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Schicksalswahl in der Republik Moldau: Zwischen Europa und Russland

In der Republik Moldau steht Ende September eine Parlamentswahl an – und sie gilt als die wichtigste seit der Unabhängigkeit. Im Kern geht es um die Zukunft des Landes: Europa oder Russland? Der Wahlkampf wird begleitet von massiven Einmischungen aus Moskau und einer Welle von Desinformation.

foto: Radio Chișinău
foto: Radio Chișinău

, 22.09.2025, 14:13

„Die wichtigste Wahl seit der Unabhängigkeit“ – so wird die Parlamentswahl in der Republik Moldau am 28. September beschrieben. 101 Sitze sind zu vergeben, 15 Parteien, vier Wahlblöcke und vier unabhängige Kandidaten treten an. Im Mittelpunkt stehen jedoch die Favoriten der Umfragen: die pro-europäische Regierungspartei PAS und zwei pro-russische Oppositionsbündnisse, der Patriotische Wahlblock und der Alternativblock. Die PAS, geführt von Präsidentin Maia Sandu, verspricht, das Land bis 2030 in die EU zu führen.

Auf der Gegenseite setzt die pro-russische Opposition auf eine Annäherung an Moskau und die vom Kreml kontrollierte Eurasische Wirtschaftsunion. Für Russland wäre eine freundliche Republik Moldau von großem Vorteil – gerade vor dem Hintergrund des Krieges gegen die Ukraine. Der Wahlkampf in dem Land, in dem die Mehrheit Rumänisch spricht, steht deshalb unter massivem Druck aus Moskau. Dem Kreml wird vorgeworfen, die moldauische Politik mit illegalen Finanzierungen, Stimmenkauf und bezahlten Protesten zu beeinflussen – flankiert von einer breiten Desinformationskampagne in den sozialen Netzwerken.

Die BBC hat nach eigenen Angaben neue Beweise für eine verdeckte Desinformationskampagne entdeckt – unterstützt von Russland und mit dem Ziel, eine kremlfreundliche Regierung in Chișinău an die Macht zu bringen. Ein Undercover-Reporter traf dabei einen Koordinator aus dem Umfeld des in Moskau ansässigen moldauischen Oligarchen Ilan Shor. Er soll ihn und andere angewiesen haben, im Gegenzug für Geld aus Russland falsche Berichte über Präsidentin Maia Sandu zu verbreiten.

Ein ähnliches Bild zeichnete Präsidentin Maia Sandu vor kurzem im Europäischen Parlament in Straßburg. Der europäische Weg ihres Landes sei eine Frage des Überlebens, betonte sie. Russland habe dafür sein gesamtes hybrides Arsenal aufgefahren – und die Wahlen seien das Schlachtfeld. „Einmischung in unsere Wahlen, illegale Finanzierungen, Lügenkampagnen, Cyberangriffe, bezahlte Proteste – das sind die Methoden, mit denen Moldau auf seinem Weg nach Europa aufgehalten werden soll“, sagte Sandu.

Das Europäische Parlament hat unterdessen eine Resolution verabschiedet, die den europäischen Kurs der Republik Moldau bekräftigt – trotz hybrider Bedrohungen und Einmischungen aus Russland. Auch der moldauische Botschafter in Bukarest, Victor Chirilă, sprach von einem „totalen hybriden Krieg“, den Moskau gegen sein Land führe. Selbst Teile der orthodoxen Kirche, die der Moskauer Patriarchie unterstehen, würden dafür instrumentalisiert – mit dem Ziel, Misstrauen gegen die Institutionen und die europäische Integration zu schüren.

Dem Diplomaten schlossen sich acht ehemalige US-Botschafter in Bukarest und Chişinău an. In einem öffentlichen Brief warnen sie, dass ein Sieg der pro-russischen Kräfte die regionale Sicherheit erschüttern, die Ostflanke der NATO bedrohen und dem Kreml einen neuen Stützpunkt für Aggressionen gegen Rumänien und die Ukraine bieten würde. Die amerikanischen Diplomaten appellieren an die moldauischen Bürger, den europäischen Kurs der Republik zu unterstützen und sich für Wahrheit, Freiheit und Demokratie zu entscheiden.

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