Moldauischer Premierminister in Bukarest: Republik Moldau weiterhin auf EU-Kurs
Der moldauische Premierminister Alexandru Munteanu hat bei einem offiziellen Besuch in Bukarest die Zusicherung erhalten, dass die Republik Moldau weiterhin auf die Unterstützung Rumäniens zählen kann.
Daniela Budu und Sorin Georgescu, 01.04.2026, 15:46
Bei dem Treffen mit Präsident Nicușor Dan am Dienstag betonte Munteanu, dass die Republik Moldau dauerhaft auf Rumäniens Hilfe bauen könne – sei es beim EU-Beitritt, bei der Sicherung der Energieversorgung oder bei der Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegenüber hybriden Bedrohungen. Zugleich hob er hervor, dass beide Staaten „zahlreiche große Projekte“ vorantreiben, die den bilateralen Beziehungen zunehmend Gewicht verleihen. Besonders wichtig seien grenzüberschreitende Projekte in den Bereichen Energie, Infrastruktur, Verkehr und digitale Netze, die die Anbindung der Republik Moldau an die Europäische Union über Rumänien stärken sollen.
Auch Premierminister Ilie Bolojan versicherte seinem moldauischen Amtskollegen die fortwährende Unterstützung Rumäniens – sowohl auf bilateraler Ebene als auch im Hinblick auf den europäischen Integrationsprozess. Rumänien unterstütze den europäischen Kurs der Republik Moldau und begrüße den Beginn der technischen Verhandlungen mit der Europäischen Union. Dieser Prozess werde auch politisch weiter begleitet. Zudem arbeiteten rumänische Experten eng mit den Regierungsbehörden in Chișinău zusammen, um Gesetzgebung und Praxis an europäische Standards anzupassen. Bolojan sprach sich darüber hinaus für eine Intensivierung des bilateralen Handels sowie für verstärkte Investitionen aus, die zur Schaffung von Arbeitsplätzen und neuen Chancen für Unternehmen beitragen sollen.
Seinerseits dankte Ministerpräsident Alexandru Munteanu der rumänischen Regierung für die Unterstützung und die Zusammenarbeit. Die Regierung in Bukarest sei „für uns Teil der Familie“, erklärte er. Man arbeite eng zusammen und bringe gemeinsame Projekte in allen Bereichen voran. Bei den Gesprächen standen unter anderem der Stand der gemeinsamen Vernetzungsprojekte, bessere Bedingungen für den Grenzverkehr von Personen und Waren sowie die strategische Zusammenarbeit in den Bereichen Energie- und Verkehrsinfrastruktur im Mittelpunkt.
In einer Rede bei einer Fachveranstaltung in Bukarest wies Munteanu zudem darauf hin, dass sein Land mit mehreren Krisen konfrontiert sei, die durch die Konflikte in der Ukraine und im Golfraum ausgelöst worden seien. Die Republik Moldau sei von steigenden Preisen, Störungen in der Energieversorgung, Umweltbelastungen der Flüsse sowie Verletzungen des Luftraums durch Drohnen betroffen. Europa insgesamt stehe vor „außergewöhnlichen Spannungen“, nicht nur an seinen Grenzen, sondern auch im Hinblick auf Wirtschaft und Institutionen, so der Premier.
Zugleich betonte Munteanu, dass die moldauischen Behörden bereits Reformen auf den Weg gebracht hätten, die bis 2030 wirksam werden sollen. Die Republik Moldau habe die technischen Verhandlungen über einen EU-Beitritt aufgenommen und setze derzeit alle notwendigen Vorbereitungsmaßnahmen und Reformen um, versicherte der Premierminister Alexandu Munteanu.