohnen moderne Flugabwehr- und Drohnenabwehrsysteme im Wert von rund 3 Milliarden Euro. Letzte Woche explodierte eine solche Drohne über einem Wohnblock in Galați (im Südosten Rumäniens) und verletzte zwei Menschen – der schwerste Vorfall in Rumänien seit Beginn des russischen Einmarsches in die benachbarte Ukraine im Februar 2022.
Der amtierende Verteidigungsminister Radu Miruță erklärte, die ersten Lieferungen der Drohnenabwehrsysteme würden in etwa anderthalb Jahren beginnen. Rumänien habe in der Zwischenzeit offiziell die NATO-Verbündeten um Unterstützung bei der Stärkung der Drohnenabwehr gebeten. Nicht zuletzt gab die Bukarester Regierung bekannt, dass sie in der kommenden Zeit weitere Beschaffungsverträge mit Frankreich abschließen wird. Geplant sind zwölf Radargeräte zur Ortung tieffliegender Flugzeuge sowie zwölf Hubschrauber für Langstreckeneinsätze mit hoher Transportkapazität und Einsatzfähigkeit unter schwierigen Bedingungen.