Rückblick auf die Woche 26.10.2026 – 30.10.2026
Russische Sabotage +++ Haushaltskonsolidierung +++ Moldau-Besuch +++ Schwarzmeer-Verteidigung +++ Wiederkäuer-Impfung +++ Handball Champions League
Ştefan Stoica und Florin Lungu, 31.10.2026, 12:00
Russische Sabotage in Rumänien, Moskau dementiert
DIICOT – Die Anti-Mafia- und Anti-Terror-Staatsanwaltschaft und der rumänische Geheimdienst haben diese Woche die kriminellen Aktivitäten dreier ausländischer Staatsbürger – zweier Belarussen und eines Ukrainers – dokumentiert und veröffentlicht. Laut dem rumänischen Geheimdienst (SRI) sind die drei Mitglieder eines von Russland koordinierten Sabotagenetzwerks an der Explosion und dem Brand beteiligt, die sich im September auf einer Industrieplattform in Brașov (Zentralrumänien) ereigneten. Die Plattform gehört zu einer Tochtergesellschaft von Romarm, dem größten rumänischen Hersteller von Militärausrüstung. Die Ermittlungen wegen versuchter Sabotage dauern an, und die notwendigen Schritte zur Auslieferung der drei nach Rumänien werden eingeleitet. Die Missionen des von Moskau koordinierten Sabotagenetzwerks beschränkten sich laut SRI nicht auf Rumänien. Das rumänische Außenministerium bestellte den russischen Botschafter in Bukarest ein und protestierte entschieden gegen die Sabotageaktion. Laut rumänischer Seite ist Moskaus Beteiligung durch Beweise belegt, und der Vorfall ist Teil einer Reihe von hybriden Kriegshandlungen, die Russland gegen europäische Staaten durchführt. Bukarest verurteilte zudem die systematischen Angriffe russischer Streitkräfte auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer. Erwartungsgemäß wies der russische Vertreter die Anschuldigungen zurück und erklärte, sein Land habe keine Sabotageakte auf rumänischem Territorium geplant oder durchgeführt.
Endlich die lang erwartete Haushaltskonsolidierung
Die neue Regierung in Bukarest hat die erste Haushaltskonsolidierung des Jahres durchgeführt – eine Notfallkonsolidierung, da andernfalls die Gefahr der Übernahme einiger Institutionen bestanden hätte. Zusätzliche Mittel werden für das Gesundheitswesen (das am stärksten profitiert), die Landwirtschaft, Renten, Gehälter, Investitionen sowie für die Kommunen bereitgestellt. Zu den Ministerien, die Kürzungen hinnehmen müssen, gehören Entwicklung, Bildung, Energie und Verkehr. Das Finanzministerium hält das Defizit bei 6,2 % des BIP. Für die kommende Periode wird eine zweite Budgetrevision vorbereitet, nachdem das zuständige Ministerium die Finanzlage geprüft und einen Bericht veröffentlicht hat. Auf die von den Ministerien beantragten 60 Milliarden Lei (über 11 Milliarden Euro) angesprochen, erklärte Finanzminister Alexandru Nazare, dies sei viel zu hoch für das, was Rumänien sich derzeit leisten könne.
Der neue rumänische Ministerpräsident in Chișinău
An den privilegierten und besonderen Beziehungen zwischen Rumänien und der benachbarten Republik Moldau ändert sich nach der Amtseinführung des Kabinetts von Luca Niculescu nichts. Er hielt sich an die Tradition und absolvierte diese Woche seinen ersten offiziellen Auslandsbesuch in Chișinău, wo er Bukarests Engagement für die Stärkung der Beziehungen zur Republik Moldau bekräftigte. Die beiden Staaten werden die Fertigstellung gemeinsamer Infrastruktur- und Energieprojekte beschleunigen und ihre Wirtschaftsbeziehungen vertiefen, erklärten die Ministerpräsidenten Vasile Tofan und Luca Niculescu. Der Regierungschef in Bukarest bekräftigte Rumäniens Unterstützung für die Republik Moldau im Prozess der europäischen Integration, der Sicherheit und der Stärkung der Energieunabhängigkeit. Der moldauische Ministerpräsident Vasile Tofan erklärte seinerseits, die Behörden beabsichtigten, gemeinsame Projekte mit Rumänien zu beschleunigen, insbesondere solche zur Verbesserung der Konnektivität zwischen den beiden Staaten.
Trilaterales Treffen mit Fokus auf das Schwarze Meer
Mitte der Woche trafen sich in Sofia die Verteidigungsminister Rumäniens, Bulgariens und der Türkei. Radu Oprea, Dimitar Stoyanov und Yaşar Guler erörterten die notwendigen Maßnahmen zur Stärkung der Zusammenarbeit sowohl innerhalb der Allianz als auch der trilateralen Kooperation im Schwarzen Meer. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, eine Eskalation zu verhindern, Menschenleben zu schützen und die Sicherheit ziviler Aktivitäten im Schwarzen Meer zu gewährleisten. Minister Oprea verurteilte die Angriffe auf Handelsschiffe aufs Schärfste und betonte, dass diese eine erhebliche Eskalation der Risiken im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine darstellten. Er hob die Notwendigkeit hervor, die Freiheit der Schifffahrt zu respektieren und zivile Schiffe sowie die maritime Infrastruktur zu schützen. Der rumänische Würdenträger betonte die Notwendigkeit, die Maßnahmen zum Schutz kritischer Infrastrukturen und Energieanlagen in Rumäniens ausschließlicher Wirtschaftszone zu verstärken. Die Parteien vereinbarten, den Informationsaustausch zu intensivieren und die Koordinierung zwischen den Seestreitkräften der drei Staaten zu verbessern.
Impfung von kleinen Wiederkäuern
Die Notimpfkampagne für Schafe und Ziegen hat in den Landkreisen Constanța und Tulcea im Südosten Rumäniens begonnen. Diese Landkreise sind strategisch wichtig für Rumänien, da Schaf- und Ziegenherden von dort in Drittländer exportiert werden. Rumänien hat alle 1,1 Millionen Impfdosen gegen Schaf- und Ziegenpocken sowie die Pest der kleinen Wiederkäuer erhalten, die von der Europäischen Union kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. Um die Ausbreitung der Krankheiten zu verhindern, gelten in Rumänien weiterhin vorübergehende Beschränkungen für den Transport von Schafen und Ziegen. Das von der Europäischen Kommission verhängte Exportverbot für Schafe und Ziegen aus Rumänien in Drittländer bleibt bis zum 31. Dezember bestehen, zusätzlich zu den bereits bestehenden Beschränkungen für Lieferungen in EU-Mitgliedstaaten. Das Landwirtschaftsministerium kündigte an, sich bei der Europäischen Kommission für eine frühere Aufhebung der Exportbeschränkungen einzusetzen.
Handball auf höchstem Niveau
Meister Dinamo Bukarest hat sich am Donnerstagabend nach einem deutlichen Auswärtssieg gegen den französischen Verein Montpellier im letzten Gruppenspiel der Champions League für die Hauptgruppe der Männer qualifiziert. Dinamos Qualifikation war auch dem Sieg des Titelverteidigers FC Barcelona (Spanien) in Dänemark gegen Aarhus zu verdanken. Barça beendete die Vorrunde als Gruppenerster mit 12 Punkten, gefolgt von Dinamo mit 5 Punkten.