Die Republik Moldau, Partner im Programm SAFE
Rumänien und die benachbarte Republik Moldau (eine ehemalige Sowjetrepublik, deren Bevölkerung mehrheitlich Rumänisch spricht) vertiefen ihre Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich.
Bogdan Matei und Florin Lungu, 03.11.2026, 12:30
Rumänien und die Republik Moldau haben am Montag erstmals ein Abkommen über militärische Zusammenarbeit im Rahmen des europäischen Programms SAFE unterzeichnet. Ziel dieses Programms ist es, die Verteidigungsfähigkeiten der EU-Mitgliedstaaten und der Partnerländer zu stärken – durch die Finanzierung von Investitionen sowie die Förderung der gemeinsamen Beschaffung von militärischer Ausrüstung.
Wie rumänische Medien berichten, stärkt das Dokument die Beziehungen zwischen beiden Ländern im Verteidigungsbereich. Ihre Streitkräfte werden gemeinsam Militärfahrzeuge beschaffen, die von dem italienischen Unternehmen IVECO in Petrești (Kreis Dâmbovița) im Süden Rumäniens hergestellt werden.
Für den rumänischen Regierungschef bedeutet dies Investitionen und Arbeitsplätze im eigenen Land. Verteidigungsminister Radu Oprea ergänzt, dass die rumänische Armee rund 3.000 dieser Fahrzeuge erhalten werde, während auf die Republik Moldau 62 Einheiten entfallen.
Anatolie Nosatîi, Verteidigungsminister der prowestlichen Regierung in Chișinău, erklärte, dass alle im Rahmen dieses Abkommens beschafften und gelieferten Lastkraftwagen dazu beitragen werden, die logistischen und operativen Fähigkeiten der moldauischen Streitkräfte auszubauen. Zudem werde die Zusammenarbeit in diesem Prozess die Harmonisierung von Standards erleichtern und die Interoperabilität zwischen den beiden Armeen verbessern. Die Fahrzeuge sollen ältere Modelle ersetzen, die noch aus der Zeit der Sowjetarmee stammten, so Minister Nosatîi.
Der rumänische Regierungschef wies darauf hin, dass bei den jüngsten Gesprächen mit seinem Amtskollegen auch die Möglichkeit erörtert wurde, gemeinsame Programme zur Drohnenabwehr zu entwickeln. Der Luftraum beider Staaten wird im Kontext des Krieges in der Ukraine immer häufiger von Drohnen verletzt – vermutlich stammen diese von der russischen Invasionsarmee.
Der moldauische Verteidigungsminister erklärte, dass die Behörden in Chișinău zwar Fortschritte bei der Erkennung von Bedrohungen aus der Luft gemacht hätten, es jedoch Systeme brauche, die auch deren Abfangen ermöglichen. Die Verteidigung eines Luftraums, der sich entlang einer 1222 Kilometer langen Grenze zur Ukraine erstreckt, lässt sich nicht allein durch die Aufstellung von Maschinengewehren in regelmäßigen Abständen gewährleisten, räumt der Minister ein.
Analysten weisen darauf hin, dass die Republik Moldau ohnehin über eine der kleinsten und am schlechtesten ausgestatteten Armeen der Welt verfügt. Zudem ist sie gemäß Artikel 11 der 1994 verabschiedeten Verfassung – die von vielen als veraltet angesehen wird – ein neutraler Staat; das bedeutet, sie darf keinem Militärbündnis angehören und gestattet keine Stationierung ausländischer Truppen auf ihrem Staatsgebiet.
So steht die Öffentlichkeit zwar mehrheitlich hinter einer Integration in die Europäische Union, zeigt sich jedoch gegenüber der NATO weiterhin sehr zurückhaltend – eine Folge der sowjetischen Indoktrination während eines halben Jahrhunderts der Besatzung. Unter diesen Umständen könnte eine enge Verbindung zu Rumänien von entscheidender Bedeutung sein.