Bergleute protestieren gegen Dekarbonisierungsprogramm der Regierung
Nach Protesten am Sitz des Unternehmens und in Târgu Jiu sind Bergleute des Energiekomplexes Oltenia nach Bukarest gekommen, um ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen.
Daniela Budu und Sorin Georgescu, 25.03.2026, 14:31
Rund 1 000 Beschäftigte des Energiekomplexes Oltenia im Südwesten Rumäniens haben am Dienstag vor dem Regierungssitz in Bukarest demonstriert. Sie zeigen sich unzufrieden über den Verlust von Arbeitsplätzen, das Fehlen sozialer Schutzmaßnahmen für Entlassene sowie die Perspektive der Schließung des Bergbaus ab dem Jahr 2030 – entsprechend den Verpflichtungen Rumäniens im Rahmen des Nationalen Aufbau- und Resilienzplans.
Die Proteste der Beschäftigten dauern bereits seit mehr als zwei Wochen an und begannen in Târgu Jiu. Einige Dutzend Bergleute reisten zudem nach Bukarest, wo sie vor dem Energieministerium in den Hungerstreik traten. Die Demonstrierenden kritisieren insbesondere, dass etwa 2 000 Beschäftigte mit befristeten Arbeitsverträgen ihren Arbeitsplatz verlieren könnten.
Ministerpräsident Ilie Bolojan führte am Dienstag Gespräche mit einer Delegation der Bergarbeitergewerkschaften über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens und die von den Beschäftigten vorgebrachten Beschwerden. Die Gewerkschaftsvertreter forderten entweder die Verlängerung der befristeten Arbeitsverträge oder die Zahlung von Ausgleichsleistungen für jene Beschäftigten, deren Verträge nicht erneuert werden.
Der Regierungschef erklärte jedoch, dass diesen Forderungen nicht entsprochen werden könne. Der von den Beschäftigten kritisierte Umstrukturierungsplan müsse entsprechend den eingegangenen Verpflichtungen umgesetzt werden. Diese Verpflichtungen sowie die wirtschaftliche Lage des Unternehmens – das im vergangenen Jahr Verluste von nahezu einer Milliarde Lei (rund 200 Millionen Euro) verzeichnete – hätten die derzeitigen Maßnahmen erforderlich gemacht, so Bolojan weiter. Er betonte zudem, dass die Maßnahmen auf Dokumenten basieren, die seit dem Jahr 2020 verabschiedet wurden und Teil eines national und auf europäischer Ebene genehmigten Programms zur Restrukturierung und Dekarbonisierung sind.
Ergänzend ist zu erwähnen, dass die Gewerkschaft „Muntele“, die Bergleute und Energiearbeiter des Energiekomplexes „Valea Jiului“ (Schiltal) – ebenfalls im Südwesten Rumäniens – vertritt, in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung ihre Solidarität mit den Protesten der Kollegen vom Komplex Oltenia bekundet hat. Zugleich wird darin betont, dass Regierung und Energieministerium Lösungen für die von den Gewerkschaften aufgezeigten Probleme finden müssten. Nach Angaben der Gewerkschaft sei es zudem notwendig, dass der Staat die Bedingungen für die Schließung der Bergwerke in Brüssel neu verhandelt. Der derzeitige Plan zur Stilllegung und ökologischen Umgestaltung der beiden Kohleabbaugebiete im Schiltal sieht als Endfrist den 31. Dezember 2026 vor – ein Zeitrahmen, der nach Einschätzung der Gewerkschaft nicht realistisch ist.
Wie die meisten europäischen Staaten hat sich auch Rumänien offiziell verpflichtet, bis Ende 2030 schrittweise aus der Kohleverstromung auszusteigen. Dieser Prozess hat bereits begonnen, unter anderem durch die Stilllegung einzelner Energieeinheiten. Die Maßnahme ist Teil der nationalen Dekarbonisierungsstrategie sowie des Nationalen Aufbau- und Resilienzplans. Kohlekraftwerke sollen künftig durch erneuerbare Energiequellen wie Solar- und Windparks sowie durch Gaskraftwerke ersetzt werden, wobei der Fokus auf grünen Technologien liegt, um die Energieversorgungssicherheit zu gewährleisten.