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Mircea Lucescu: Tod eines „Visionärs des Fußballs“

Der erfolgreichste Trainer in der Geschichte des rumänischen Fußballs und einer der renommiertesten Trainer im internationalen Fußball ist tot. Der ehemalige Nationalspieler und vielfach ausgezeichnete Trainer Mircea Lucescu ist am Dienstagabend im Alter von 80 Jahren verstorben. Er war nach einer schweren Herzrhythmusstörung im Universitäts-Notfallkrankenhaus in Bukarest behandelt worden. Bereits am 3. April hatte er einen akuten Herzinfarkt erlitten, fiel ins Koma und konnte von den Ärzten nicht mehr gerettet werden.

Mircea Lucescu (Fotoquelle: Cătălin Cîrnu, RRA)
Mircea Lucescu (Fotoquelle: Cătălin Cîrnu, RRA)

und , 08.04.2026, 14:41

Geboren 1945 in Bukarest, war Lucescu zwischen 1981 und 1986 Trainer der rumänischen Fußballnationalmannschaft. In dieser Zeit gelang ihm die Qualifikation für die Europameisterschaft 1984 in Frankreich – damals ein Turnier, an dem nur die acht besten Teams Europas teilnahmen. Anschließend trainierte er Dinamo Bukarest, mit dem er einen Meistertitel und zwei Pokalsiege gewann sowie 1990 das Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger erreichte.

Danach zog es ihn nach Italien, wo er die Vereine Pisa, Brescia und Reggiana betreute. Die italienischen Fans gaben ihm den Spitznamen „Il Luce“, der sich weltweit im Fußball etablierte. 1997 kehrte er kurzzeitig nach Rumänien zurück und gewann mit Rapid Bukarest den Pokal. Später wurde er Trainer von Inter Mailand, verlor diesen Posten jedoch nach wenigen Monaten. Mit Rapid Bukarest holte er 1999 erneut den Meistertitel.

Von 2000 bis 2002 trainierte Lucescu Galatasaray Istanbul und gewann sowohl den UEFA-Supercup als auch die türkische Meisterschaft. Anschließend wechselte er zu Beşiktaş Istanbul, wo er ebenfalls den Meistertitel holte und das Team bis ins Viertelfinale des UEFA-Pokals führte. 2004 übernahm er Schachtjor Donezk und formte den ukrainischen Klub zu einer festen Größe im europäischen Fußball. Unter seiner Leitung gewann Schachtjor acht Meistertitel, sechs Pokale, sieben Superpokale sowie 2009 den UEFA-Pokal.

Später trainierte Lucescu Zenit Sankt Petersburg sowie die türkische Nationalmannschaft zwischen 2017 und 2019. Von 2020 bis 2023 stand er bei Dynamo Kiew unter Vertrag und führte den Verein zur ukrainischen Meisterschaft. 2024 kehrte er – nach 38 Jahren – als Nationaltrainer nach Rumänien zurück und blieb bis zum 2. April 2026 im Amt, nur wenige Tage vor seinem Tod.

Der Tod von Mircea Lucescu hat die internationale Fußballwelt erschüttert. Persönlichkeiten aus dem Sport, aktive und ehemalige Spieler, Vereine, Politiker und Vertreter aus Wirtschaft und Diplomatie würdigten den rumänischen Trainer. FIFA und UEFA bezeichneten ihn als „Legende, deren Vermächtnis für kommende Generationen bestehen wird“. Ehemalige Spieler nannten ihn „Mentor und Charakterbildner“, die internationale Presse sprach von einem „Visionär des Fußballs“. Der rumänische Präsident Nicușor Dan würdigte ihn als „Botschafter Rumäniens auf den großen Stadien der Welt“.

Seine Erfolge verdankte Mircea Lucescu seinem unermüdlichen Einsatz und seiner Leidenschaft für den Fußball – ein Sport, dem er bis zuletzt treu blieb. Im Jahr 2025 sagte er selbst: „Wo immer ich war, habe ich etwas hinterlassen. Deshalb kann ich mit 80 Jahren sagen, dass ich mit meinem Leben zufrieden bin.“

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