Abgeordnetnhaus in Bukarest verabschiedet einstimmig neue EU-Maßnahmen gegen den Drogenhandel
Der Drogenkonsum in Rumänien ist in den vergangenen Jahren bei fast allen Substanzklassen gestiegen. Besonders alarmierend ist die Ausbreitung unter Jugendlichen, Kindern und jungen Frauen. Die nationalen Behörden setzen zwar über spezialisierte Einrichtungen auf Prävention und Therapie, und auch das Parlament prüft laufend neue Gesetzesentwürfe zur Unterstützung von Suchtkranken. Fachleute betonen jedoch: Neben Schadensbegrenzung, Überdosis-Prävention und Aufklärungskampagnen an Schulen braucht es vor allem härtere Gesetze, die sich direkt gegen den Drogenhandel richten.
Roxana Vasile, 10.09.2026, 17:10
Der Drogenkonsum in Rumänien ist in den vergangenen Jahren bei fast allen Substanzklassen gestiegen. Besonders alarmierend ist die Ausbreitung unter Jugendlichen, Kindern und jungen Frauen. Die nationalen Behörden setzen zwar über spezialisierte Einrichtungen auf Prävention und Therapie, und auch das Parlament prüft laufend neue Gesetzesentwürfe zur Unterstützung von Suchtkranken. Fachleute betonen jedoch: Neben Schadensbegrenzung, Überdosis-Prävention und Aufklärungskampagnen an Schulen braucht es vor allem härtere Gesetze, die sich direkt gegen den Drogenhandel richten.
Da es sich hierbei um eine schwere, grenzüberschreitende Form der organisierten Kriminalität handelt, ziehen die staatlichen Institutionen auf europäischer Ebene an einem Strang. Genau aus diesem Grund hat das Bukarester Abgeordnetenhaus am Mittwoch die neuen europäischen Maßnahmen zur Drogenbekämpfung einstimmig angenommen.
Ein Fünfjahres-Aktionsplan der EU setzt auf frühzeitige Prävention und stärkere Kontrollen an den Außengrenzen – unter anderem durch den Einsatz modernster Scanner-Technologie. Zudem schreibt der europäische Plan strenge Regeln für die Echtzeit-Überwachung chemischer Vorläuferstoffe vor, um die Herstellung synthetischer Drogen zu stoppen. Auch gegen die Rekrutierung von Minderjährigen über soziale Netzwerke soll hart vorgegangen werden. Die neue Strategie zielt darauf ab, Geldströme systematisch zu verfolgen, die mit dem Drogenhandel verknüpfte Korruption zu bekämpfen und die Zusammenarbeit von Zoll, Polizei und Justiz unter einem einheitlichen Dach zu bündeln. Ebenso gestärkt wird die Kooperation mit Drittstaaten entlang der Schmuggelrouten, vor allem in Lateinamerika, Westafrika, dem Westbalkan sowie in der Region Naher Osten und Nordafrika.
In Bukarest waren sich die Vertreter aller Fraktionen einig, dass der Kampf gegen Drogenhandel und -konsum intensiviert werden muss. Oberste Priorität hat dabei die Zerschlagung der Schmuggelnetzwerke im Schwarzmeerhafen Constanța und an den Landesgrenzen.
Die AUR-Abgeordnete Cristina Dascălu:
„Wir müssen kriminelle Netzwerke zerschlagen, ihre Gewinne beschlagnahmen, Grenzen und Häfen effizienter kontrollieren und die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Justiz und europäischen Agenturen stärken.“
Der USR-Abgeordnete Stelian Ion verwies auf bereits laufende, konkrete Schritte:
„Über den nationalen Wiederaufbau- und Rezilienzplan PNRR hat Rumänien rund 34 Millionen Euro für den Kauf von 26 Hochleistungs-Scannern abgerufen. Einige davon sind im Hafen von Constanța im Einsatz, und ich hoffe, dass sie helfen werden, diese Plage zu bekämpfen.“
Kurz gesagt: Mit der Verabschiedung dieser europäischen Strategie werden die rumänischen und europäischen Fachbehörden ihre Zusammenarbeit massiv beschleunigen, um dieses drängende gesellschaftliche Problem in den Griff zu bekommen.