RRI Live!

Hören Sie Radio Rumänien International Live

Brücken als Fischschutzgebiete

Es ist eine wichtige Schutzmaßnahme für unsere Gewässer: In der kalten Jahreszeit, vom 1. November bis zum 15. März, ist in Rumänien das Fischen in der Nähe von Brücken, die Stützpfeiler im Wasser haben, komplett untersagt. Das Gesetz legt eine massive Schutzzone fest – 500 Meter flussaufwärts und 500 Meter flussabwärts von diesen Bauwerken. Doch das ist keine willkürliche Entscheidung, sondern eine essentielle Maßnahme zum Schutz der Wassertiere in ihrer wohl verwundbarsten Phase.

Foto: James Wheeler  unsplash.com
Foto: James Wheeler unsplash.com

und , 20.10.2025, 17:22

Im Winter suchen Fische instinktiv die tiefsten und wärmsten Stellen im Fluss auf, um dort zu überwintern. Die Aushubarbeiten, die beim Bau der Brückenpfeiler entstanden sind, haben dort tiefe Gruben geschaffen. Und genau diese Stellen werden zu lebenswichtigen Zufluchtsorten für Dutzende von Fischarten, wie uns Andrei Togor, Präsident der Organisation Aqua Crisius Oradea, erklärt hat.

„In der Gegend der Brücken gibt es Abschnitte mit tiefem Wasser. Als an diesen Brücken mit Pfeilern im Wasser gearbeitet wurde, wurden Aushubarbeiten vorgenommen, und praktisch finden wir dort Bereiche mit tiefem Wasser. Wie wir wissen, sind Fische wechselwarme Tiere und überwintern in der kalten Jahreszeit. Wo werden sie überwintern? Genau in diesen Gruben. Und selbst wenn es draußen kalt ist, das Wasser gefriert, werden wir am Boden dieser Gruben im Winter praktisch das wärmste Wasser vorfinden. Und natürlich werden sich die Fische instinktiv dort positionieren und nicht nur das, sie werden sich versammeln, sie werden versuchen, dort unter den bestmöglichen Bedingungen über die kalte Zeit des Jahres zu überwintern.“

Leider werden diese Ansammlungen inaktiver und damit hochgradig verwundbarer Fische zu einem einfachen Ziel für rücksichtslose Wilderer. Sie nutzen eine extrem destruktive Methode, bekannt als „japcă“ oder „Rechenfischerei“ – eine Art Raubfischerei. Dabei versuchen sie nicht, Fische sportlich zu fangen, sondern reißen und zerren sie mit Ankern oder großen Haken aus dem Wasser.

Diese Methode ist nicht nur illegal und gilt als Straftat, sie verursacht auch immense ökologische Schäden. Dabei werden viel mehr Fische verletzt, als tatsächlich gefangen werden. Die tatsächliche Auswirkung dieser Wilderei ist verheerend für die Fischbestände, die eigentlich nur den Winter überleben wollen.

„Von zehn Fischen, die mit dieser Methode gestochen werden, schaffen es wahrscheinlich ein oder zwei ans Ufer. Und diejenigen, die es schaffen, dem Haken zu entkommen – der offensichtlich so konzipiert ist, dass er den Fisch nicht im Maul fasst –, bleiben mit Wunden zurück. Die betreffenden Wunden können zum Tod der Fische führen oder die Fische quälen sich. Abgesehen davon, dass sie gestört werden: Die meisten ernähren sich in der kalten Jahreszeit nicht, sie bleiben dort in diesen Gruben, um zu überwintern, und es ist eine sehr große Störung für sie, von dort herausgezogen zu werden.“

Die Strafen für das Fischen in diesen Schutzzonen sind drastisch: Bußgelder reichen bis zu 10.000 Lei, das sind rund 2.000 Euro. Wilderei wird sogar mit Freiheitsstrafen von zwei bis zu fünf Jahren geahndet.

Obwohl die Gesetze deutlich verschärft wurden, bleibt die Fischwilderei ein hartnäckiges Problem in Rumäniens Gewässern. Das erfordert ständige Wachsamkeit der Behörden. Die offiziellen Zahlen zeigen einen andauernden Kampf der rumänischen Polizei, der Gendarmerie, der Grenzpolizei und der Inspektoren der Nationalen Agentur für Fischerei und Aquakultur.

Kontrollen finden häufig statt und zeigen konkrete Ergebnisse: Allein in den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 führten die Polizisten landesweit über 3.600 Kontrollen durch und überprüften mehr als 4.800 Objekte. Diese Bemühungen mündeten in hunderten von Strafanzeigen und Ordnungswidrigkeiten. Bei einer einzigen zweiwöchigen Aktion im Donaudelta im März 2025 wurden acht Straftaten festgestellt und Gegenstände im Wert von über 100.000 Lei beschlagnahmt, darunter 720 Kilogramm Fisch, über 500 Fischereigeräte, Boote und Motoren.

Der Kampf um den Schutz unserer Gewässer geht weiter. Soweit unser Blick auf die Schutzgebiete rund um die Brücken.

Foto: pixabay.com

Das Ökodukt – Eine Brücke für die Wildnis

  Der Ausbau der Straßeninfrastruktur ist wirtschaftlich notwendig, bedeutet aber gleichzeitig eine enorme Herausforderung für die Natur. Die Lös…

Das Ökodukt – Eine Brücke für die Wildnis
Hațeg

Der Themenpfad „Răchitova – Feuer, Stein, Zeit“

Die Gemeinde Răchitova im UNESCO-Weltgeopark „Hatzeger Land“ im siebenbürgischen Kreis Hunedoara ist ein neuer Anziehungspunkt für Naturerkundung und …

Der Themenpfad „Răchitova – Feuer, Stein, Zeit“
Foto: Luca J / unsplash.com

Lebensräume von Schlangen in Gefahr

Rumänien beherbergt eine bemerkenswerte Artenvielfalt. Doch viele Reptilien- und Amphibienarten stehen vor einem leisen, aber unaufhaltsamen Gegner: d…

Lebensräume von Schlangen in Gefahr
Ambrosia: Eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit

Ambrosia: Eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit

In der warmen Jahreszeit hat sich die Ambrosia im städtischen Raum zu einem der größten Umwelt- und Gesundheitsprobleme entwickelt. Obwohl sie in Euro…

Ambrosia: Eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit

Warum unsere Städte ihre Bäume verlieren

Der Verlust von städtischem Grün ist in großen Städten zu einem unübersehbaren Problem geworden. Zwar tragen die Bodenqualität und trockene Sommer maß…

Warum unsere Städte ihre Bäume verlieren

Müllsammelaktion im Naturpark Văcărești

Der Naturpark Văcărești, gegründet im Jahr 2016, ist das erste städtische Naturschutzgebiet in Rumänien und gleichzeitig eines der wertvollsten Ökosys…

Müllsammelaktion im Naturpark Văcărești

Vogelberingung in Rumänien

Rumänien spielt eine entscheidende Rolle bei der Überwachung der europäischen Vogelzugrouten – auch wenn langfristige Projekte in diesem Bereich noch …

Vogelberingung in Rumänien

Die asiatische Garnele, eine hochgradig invasive Art

Das Ökosystem des Donaudeltas – ein international bedeutendes Feuchtgebiet – verändert sich gerade rasant. Der Grund dafür ist eine neue asiatische Sü…

Die asiatische Garnele, eine hochgradig invasive Art

Partner

Muzeul Național al Țăranului Român Muzeul Național al Țăranului Român
Liga Studentilor Romani din Strainatate - LSRS Liga Studentilor Romani din Strainatate - LSRS
Modernism | The Leading Romanian Art Magazine Online Modernism | The Leading Romanian Art Magazine Online
Institului European din România Institului European din România
Institutul Francez din România – Bucureşti Institutul Francez din România – Bucureşti
Muzeul Național de Artă al României Muzeul Național de Artă al României
Le petit Journal Le petit Journal
Radio Prague International Radio Prague International
Muzeul Național de Istorie a României Muzeul Național de Istorie a României
ARCUB ARCUB
Radio Canada International Radio Canada International
Muzeul Național al Satului „Dimitrie Gusti” Muzeul Național al Satului „Dimitrie Gusti”
SWI swissinfo.ch SWI swissinfo.ch
UBB Radio ONLINE UBB Radio ONLINE
Strona główna - English Section - polskieradio.pl Strona główna - English Section - polskieradio.pl
creart - Centrul de Creație Artă și Tradiție al Municipiului Bucuresti creart - Centrul de Creație Artă și Tradiție al Municipiului Bucuresti
italradio italradio
Institutul Confucius Institutul Confucius
BUCPRESS - știri din Cernăuți BUCPRESS - știri din Cernăuți

Mitgliedschaften

Euranet Plus Euranet Plus
AIB | the trade association for international broadcasters AIB | the trade association for international broadcasters
Digital Radio Mondiale Digital Radio Mondiale
News and current affairs from Germany and around the world News and current affairs from Germany and around the world
Comunità radiotelevisiva italofona Comunità radiotelevisiva italofona

Provider

RADIOCOM RADIOCOM
Zeno Media - The Everything Audio Company Zeno Media - The Everything Audio Company