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Rumänien beteiligt sich am Welt-Frühgeborenentag

Jährlich kommen weltweit etwa 140 Millionen Kinder zur Welt. Rund 15 Millionen von ihnen beeilen sich sozusagen dabei – sie werden frühzeitig geboren, also etwa zehn Prozent. Die Rate der Frühgeburten schwankt je nach Land zwischen fünf und achtzehn Prozent. Die Frühgeburtlichkeit ist ein gravierendes Gesundheitsproblem – sie ist weltweit die zweithäufigste Todesursache bei Kindern unter fünf Jahren, nach Lungenentzündungen. Viele der betroffenen Kinder behalten zudem lebenslange Behinderungen körperlicher, neurologischer oder kognitiver Art. Meist brauchen sie langfristige medizinische Unterstützung.

Foto: pixabay.com
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, 03.12.2025, 17:11

Um auf die hohe Zahl der Frühgeburten und ihre Folgen aufmerksam zu machen, ist der 17. November jedes Jahr den frühgeborenen Kindern gewidmet.

In Bukarest wurde zum Anlass des Welt-Frühgeborenentags auch der Präsidentenpalast Cotroceni violett angestrahlt – als Zeichen der Solidarität mit den Familien frühgeborener Kinder. Die Beleuchtung wurde in Anwesenheit der Lebensgefährtin von Präsident Nicușor Dan eingeschaltet.

Er und Mirabela Grădinaru sind selbst Eltern zweier frühgeborener Kinder. „Ich kenne sehr gut dieses Gefühl der Ohnmacht, die Stunden des Wartens, in denen du nicht weißt, ob deine Welt beginnt oder endet“, erklärte Dan in seiner Botschaft zum Ereignis. Er erinnerte daran, dass in Rumänien jedes zehnte Kind zu früh auf die Welt kommt – rund 14.000 pro Jahr. „Für etwa 14.000 Familien beginnt das Leben auf der neonatologischen Intensivstation. Diese Kinder sind fragil, verletzlich und brauchen frühzeitige medizinische Betreuung und soziale Programme, damit sie gesund aufwachsen und reale Chancen auf ein normales Leben haben. Genauso wichtig ist aber, dass sie von der ersten Sekunde an Zuwendung und Liebe erhalten“, sagte Nicușor Dan.

Rumänien brauche interdisziplinäre Zentren für die Versorgung frühgeborener Kinder. Nötig sei außerdem ein nationales Register, betonte auch seine Partnerin Mirabela Grădinaru: „Der Tag der Frühgeburtlichkeit führt uns vor Augen, wie wichtig Empathie ist. Er erinnert uns daran, dass jeder von uns zählt und dass wir nur gemeinsam stark werden können. Jede Schwachstelle, sei sie persönlich oder Teil einer Gemeinschaft, kann geheilt werden, wenn wir sie anerkennen und alles tun, um sie zu verwandeln. Deshalb muss jeder von uns diese Kraft finden, diese innere Kraft, seine Fähigkeiten entdecken und sie auch in den Dienst des gemeinsamen Wohls stellen. Heute sprechen wir über die Notwendigkeit, multidisziplinäre Fachzentren in den Geburtskliniken zu schaffen, die diese besonders verletzliche Gruppe unterstützen. Wir sprechen von Räumen, die integrierte Betreuung bieten – medizinisch, psychologisch und sozial –, vom Aufbau eines Registers der Frühgeborenen und von der Einführung der Känguru-Methode, damit kein frühgeborenes Kind zurückgelassen wird. Für uns als Gesellschaft ist es wichtig, Empathie und gegenseitige Unterstützung zu pflegen.“

Nach Angaben von Gesundheitsminister Alexandru Rogobete befindet sich das Nationale Frühgeborenenregister bereits in der Umsetzung. Es soll wichtige Daten erfassen – Vitalfunktionen oder mögliche Begleiterkrankungen –, um die Kinder jährlich medizinisch begleiten zu können.

Auch wurde die Kapazität der neonatologischen Intensivstationen durch das Aufbauprogramm PNRR im vergangenen Jahr um 65 Betten erhöht; bis 2028 sollen weitere 50 hinzukommen, damit die Universitätskliniken nicht weiter überlastet werden.

Rogobete kündigte zudem eine Gesetzesänderung an, damit Eltern frühgeborener Kinder länger physischen Kontakt zu ihnen haben dürfen als die derzeit erlaubten zehn Minuten: „Es lagen Vorschläge für Gesetzesänderungen auf dem Tisch, um den Zugang zu bestimmten modernen Therapien auf der neonatologischen Intensivstation zu erleichtern – Therapien, die es zwar in einigen rumänischen Kliniken gibt, aber nicht in genügend“, sagte er. Gemeint ist ein unmittelbarer Kontakt zwischen Mutter oder Vater und dem Neugeborenen, ein physischer Kontakt, nicht nur durch die Plexiglasscheibe des Inkubators. Man habe auch über eine administrative Lockerung und über die Anpassung bestimmter Protokolle gesprochen, damit Mütter und Eltern nicht nur zehn Minuten, wie es derzeit gesetzlich vorgesehen ist, Zugang haben, sondern damit sich die rumänische Gesetzgebung an europäische Standards anlehnt, wo das längst üblich ist, so der Minister.

Die ersten Lebensmonate eines frühgeborenen Kindes beginnen im Inkubator, umgeben von Geräten, die seine lebenswichtigen Funktionen sichern. Manche dieser Babys bleiben monatelang dort, bis sie endlich nach Hause dürfen. Die Versorgung eines frühgeborenen Kindes mit schweren gesundheitlichen Problemen kann während des Klinikaufenthalts bis zu eine Million Dollar kosten. Für Cătălin Cîrstoveanu, Chef der Neonatologiekommission im Gesundheitsministerium und renommierter Neonatologe, ist diese Umgebung Alltag. Er freut sich, dass die Sterblichkeit unter Neugeborenen in Rumänien in den vergangenen zehn Jahren deutlich gesunken ist – dank großer Investitionen. Doch, sagt er, es bleibt noch viel zu tun.

Weltweit gibt es das nachhaltige Entwicklungsziel, vermeidbare Todesfälle von Neugeborenen zu beenden – bis 2030 sollen alle Länder die Neugeborenensterblichkeit auf unter zwölf Todesfälle pro 1.000 Lebendgeburten senken.

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