Gipfel in Kiew: Südosteuropa bekräftigt Unterstützung für die Ukraine
Der Krieg in der Ukraine und die Sicherheit in Südosteuropa standen im Mittelpunkt eines Gipfeltreffens in Kiew. Mit dabei war auch der rumänische Präsident Nicușor Dan. Die Teilnehmer bekräftigten ihre Unterstützung für die Ukraine und verabschiedeten eine gemeinsame Erklärung.
Leyla Cheamil und Alex Sterescu, 16.07.2026, 14:11
Die Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung bleibt nach Ansicht der Teilnehmer des Ukraine-Südosteuropa-Gipfels eine der wichtigsten Prioritäten. Das geht aus der sogenannten Kiewer Erklärung hervor, die von den anwesenden Staats- und Regierungschefs unterzeichnet wurde. Eine Ausnahme bildete der serbische Präsident Aleksandar Vučić, der das Dokument nicht unterzeichnete.
Der Gipfel wurde 2023 nach Beginn des russischen Angriffskrieges ins Leben gerufen. Er dient dazu, die Unterstützung für die Ukraine zu koordinieren und gemeinsame Antworten auf die Folgen des Krieges für die Region zu finden.
In ihrer Erklärung betonen die Unterzeichner, dass die Ukraine insbesondere zusätzliche Flugabwehrsysteme und Abfangraketen benötigt, um sich gegen ballistische Raketen zu schützen. Sie sprechen sich außerdem dafür aus, die erforderlichen finanziellen Mittel und internationalen Mechanismen bereitzustellen. Eine stärkere Luftverteidigung rette Menschenleben und schütze die kritische Infrastruktur des Landes.
Zugleich bekräftigen die Teilnehmer ihre Unterstützung für die Unabhängigkeit, Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine innerhalb ihrer international anerkannten Grenzen. Sie verurteilen den russischen Angriffskrieg erneut als völkerrechtswidrig und fordern Moskau auf, die Kampfhandlungen unverzüglich einzustellen.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte am Rande des Gipfels ein neues Abkommen zwischen der Europäischen Union und der Ukraine zur gemeinsamen Produktion von Drohnen an. Ziel sei es, ukrainisches Know-how mit den industriellen Kapazitäten Europas zu verbinden und sichere Produktionsstandorte aufzubauen.
Rumäniens Präsident Nicușor Dan erklärte, alle Teilnehmer seien sich einig gewesen, dass der Krieg die Sicherheit ganz Europas beeinträchtige. Besprochen wurde außerdem der Ausbau der regionalen Infrastruktur. Nach seinen Worten hat Rumänien bei der Energieanbindung an die Republik Moldau und die Ukraine bereits wichtige Fortschritte erzielt.
Darüber hinaus ging es um die Idee eines strategischen Verkehrskorridors, der die Ägäis mit Odessa und der Republik Moldau verbinden soll. Ein weiteres Thema waren die EU-Beitrittsperspektiven der Ukraine und der Republik Moldau. Rumänien wolle dabei seine Erfahrungen aus dem eigenen Beitrittsprozess einbringen.
Am Rande des Gipfels traf Nicușor Dan den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Dabei sprachen beide über eine engere Zusammenarbeit bei Frühwarn- und Alarmsystemen für Zwischenfälle mit Drohnen. Außerdem kam der rumänische Staatspräsident mit seinem serbischen Amtskollegen Aleksandar Vučić zu einem Gespräch zusammen.