Nachrichten 26.01.2026
Die Meldungen des Tages im Überblick.
Newsroom, 26.01.2026, 18:46
Bukarest: Drei Viertel der Rumänen sind der Ansicht, dass sich das Land in die falsche Richtung bewegt, während lediglich 19% glauben, dass der eingeschlagene Kurs richtig ist. Das geht aus einer landesweiten Meinungsumfrage hervor, die das Institut CURS in diesem Monat durchgeführt hat. Nach Angaben der Soziologen zeichnet die Untersuchung das Bild einer Gesellschaft, die von wirtschaftlichem Pessimismus und mangelndem Vertrauen in die politischen Institutionen geprägt wird. Ferner zeigen sich die Befragten zum großen Teil enttäuscht vom Fehlen von Führungspersönlichkeiten in der Gesellschaft, denen zugetraut wird und Orientierung und Stabilität bieten. Die Erwartungen der Bevölkerung für das laufende Jahr sind überwiegend negativ. 63 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich ihre wirtschaftliche Lage und ihr Lebensstandard verschlechtern werden, während 29 Prozent mit einer Stagnation rechnen. Zudem erwarten 90 Prozent steigende Preise. Was die Institutionen betrifft, genießen Armee, Kirche und Feuerwehr das höchste Ansehen. Am unteren Ende der Vertrauensskala stehen hingegen das Parlament, die Justiz, die Regierung, das Verfassungsgericht sowie das Präsidialamt. Auch das Vertrauen in die politischen Führungskräfte ist gering: viele Politiker verzeichnen Misstrauenswerte von mindestens 60 %. Würden am kommenden Sonntag Parlamentswahlen stattfinden, käme die nationalistische Oppositionspartei AUR auf 35 %der Stimmen, gefolgt von der PSD mit 23 %, der PNL mit 18 % und der USR mit 10 % – alle drei Teil der prowestlich Regierungskoalition. Die UDMR (Koalitionspartner) sowie SOS România (populistische Oppositionspartei) würden jeweils auf fünf % kommen.
Bukarest: 56% der Rumänen würden bei einem möglichen Referendum für die Vereinigung ihres Landes mit der benachbarten Republik Moldau stimmen. Dies geht aus einer landesweiten Meinungsumfrage hervor, die in diesem Monat durchgeführt wurde. Gleichzeitig geben 37% der Befragten an, ein solches Vorhaben nicht zu unterstützen, während 7 % keine klare Meinung dazu geäußert haben. Nach Einschätzung der Soziologen deuten diese Daten auf eine Mehrheit zugunsten der Vereinigung hin, zugleich aber auch auf ein erhebliches Maß an Ablehnung, was darauf schließen lässt, dass es sich um ein stark polarisierendes Thema im öffentlichen Raum handelt.
Bukarest: Ministerpräsident Ilie Bolojan wird in dieser Woche auf Einladung des deutschen Kanzlers Friedrich Merz zu einem offiziellen Besuch nach Deutschland reisen. Auf der Gespächsagenda stehen Themen wie die Stärkung der bilateralen Beziehungen, insbesondere im wirtschaftlichen Bereich und in der Rüstungsindustrie. Wie aus einer Mitteilung der deutschen Regierung hervorgeht, stehen zudem europapolitische Themen, die Lage in der Ukraine sowie Fragen der euroatlantischen Sicherheit auf der Agenda.
Kairo: Rumänien nimmt an diesen Tagen als Ehrengastland an der 57. Internationalen Buchmesse von Kairo teil und markiert damit 120 Jahre diplomatischer Beziehungen mit der Arabischen Republik Ägypten. Rumänien präsentiert in Kairo ein umfassendes Programm, das zeitgenössische Literatur, kulturellen Dialog, Übersetzung, akademische Forschung, Kulturdiplomatie, Kulturerbe und Bildung in den Mittelpunkt stellt. In Zahlen umfasst die rumänische Teilnahme an der Internationalen Buchmesse 30 Kulturveranstaltungen innerhalb von 13 Tagen, 60 Ehrengäste, darunter Autoren, Verleger, Übersetzer, Künstler, zehn erstmals ins Arabische übersetzte Buchtitel sowie die Beteiligung von zehn rumänischen Verlagen. Persönlichkeit der diesjährigen Buchmesse ist der Schriftsteller Naguib Mahfouz, Träger des Nobelpreises für Literatur.
Bukarest: Die Absicht der Regierung, am 29. Januar im Parlament die Vertrauensfrage mit Blick auf das Gesetzesprojekt zur Reform der öffentlichen Verwaltung zu stellen, bleibt unverändert. Das erklärte die Sprecherin der Exekutive in Bukarest, Ioana Dogioiu. Der liberale Ministerpräsident Ilie Bolojan betonte, dass die Maßnahmen im Verwaltungsbereich unter anderem darauf abzielen, die Eigeneinnahmen der lokalen Behörden zu erhöhen und die Personalausgaben in Gemeinden mit überdimensioniertem Mitarbeiterbestand zu senken. Die Sozial-Demokraten, die Teil der Regierungskoalition sind, forderten hingegen, dass die Regierung im Zuge der Verwaltungsreform zugleich auch die Verantwortung für Maßnahmen zur Wiederbelebung der Wirtschaft übernimmt.