Nachrichten 23.08.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages im Überblick
Alex Sterescu, 23.08.2026, 18:00
Das rumänische Parlament kommt morgen zu einer dreitägigen Sondersitzung zusammen. Es ist die letzte Woche, in der Rumänien noch Vorgaben aus dem mit der EU vereinbarten Wiederaufbauplan erfüllen kann. Im Senat steht im Eilverfahren das Wasserstoffgesetz auf der Tagesordnung. Es gilt als wichtiger Meilenstein. Ohne seine Verabschiedung könnte Rumänien EU-Mittel in Höhe von 2,84 Milliarden Euro verlieren. Die Abgeordnetenkammer muss außerdem das Integritätsgesetz erneut beraten. Hinzu kommen neue Regeln für die Aufnahmeprüfungen an Gymnasien und Oberschulen. Unklar ist weiterhin die Verabschiedung des neuen Gehaltsgesetzes für den öffentlichen Dienst. Davon hängen weitere 770 Millionen Euro aus dem EU-Wiederaufbauplan ab. Die Frist läuft am 31. August ab. Der Gesetzentwurf wird nach den Gesprächen mit Präsident Nicușor Dan noch von den Parteien geprüft. Bisher unterstützen nur die Liberalen die aktuelle Fassung. Die Gewerkschaften lehnen sie entschieden ab.
Die rumänischen Behörden bereiten weitere Notmaßnahmen vor, um das Kernkraftwerk Cernavodă wieder in Betrieb nehmen zu können. Energieministerium und Hidroelectrica versuchen, den Durchfluss der Donau zu erhöhen. Für die Kühlung der Reaktoren wird dringend mehr Wasser benötigt. Bei Baziaș im Südwesten beträgt der Durchfluss derzeit nur 1.300 Kubikmeter pro Sekunde. Normal wären um diese Jahreszeit rund 3.900 Kubikmeter. Deshalb wird bereits zusätzliches Wasser aus Stauseen am Fluss Olt abgelassen. Gleichzeitig gehen die Baggerarbeiten im Flussbett weiter. Cernavodă verfügt zwar über zusätzliche Tiefbrunnen. Für einen Betrieb der Reaktoren mit voller Leistung reicht deren Wasser jedoch nicht aus. Dafür ist der hohe Durchfluss der Donau entscheidend. Rumänien muss derzeit täglich Strom importieren – zu hohen Preisen.
Rumänien verzeichnet innerhalb der Europäischen Union den stärksten Anstieg der Kraftstoffpreise. Nach Eurostat sind die Preise für Benzin und Diesel innerhalb eines Jahres um rund 24 Prozent gestiegen. Dahinter folgen Deutschland, Litauen und Bulgarien mit rund 22 Prozent. Die geringsten Preissteigerungen gab es in Schweden mit 1,2 Prozent und Irland mit drei Prozent. Ungarn ist das einzige EU-Land, in dem Kraftstoff im Juli günstiger war als ein Jahr zuvor. In Rumänien stieg der Dieselpreis allein im Juli gegenüber Juni um 4,6 Prozent. Benzin wurde dagegen um 0,8 Prozent billiger.
Rumäniens Außenministerin Oana Țoiu hat Äußerungen des israelischen Ministers für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, scharf zurückgewiesen. Sie bezeichnete dessen Aufruf zu weiteren tödlichen Angriffen im Gazastreifen als völlig inakzeptabel. Țoiu warnte vor einer Entmenschlichung und vor Aufrufen zu Gewalt. Solche Aussagen erschwerten die Bemühungen um eine friedliche Lösung des Konflikts. Menschenrechte seien ein grundlegender Bestandteil der rumänischen Außenpolitik. Rumänien unterstützt weiterhin eine Zwei-Staaten-Lösung. Zugleich bekräftigte die Ministerin, dass israelische Siedlungen im Westjordanland nach internationalem Recht illegal seien und Gewalt dort durch nichts zu rechtfertigen sei.
In Bukarest beginnt heute der Internationale George-Enescu-Wettbewerb. Das Eröffnungskonzert findet im Rumänischen Athenäum statt. Es spielt das Nationale Rundfunkorchester unter der Leitung von Cristian Măcelaru. Als Solisten treten die drei Preisträger des Wettbewerbs von 2024 auf: die Geigerin Mayumi Kanagawa, der Cellist Yo Kitamura und der Pianist Roman Lopatynskyi. Der Wettbewerb läuft bis zum 19. September. Junge Musiker aus aller Welt treten in den Kategorien Violine, Violoncello, Klavier und Komposition an.
Sport: Im Fußball bereitet sich der rumänische Meister Universitatea Craiova auf das entscheidende Rückspiel gegen Ararat-Armenia aus Eriwan vor. Die Partie findet am Donnerstagabend in Armenien statt. Das Hinspiel in Craiova endete 1:1. Craiova ist damit Rumäniens letzter verbliebener Vertreter im europäischen Vereinsfußball. Universitatea Cluj, CFR Cluj und FCSB aus Bukarest sind bereits in den Qualifikationsrunden ausgeschieden.
Wetter: Für Montag gilt in Bukarest und acht süd- und südwestlichen Kreisen eine gelbe Hitzewarnung. Zwischen 10 und 22 Uhr werden Höchsttemperaturen von 35 bis 37 Grad erwartet. Die gefühlte Temperatur steigt teils über die Belastungsgrenze, örtlich bleibt auch die Nacht tropisch mit Tiefstwerten um 20 Grad. Am Nachmittag sind in den Bergen sowie vereinzelt im Süden Gewitter möglich. In den Bergregionen der Kreise Argeș, Dâmbovița, Prahova und Buzău drohen Starkregen, Sturmböen bis 70 Stundenkilometer und örtlich kleiner Hagel.