Das Fest der Autofans
Anfang Juni fand die mittlerweile sechste Ausgabe des POLI AutoFEST in Pitești statt – das größte Festival in Rumänien, das der Automobilindustrie gewidmet ist.
Ana-Maria Cononovici und Adina Olaru, 25.06.2026, 17:03
Anfang Juni fand die mittlerweile sechste Ausgabe des POLI AutoFEST in Pitești statt – das größte Festival in Rumänien, das der Automobilindustrie gewidmet ist.
Was genau hinter diesem Event steckt, erklärte uns Alin-Daniel Rizea, Dekan der Fakultät für Mechanik und Technologie:
„Das Poli AutoFest Pitești 2026 ist ein technisch-wissenschaftliches und pädagogisches Event. Organisiert wird es von der Nationalen Universität für Wissenschaft und Technologie, der Polytechnischen Universität Bukarest, über das Universitätszentrum Pitești und unsere Fakultät. Das Ziel: Wir wollen die technische Kultur fördern, aber auch den Dialog zwischen der akademischen Welt, der Industrie und der Gesellschaft. Auto und Mobilität standen zwar im Mittelpunkt, aber das Event vereinte noch viel mehr verwandte Bereiche: Design, Fertigung, Produktionstechnologien, Verkehrssicherheit, industrielles Prozessmanagement und technologische Innovation. Das Poli AutoFest bietet einen Rahmen, in dem Studierende, Schüler und das breite Publikum direkt mit Fachleuten aus der Industrie, mit Behördenvertretern und mit genau den Technologien interagieren können, die die Zukunft des Verkehrs und der Industrieproduktion prägen. Wir wollten zeigen, welch essenzielle Rolle die Ingenieurwissenschaften in unserer modernen Gesellschaft spielen. Wir möchten junge Menschen für technische Berufe begeistern und die Zusammenarbeit mit unseren Wirtschaftspartnern stärken. Schließlich ist es eine der Hauptmissionen unserer Fakultät, Fachkräfte auszubilden, die den technologischen Herausforderungen von heute und morgen gewachsen sind.“
Für die Studierenden, so Dekan Rizea weiter, sei das eine spannende und hochmotivierende Erfahrung:
„Aus der Sicht der Studierenden ist das Poli AutoFest eine tolle Chance, über den Tellerrand von Hörsaal und Labor hinauszuschauen. Sie kommen direkt mit Technologien, Geräten, Fahrzeugen und ingenieurspezifischen Anwendungen in Berührung, die sie oft nur aus dem Unterricht kennen. Hier sehen sie, wie sich theoretische Konzepte in echte Produkte und Lösungen verwandeln, und verstehen so die Komplexität ihres zukünftigen Berufsfeldes viel besser. Dabei sind die Studierenden nicht nur Besucher: Viele von ihnen präsentieren hier eigene technische Projekte, die sie an der Fakultät entwickelt haben – von Fahrzeugen, die von studentischen Teams gebaut wurden, bis hin zu anderen Anwendungen. Es ist ihre Bühne, um die Ergebnisse ihrer harten Arbeit zu zeigen.“
Die allererste Ausgabe dieses Events fand 2019 noch unter dem Namen „Student Auto Show“ statt. Der Name änderte sich dann 2024 im Zuge der Eingliederung in die Universität Bukarest. Das erzählte uns Cătălin Zaharia, Dozent am Fachbereich für Kraftfahrzeuge und Verkehr und Mitglied im Organisationsteam. Er fügte hinzu:
„In diesem Jahr haben wir die sechste Ausgabe organisiert, und sie war ein voller Erfolg – mit 110 ausgestellten Fahrzeugen und über 20 Messeständen. Wir haben schon immer die technischen Errungenschaften unserer Studierenden, der Absolventen und der Lehrenden in den Vordergrund gestellt. Gezeigt wurden zum Beispiel Fahrzeuge, die von studentischen Teams komplett selbst entworfen, konstruiert, gebaut und getestet wurden. Zwei Beispiele dafür sind der Einsitzer ‚Easter‘ und ein Buggy – beides waren Abschlussprojekte unserer Studenten. Wir fanden es auch wichtig, Go-Karts zu präsentieren, die unsere Studierenden für internationale Wettbewerbe gebaut haben. Und natürlich waren auch dieses Mal wieder Autohändler aus Pitești und einschlägige Unternehmen der Automobilbranche eingeladen. Schon als wir die Initiative damals ins Leben riefen, war uns klar: Die Piteștener Schule für Fahrzeugtechnik ist immerhin die drittälteste des Landes, das muss gezeigt werden.“
Und was gab es dieses Jahr an Neuheiten? Cătălin Zaharia:
„Neu waren diesmal spezielle technische Workshops, in denen bestimmte Fahrzeuge und spezifische Arbeitstechniken genau vorgestellt wurden. Wir wachsen von Jahr zu Jahr. Hier ein paar Highlights: Die Kollegen der Kreispolizeiinspektion Argeș haben uns die Ehre erwiesen. In ihrem Workshop zeigten sie Spezialfahrzeuge – etwa mit Spektrometern, voll ausgestatteten forensischen Koffern für Suchaktionen, speziellen Spektrallichtern zur Spurensicherung oder auch Fahrzeuge mit eingebauten Käfigen für Polizeihunde. Auch die Rumänische Kfz-Behörde RAR aus Argeș war dabei, und zwar mit einem Spezialfahrzeug für technische Verkehrskontrollen, Abgasmessungen und die Überprüfung von Lichtanlagen. Und bei der Notfallinspektion ISU Argeș zog vor allem eine Rettungsbühne, die bis auf 45 Meter ausgefahren werden kann, alle Blicke auf sich.“
Eine Höhe, die übrigens auch von abenteuerlustigen Besuchern erkundet werden durfte. Das abschließende Fazit zog noch einmal Dekan Alin-Daniel Rizea:
„Es gibt natürlich immer Raum, um die Verbindung zwischen Bildung und Arbeitsmarkt noch weiter zu verbessern. Aber wir an der Fakultät für Mechanik und Technologie unternehmen wirklich ständige Anstrengungen, um diese Verbindung für unsere Studierenden so eng und praxisrelevant wie möglich zu halten.“
Nach drei Tagen voller Ausstellungen, Vorführungen, Workshops und fachlichem Austausch schloss das Poli AutoFest Pitești 2026 seine Tore – und untermauerte einmal mehr seinen Ruf als wichtigstes Event rund um das Thema Mobilität.