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Rumänien im „Großen Krieg“

Der 1. Weltkrieg wurde auch Der Große Krieg“ genannt. Die Welt hatte bis zu dem Zeitpunkt einen Krieg solchen Ausmaßes nicht mehr gesehen.

Rumänien im „Großen Krieg“
Rumänien im „Großen Krieg“

, 15.09.2014, 14:03

Der 1. Weltkrieg wurde auch Der Gro‎ße Krieg“ genannt. Die Welt hatte bis zu dem Zeitpunkt einen Krieg solchen Ausma‎ßes nicht mehr gesehen. Rumänien blieb bis 1916 neutral und stieg dann, wie alle anderen Staaten, enthusiastisch in den Krieg ein. Nach kurzer Zeit kam auch der Untergang. Rumänien kämpfte an der Seite der Entente und marschierte in Siebenbürgen, eine Provinz Österreich-Ungarns, die mehrheitlich von Rumänen bewohnt war, ein. Nach vier Monaten, im Dezember 1916, wurde Bukarest von Truppen besetzt. Die Verwaltung des Landes zog nach Moldawien. Letzten Endes, stand Rumänien 1918 auf der Seite der Sieger.



Die Zeugenaussagen aus dem Archiv des Rumänischen Rundfunks stellen uns ein Rumänien dar, in dem die Menschen während des Krieges alles Mögliche versuchten um ihr Leben schöner zu machen. Der General Titus Gârbea, der im Jahr 2001 interviewt wurde, erinnerte sich an die ausgelassene Atmosphäre, die damals die rumänische Gesellschaft definierte.



Mein Vater war ein Nachkomme von Tudor Vladimirescu, er stammte aus dem Landkreis Gorj. Meine Mutter stammte aus Făgăraş, sie war die Tochter eines Priesters, der in Wien und Italien studiert hatte. Er dachte nur an sein Italien, seine Kinder mussten Italienisch lernen. Meine arme Mutter sprach offensichtlich Italienisch und brachte es auch uns bei. Im Haus herrschte eine Atmosphäre des Patriotismus. Ich kann mich noch erinnern, wie sie uns zu den Ikonen brachte und daneben waren auch die Volks-Märtyrer: Horia, Cloşca und Crişan und natürlich Mihai Viteazul. Und wir sangen und beteten zu Gott für sie. Auf der anderen Seite war der König. Wir waren Monarchisten! Und dann sangen wir Es lebe der König!“



Der General Constantin Durican kämpfte im 1. Weltkrieg als Sanitäter auf einem Krankenwagen.



1916 wurde ich zum Krankenhaus, das im Petru Rares-Gymnasium eingerichtet wurde, einberufen. Ich wurde dann einer Krankenwagen-Abteilung zugewiesen. Wir verfügten damals über eine Krankenwagen-Kompanie, die zwei Abteilungen umschloss: eine unter Leitung von General Prezan und eine unter Leitung von General Averescu. Die Krankenwagen transportierten die Verletzten von der Front, von den Erste-Hilfe-Punkten zu den Krankenhäusern im Hinterland. Wir kamen mit diesen Wagen, und füllten die Betten des Krankenhauses in Piatra Neamt. Es gab mehrere Krankenhäuser, in allen Schulen wurden Krankenhäuser eingerichtet.“



Der Politiker Constantin Moiceanu war Mitglied der sozialdemokratischen Partei, eine antikommunistische Partei unter der Führung von Constantin Titel-Petrescu. Im Jahr 2000 erinnerte er sich an die Front in der Nähe seines Heimatsortes und an die Beziehung der Zivilisten mit den Russen, den Alliierten der Rumänen.



Die Front lag nahe, keiner hatte Lust zu feiern. Meine Brüder kamen nachts, und nicht nur sie, sondern alle aus dem Ort. Sie kamen nachts, wenn es ruhig und still an der Front war, sie kamen ins Dorf und erzählten uns wer gestorben ist, wie die Kämpfe verliefen. Wir hatten den Vorteil das Gelände zu kennen. Zweitens, sahen wir die rumänischen Truppen und dann kamen auch die russischen Truppen. Es hie‎ß die Russen seien Säufer und Krawallmacher. Meine Eltern waren wohlhabende Leute, sie hatten einen Keller mit Wein- und Schnapsfässer. Meine Eltern hatten ein Haus und einen Garten von über einem Hektar. Meine Eltern haben zusammen mit anderen Leuten die Fässer in den Garten gebracht und haben die Fässer angestochen. Sie konnten sie nicht verstecken und lie‎ßen diese deshalb abflie‎ßen. Sie hatten Informationen, dass sich die Russen nach dem Saufen nicht benehmen.“



Gavril Vatamaniuc war der einzige Überlebende der antikommunistischen Widerstands-Gruppe in der Bukowina. 1993 erinnerte er sich an einen Kollegen, einen Franzosen, der in Gherla im Gefängnis sa‎ß. Dieser hatte an der Seite der Rumänen als Volontär gekämpft und blieb nach Kriegsende in Rumänien.



Ich kann diesen Menschen, der über 70 Jahre alt war, nicht vergessen. Er erzählte mir, er wäre 1916 als junger französischer Offizier gekommen und hätte als Volontär an der Seite der rumänischen Armee gegen Deutschland gekämpft. Er hat an der moldauischen Front gekämpft, er wurde verletzt und ins Krankenhaus in Iași eingeliefert. Er wurde sehr liebevoll von einem hübschen Mädchen, einer Moldawierin namens Măricica, behandelt. Wir machten uns lustig über seine Aussprache, er sprach mit moldawischem Akzent, als ob er in Bacău zu Hause war. Nachdem er sich in Măricica verliebte und sich erholte, entschied er sich sie zu heiraten. Er hat alles, was er in Frankreich hatte, verkauft und kam mit dem Geld nach Rumänien. Er wurde Landwirt und dank seiner Fähigkeiten schaffte er es. Der Kommunismus kam und entschied, dass dieser Landwirt zerstört werden muss.“



Auch 100 Jahre später ist in Europa die Erinnerung an den Gro‎ßen Krieg noch wach. Dieser markierte den Anfang eines neuen historischen Zeitalters. Ein Zeitalter, das, wie auch alle anderen, voller Tragödien, Heldentaten und Feigheit und Hoffnung war.

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