Europäisches Parlament verurteilt russische Drohnenangriffe
Das Europäische Parlament verurteilt die Drohnenangriffe in EU-Mitgliedstaaten, darunter Rumänien.
Roxana Vasile und Florin Lungu, 19.06.2026, 12:54
Die Europäische Union lässt sich von Russlands Destabilisierungskampagne nicht einschüchtern und ist entschlossen, die Sicherheit, Souveränität und territoriale Integrität aller ihrer Mitgliedstaaten zu verteidigen und die Ukraine weiterhin zu unterstützen. Dies geht aus einer Entschließung hervor, die am Donnerstag in Straßburg von einer großen Mehrheit der Abgeordneten verabschiedet wurde. Initiator des Dokuments ist der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, der Rumäne Viktor Negrescu.
Er erklärt, die Entschließung sei eine Reaktion auf die jüngsten Ereignisse in Rumänien. Dort drang innerhalb weniger Tage eine von Russland gestörte ukrainische Seedrohne unbemerkt in den Hafen von Constanța ein, explodierte und konnte nur durch Glück eine größere Katastrophe verhindern. Zudem stürzte eine russische Drohne in ein Wohnhaus in der Donaustadt Galați, wobei zwei Menschen verletzt und Sachschaden verursacht wurde.
Laut Europäischem Parlament sind Drohneneinsätze und Luftraumverletzungen über dem Gebiet der Europäischen Union keine Einzelfälle, sondern integraler Bestandteil der umfassenderen Strategie Russlands, die Union und ihre Verbündeten einzuschüchtern. Diese feindseligen Handlungen werden durch eine aggressive Desinformationskampagne verschärft, die darauf abzielt, die Bevölkerung in diesen Gebieten einzuschüchtern, Angst zu verbreiten, die lokale Wirtschaft zu schädigen und einen Vorwand für mögliche Vergeltungsmaßnahmen zu schaffen – so die Abgeordneten.
Sie bekunden ihre volle Solidarität mit Estland, Finnland, Lettland, Litauen und Rumänien, deren Territorium, Luftraum oder kritische Infrastruktur Ziel russischer hybrider Bedrohungen geworden sind. Sie betonen die dringende Notwendigkeit, die Produktion und Lieferung prioritärer militärischer Ausrüstung an die Ukraine zu beschleunigen, insbesondere von Luftverteidigungssystemen, Munition, Drohnen und Raketen.
Im Kampf gegen die russische Drohnenbedrohung ist die Zusammenarbeit mit der Republik Moldau neben der Ukraine für die operative Effizienz und den Informationsaustausch unerlässlich. Daher – so die Abgeordneten – müssen die Mitgliedstaaten die Finanzierung von Chișinău über die Europäische Friedensfazilität erhöhen. Die Resolution fordert zudem die dringende Schaffung einer echten Europäischen Verteidigungsunion und betont, dass eine vertiefte Integration, Koordinierung und Bündelung von Ressourcen unerlässlich für eine wirksame Reaktion auf die wachsenden Bedrohungen durch Russland sind.
Die Ostflanke der Union und der NATO muss ebenfalls umfassend gestärkt werden, von der Arktis bis zum Schwarzen Meer, zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Parallel dazu gab Rumäniens Präsident Nicușor Dan in Brüssel beim Treffen der Staats- und Regierungschefs der EU bekannt, dass Portugal und die Slowakei Rumänien Drohnenabwehrausrüstung angeboten haben. Damit erhöht sich die Zahl der europäischen oder verbündeten Staaten, die Rumänien solche Hilfe leisten, auf sechs. Zuvor hatten bereits die Vereinigten Staaten, Frankreich, Italien und Spanien entsprechende Ankündigungen gemacht.