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Moody’s bestätigt Rumäniens Rating – aber warnt vor Haushaltsrisiken

Wie steht es um die Kreditwürdigkeit Rumäniens? Die amerikanische Ratingagentur Moody’s hat ihre aktuelle Einschätzung vorgelegt – mit Licht und Schatten.

Foto: pixabay.com
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und , 15.09.2025, 15:16

Die amerikanische Ratingagentur Moody’s hat entschieden, Rumänien weiterhin in der Kategorie „Investitionsempfehlung” (Rating BAA3) mit negativem Ausblick einzustufen. Grundlage der Bewertung sind die jüngsten Maßnahmen der Regierung zur Senkung des Haushaltsdefizits, etwa die Erhöhung der Mehrwertsteuer und die Abschaffung von Energiesubventionen. Diese Schritte haben die finanziellen Aussichten des Landes zwar verbessert, doch Moody’s warnt: Es bestehen nach wie vor erhebliche Risiken – vor allem bei der politischen Unterstützung für die Reformen, bei der Ausgabendisziplin und beim Erreichen der Ziele zur Steigerung der Staatseinnahmen.

Die Bewertungen internationaler Ratingagenturen sind entscheidend für die Zinssätze, zu denen sich Staaten auf den Auslandsmärkten Geld leihen können. Höhere Kosten schlagen sich anschließend auch in den Krediten für Unternehmen und Privatpersonen nieder. Das Finanzministerium verweist darauf, dass Moody’s das aktuelle Rating Rumäniens unter anderem mit dem soliden Wachstumspotenzial der Wirtschaft und einem im Vergleich zu ähnlich eingestuften Ländern hohen Einkommensniveau begründet. Zugleich weist die Agentur aber auch auf Schwächen hin: Das Kreditprofil des Landes bleibt anfällig für Risiken – vor allem wegen der geopolitischen Lage und der unmittelbaren Nähe zum Krieg in der Ukraine.

Dass Moody’s den negativen Ausblick beibehält, begründet die Agentur mit erheblichen Risiken bei der Umsetzung des ehrgeizigen Konsolidierungsprogramms der Regierung. Die Maßnahmen entsprechen zusammen mehr als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Jahre 2025 und 2026. Dazu zählen vor allem die Erhöhung der Mehrwertsteuer sowie das Einfrieren von Löhnen und Renten im öffentlichen Sektor. Laut Moody’s könnte das Defizit dadurch bis 2026 auf 6,1 Prozent des BIP sinken – nach zuvor geschätzten 7,7 Prozent. Ab 2027 erwartet die Agentur einen weiteren Abbau der Defizite und eine Stabilisierung der Staatsverschuldung bei rund 65 Prozent des BIP. Damit sieht Moody’s Rumänien trotz eines schwierigen Umfelds auf einem glaubwürdigen Weg der Haushaltskonsolidierung.

„Dieser Weg ist nicht ohne Herausforderungen. Das Vertrauen der Investoren und internationalen Partner hängt davon ab, wie konsequent wir die Haushaltskonsolidierung fortsetzen“, betont Finanzminister Alexandru Nazare. Moody’s weist darauf hin, dass eine fehlende Umsetzung des Konsolidierungsplans der Regierung der wichtigste Grund für eine mögliche Herabstufung des Länderratings wäre. In diesem Fall würden sich die zentralen fiskalischen Kennzahlen Rumäniens deutlich schlechter entwickeln als derzeit prognostiziert. Auch ein Anstieg der geopolitischen Risiken durch den Krieg in der Ukraine oder zunehmender Druck bei der Finanzierung des hohen Leistungsbilanzdefizits könnten laut Agentur zu einer negativen Neubewertung führen.

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