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Europäische Klimaneutralität bis 2050: ein zu ehrgeiziges Ziel?

Europa will bis 2050 klimaneutral werden. Dafür müssen die Treibhausgasemissionen auf Null reduziert oder durch CO2-Entnahme wieder ausgeglichen werden.

(Foto: pixabay.com)
(Foto: pixabay.com)

, 24.10.2025, 14:49

Die Europäische Union hat dieses Ziel im Rahmen des europäischen Grünen Deals als rechtsverbindliches Ziel festgelegt und strebt darauf  an, der erste klimaneutrale Kontinent zu werden. Dieses ehrgeizige Ziel sieht eine Umgestaltung der Sektoren Industrie, Energie, Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft und Forstwirtschaft vor. Das Thema ist sensibel und dringlich, denn die Umweltverschmutzung gilt derzeit als die größte globale Herausforderung. Giftige Luft verkürzt das Leben, Plastik erstickt die Ozeane, und der Klimawandel ist längst nicht mehr nur eine Theorie, sondern eine Realität, die wir atmen, sehen und jeden Augenblick spüren. Eine Realität, die Verantwortung von Regierungen und Unternehmen fordert. Aber auch von jedem Einzelnen, angefangen bei der Reduzierung von Lebensmittelabfällen über die bevorzugte Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel bis hin zum Recycling. Umweltverschmutzung bedeutet auch mit Pestiziden vergiftete Böden oder nicht gesammelte Elektronikabfälle, und jede nachlässige Handlung kommt in Form von kontaminierten Lebensmitteln oder Atemwegserkrankungen auf uns zurück.

 

 

Oana Neneciu von der Stiftung Ecopolis erläutert: „Aggressive industrielle Verschmutzung ist in der Tat ein Thema. Aber was uns in den Städten widerfährt, ist, dass wir mit alarmierenden Werten an Feinstaubbelastung leben, den wir weder sehen noch riechen können und der mit der Zeit langsam aber sicher unsere Gesundheit stark beeinträchtigt. Daher auch die Berichte der Weltgesundheitsorganisation, die jedes Jahr auf diese Luftverschmutzung in Ballungsräumen aufmerksam macht. Es handelt sich nicht um industrielle Verschmutzung, die man unbedingt riechen oder sehen kann. Es handelt sich hingegen um eine unsichtbare Verschmutzung, die jedes Jahr weltweit über acht Millionen Menschen vorzeitig tötet. Kurz gesagt bedeutet das Ziel der Europäischen Union, klimaneutral zu werden, weniger CO2-Emissionen, mehr grüne Energie, sauberen Verkehr und intelligente Städte.”

 

 

Bis 2050 investiert Brüssel massiv in erneuerbare Energien, Innovation und Öko-Bildung. Ein Mentalitätswandel, der idealerweise weltweit stattfinden sollte,  sagen Umwelt-Experten. Doch weniger als einen Monat vor der 30. Klimakonferenz der USA haben mehr als die Hälfte der Länder weltweit noch keinen Plan zur Reduzierung der CO2-Emissionen, sagt der Präsident der unabhängigen Organisation Energy Policy Group, die sich mit Energie- und Klimapolitik befasst, Radu Dudău.  Bei einer Fachveranstaltung in Bukarest wies er darauf hin, dass die Klimadiplomatie mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert ist, darunter auch der Rückzug der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen. Radu Dudău:  „Wir befinden uns derzeit in einer kritischen Phase, da einige der Grundlagen der Klimadiplomatie in Frage gestellt werden. Weltweit herrscht Verwirrung hinsichtlich des wissenschaftlichen Konsenses und insbesondere der öffentlichen Wahrnehmung der  Grundlagen der Klimawissenschaft.

 

 

Obwohl wir von einer sehr soliden Klimawissenschaft sprechen, scheint die öffentliche Akzeptanz weltweit zu schwinden. Es gibt also viele Herausforderungen, und die Mitgliedstaaten der UN-Klimakonvention müssen ihre national festgelegten Beiträge vorlegen. Konkret müssen sie genau sagen, was sie tun werden und welche Ziele sie sich setzen, um die CO2-Emissionen zu reduzieren. Investitionen in den Technologietransfer in Entwicklungsländer werden von entscheidender Bedeutung sein, da die sehr großzügigen Zusagen der Vergangenheit offenbar nicht eingehalten werden und unter den derzeitigen Umständen kaum zu erfüllen sind. Der Klimawandel macht nicht an Grenzen Halt, und Maßnahmen im Klimabereich sind eine strategische Investition in unsere kollektive Sicherheit, Gesundheit und Wohlstand.”

 

 

Experten im Klimabereich machen darauf aufmerksam, dass die Städte aufgrund der Umweltverschmutzung immer unerträglicher werden. Grațian Mihăilescu, Gründer der Plattform UrbanizeHub erläutert: „Wir sehen, wie die Sommer in Bukarest jetzt sind. Und deshalb sind städtische Veränderungen notwendig. Wir brauchen gute Luftqualität, wir brauchen Lebensqualität, wir brauchen Grünflächen, wir brauchen Stadtplanung, wir müssen den CO2-Fußabdruck von Gebäuden reduzieren.“ Jede Geste zählt, denn jedes Auto, das an uns vorbeifährt, jede weggeworfene Verpackung und jeder Rauch, der aus einer Produktionsstätte aufsteigt, trübt das Bild der Luft, die wir atmen, noch mehr. Offizielle Daten zeigen, dass allein in diesem Jahr bis September 32.000 Menschen in Europa aufgrund der durch den Klimawandel verursachten Hitzewellen gestorben sind.

 

 

Foto: Mediamodifier / pixabay.com
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