Untersuchungen und Diskussionen über Drohnen
Präsident Nicușor Dan unterstützt die Berücksichtigung des schweren Drohnenvorfalls in Galați in den Schlussfolgerungen des Europäischen Rates nächste Woche.
Roxana Vasile und Florin Lungu, 10.06.2026, 17:00
Präsident Nicușor Dan telefonierte am Dienstag mit dem Präsidenten des Europäischen Rates, Antonio Costa. Er teilte ihm mit, dass der Drohnenvorfall in Galați (Südosten) in die Schlussfolgerungen des hohen europäischen Forums aufgenommen werden sollte, das am 18. und 19. Juni in Brüssel tagt. „Ich unterstütze die Berücksichtigung des schweren Drohnenvorfalls in Galați in den Schlussfolgerungen des Europäischen Rates und die Verschärfung der Verurteilung des Vorgehens Russlands, das den Konflikt durch die wiederholte und inakzeptable Verletzung des Luftraums der Mitgliedstaaten der Europäischen Union weiter eskaliert. Diese Taktiken sind unerträglich und müssen unbedingt entschieden verurteilt werden“, schrieb das Staatsoberhaupt in einem sozialen Netzwerk.
Er erklärte, Rumänien werde die Projekte der Initiative „Eastern Flank Watch“ weiterverfolgen, um sie in Ergänzung zu NATO-Initiativen operativ umzusetzen und so die europäische Verteidigung und Sicherheit zu gewährleisten. Dieses Projekt – das auf der Idee einer „Anti-Drohnen-Mauer“ basiert und im September letzten Jahres von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erstmals vorgeschlagen wurde – zielt darauf ab, die Russland am nächsten gelegenen Länder vor Luftangriffen zu schützen. Laut Euractiv forderte EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius am Montag während eines informellen Treffens der Verteidigungsminister in Zypern die europäischen Hauptstädte auf, bis Ende des Monats Vorschläge für Projekte von gemeinsamem Interesse abzuschließen und der Initiative „Eastern Flank Watch“ Priorität einzuräumen.
Der Vorfall in Galați ereignete sich in der Nacht vom 28. auf den 29. Mai. Damals traf eine russische Drohne vom Typ Geran 2 einen Wohnblock und explodierte. Zwei Menschen wurden verletzt, und es entstand Sachschaden. Eine Woche nach diesem Vorfall, am 5. Juni, detonierte eine im rumänischen Hafen Constanța am Schwarzen Meer entdeckte Seedrohne selbstständig, ohne jedoch Opfer zu fordern. Die ukrainischen Seestreitkräfte bestätigten, dass es sich um eine ukrainische Drohne handelte, die nach Störungen durch russische Systeme der elektronischen Kampfführung die Kontrolle verloren hatte, von ihrem Kurs abwich und auf die rumänische Küste zutrieb.
In Bukarest gab die Generalstaatsanwaltschaft bekannt, die Ermittlungen im Fall der Seedrohne im Hafen von Constanța auf den Verdacht der Zerstörung mit besonders schwerwiegenden Folgen ausgeweitet zu haben. Zuvor waren bereits am 5. Juni Staatsanwälte der dem Gericht in Constanța zugeordneten Staatsanwaltschaft von Amts wegen tätig geworden, nachdem die Anwesenheit eines militärischen Geräts im Hafengebiet gemeldet worden war. Der Fall wurde von der Staatsanwaltschaft des Berufungsgerichts Constanța übernommen, und es wurde ein Ermittlungsverfahren zur Aufklärung des Sachverhalts eingeleitet.