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Studierende protestieren – Regierung kürzt Stipendien

Die angekündigten Kürzungen bei den Bildungsstipendien sorgen weiter für Diskussionen – sowohl im Hochschulbereich als auch bei Schülerstipendien. Studierende protestieren, Minister und Präsident verteidigen die Pläne.

Studenții, nemulțumiți de
Studenții, nemulțumiți de

und , 27.06.2025, 14:39

Die neue Koalitionsregierung macht keinen Hehl daraus: Es stehen harte Sparmaßnahmen bevor. Im ganzen öffentlichen System soll Geld eingespart werden – denn die hohen Ausgaben im Wahljahr haben ein großes Loch in den Staatshaushalt gerissen. Die Zeche zahlen am Ende alle Rumänen – auf die eine oder andere Weise. Auch Studierende sind betroffen: Eine neue Berechnungsmethode wird ihre Stipendien kürzen. Dagegen regt sich nun Protest. Der Nationale Verband der rumänischen Studentenorganisationen hat am Donnerstag in Bukarest und anderen großen Universitätsstädten Demonstrationen organisiert – gegen die geplanten Kürzungen bei den Stipendien.

Nach den Plänen der Regierung sollen Stipendien künftig nicht mehr auf Basis des Bruttomindestlohns, sondern des Nettomindestlohns berechnet werden. Für Studierende würde das konkret heißen: statt rund 370 Lei – also etwa 74 Euro – gäbe es nur noch 220 Lei, also 44 Euro pro Monat. Das würde den Stipendienfonds um etwa 40 Prozent schrumpfen – warnen die Studentenverbände. Weniger Geld bedeutet auch: weniger Stipendien. Die Studierenden befürchten, dass dadurch vor allem junge Menschen aus armen Verhältnissen vom Studium abgehalten werden. Bildung dürfe nicht der Ort für Einschnitte sein, sagen sie – denn das verschärfe nur die sozialen Ungleichheiten.

Aus Sicht der Studierenden ist klar: Das Haushaltsdefizit lässt sich nicht auf dem Rücken der jungen Generation abbauen. Schon jetzt seien die Stipendien zu niedrig – sagen sie. Noch weniger Unterstützung würde es vielen schlicht unmöglich machen, ein Studium aufzunehmen oder weiterzuführen.

Das Stipendium, das wir haben, deckt nicht einmal die Grundkosten – zum Beispiel nicht einmal die Miete in Bukarest. Man muss sich selbst versorgen, man braucht als Student Zugang zu Lebensmitteln und anderen Dienstleistungen. Wir haben viele Kollegen, die einen zweiten Job annehmen müssen, weil sie mit dem aktuellen Stipendium nicht auskommen. Das verschlechtert natürlich die akademischen Leistungen und erhöht die Abbrecherquoten. Und das kann auch einen Präzedenzfall schaffen – ich meine: Sie haben unsere Transportzuschüsse gekürzt, jetzt wollen sie unsere Stipendien kürzen… Was kommt als nächstes?

Bildungsminister Daniel David verteidigte die Kürzungspläne. Rumänien sei, so wörtlich, eines der Länder mit dem „stärksten Stipendienmechanismus“ im öffentlichen System. Angesichts der Haushaltslage müsse dieser aber in vertretbarem Rahmen reduziert werden.

Die Kürzung des Stipendienfonds ist zwar geringer als 2024, aber sie liegt zehn Prozent über dem Stand von 2023. In den ersten Schätzungen, die wir zu diesem Zeitpunkt machen, wird sie jedoch fast dreimal so hoch sein.

Präsident Nicușor Dan, ein ehemaliger internationaler Mathematik-Olympiasieger, wurde auch zur Verringerung der Zahl der Stipendien befragt, diesmal für die Studenten im voruniversitären Bereich. Der Präsident sagte, das derzeitige System sei unausgewogen und es sei abnormal, das, was derzeit 30% der Studenten erhalten, „Verdienst“ zu nennen.

Foto: facebook.com/CNAIRSA/photos
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