Rumänien hilft im Kampf gegen Umweltkatastrophe in der Republik Moldau
Die benachbarte Republik Moldau ist vor wenigen Tagen von einem schweren Umweltzwischenfall betroffen worden, nachdem Russland Anfang des Monats einen ukrainischen Wasserkraftwerk-Komplex angegriffen hatte. Rumänien hat umgehend reagiert und hilft nun, die Umweltschäden einzudämmen.
Bogdan Matei und Sorin Georgescu, 19.03.2026, 14:34
Seit mehr als vier Jahren sind sich militärische und politische Analysten einig, dass die Republik Moldau zu den am stärksten von den Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine betroffenen Nachbarstaaten gehört. Flüchtlingswellen, in den Luftraum eindringende Drohnen, wirtschaftliche Schwierigkeiten, Energiekrisen, Desinformationskampagnen sowie Einflussnahmen Moskaus auf Wahlprozesse – all dies stellte die prowestlichen Behörden in Chișinău vor große Herausforderungen.
In diesem Monat ist ein weiteres schwerwiegendes Problem hinzugekommen: ein gravierender Umweltvorfall. Der Fluss Nistru (ukr. Dnister, russ. Dnjestr), der die natürliche Grenze zwischen der Republik Moldau und der Ukraine bildet, wurde nach einem Angriff auf den ukrainischen Wasserkraftkomplex „Nowodnistrowsk“, der der russischen Armee zugeschrieben wird, massiv mit Erdölprodukten und anderen toxischen Substanzen verschmutzt. Der Nistru ist die wichtigste Wasserquelle für rund 80 Prozent der Bevölkerung des Landes und für 98 Prozent der Einwohner der Hauptstadt.
Die Behörden in Chișinău verurteilten den Vorfall scharf. Solche grenzüberschreitenden Aktionen gefährdeten Umwelt, Trinkwasserversorgung und die Gesundheit der Bevölkerung und seien inakzeptabel, erklärten Vertreter der moldauischen Diplomatie gegenüber dem russischen Botschafter Oleg Oserow. Staatspräsidentin Maia Sandu rief den Umweltalarm aus und machte Russland für den Vorfall verantwortlich. Auch die EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos betonte, der Zwischenfall zeige, dass der Krieg Russlands nicht an den Grenzen der Ukraine ende, und bekräftigte die Solidarität der Europäischen Union mit der Republik Moldau.
Unter den EU-Mitgliedstaaten reagierte Rumänien als erstes. Die nationale Wasserbehörde stellte Ausrüstung und Spezialmaterial bereit und entsandte ein Expertenteam in die Republik Moldau, um Maßnahmen zur Eindämmung und Beseitigung der Schadstoffe auf der Wasseroberfläche zu unterstützen. Auch der rumänische Katastrophenschutz stellte Personal zur Koordinierung des Einsatzes sowie den Transport der benötigten Ausrüstung sicher. Dabei handelt es sich um Tonnen von Absorptionsmaterialien, die eingesetzt werden, um die Ausbreitung der Verschmutzung einzudämmen und die Wasserversorgungsinfrastruktur entlang des Dnister zu schützen.
In der nordmoldauischen Stadt Bălți (russ. Belzy), der zweitgrößten des Landes mit überwiegend russischsprachiger Bevölkerung, traf zudem ein humanitärer Konvoi mit Tankwagen voller Trinkwasser für rund 100 000 Einwohner ein. Die Lieferung wurde von der Stadt Iași (Jassy) im Osten Rumäniens organisiert. In diesen schwierigen Tagen sei die Stadt Bălți nicht allein, erklärte Bürgermeister Aleksandr Petkow, der bislang eher durch seine Nähe zu moskaufreundlichen politischen Kräften und rumänienfeindliche Äußerungen aufgefallen war.