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„Alice On and Off”: ein Film über Frauen, die Traumata durchbrechen

Isabela Tent hat ihr Debüt als Dokumentarfilmregisseurin mit der Produktion „Alice On and Off” gegeben.  Die Dokumentation handelt von einer jungen Frau, die ihr Leben lang in einem Trauma gefangen war.

https://www.facebook.com/PremiileGopo/
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, 13.12.2025, 15:40

Da ihr die Liebe der Eltern fehlt, verliebt sich die 16-jährige Alice in Dorian, einen Mann über 50, heiratet ihn und bringt einen kleinen Jungen namens Aristo zur Welt. Um ihr Kind großzuziehen, muss Alice ihr Kunststudium aufgeben und verdient ihr Geld mit Video-Chats. Wegen der finanziellen Schwierigkeiten, sucht sie Zuflucht in Drogen. Sie kämpft gegen ihre Sucht und versucht, für ihren Sohn da zu sein, scheitert aber offenbar.  Der Film wurde im Vorjahr mehrfach ausgezeichnet: mit dem Preis der Rumänischen Filmtage für das beste Debüt und dem FIPRESCI-Preis beim TIFF/Transilvania International Film Festival sowie dem Preis für den besten rumänischen Dokumentarfilm beim Astra Film Festival. 2025 erhielt „Alice On & Off” den Gopo-Preis für den besten Dokumentarfilm.

 

 

Der Film feierte seine Weltpremiere beim Krakow Film Festival in Polen und wurde auch bei anderen bedeutenden Filmfestivals wie dem Sarajevo Film Festival, Indie Cork in Irland und Doku Baku in Aserbaidschan gezeigt, wo er den Sonderpreis der Jury erhielt. Isabela Tent, die zu RRI eingeladen war, erzählte, dass sie als Teenagerin Neurochirurgin werden wollte. Die Teilnahme an einem Workshop von Let’s Go Digital!, einem der beliebtesten Projekte des Internationalen Filmfestivals Transilvania, dessen Ziel es ist, die Filmausbildung unter Jugendlichen zu fördern und neue Talente zu entdecken, hat jedoch ihr Leben verändert.

 

 

„Am Ende dieses Workshops hatten wir ein Treffen mit den Teilnehmern und Koordinatoren, und bei diesem Treffen fragte mich Sorin Botoșeneanu, der Dekan der Nationalen Universität für Theater- und Filmkunst „Ion Luca Caragiale“, ob ich nicht Filmregie studieren wolle. Das war ein entscheidender Moment für mich, selbst wenn ich damals mit Nein antwortete und sagte, dass ich weiterhin Medizin studieren wolle. Diese Frage blieb mir jedoch im Kopf, und zu Beginn des letzten gymnasialen Studiumjahres teilte ich meinen Eltern mit, dass ich meine Entscheidung geändert habe und Film studieren werde. Es dauerte viele Jahre, bis sie verstanden, dass es mir gut geht und ich mit meiner Entscheidung sehr glücklich bin. Mir ist klar, dass ich erst  dann von bestimmten Filmemachern inspiriert wurde, nachdem ich mich für diesen Weg entschieden hatte. Eine davon ist Agnès Varda, eine Regisseurin, die auf fantastische Weise den Übergang vom Dokumentarfilm zum Spielfilm vollzieht.”

 

 

Wir haben mit Isabela Tent auch über den Produktionsprozess des Films und die Herausforderungen gesprochen, die sie in den zehn Jahren ihrer Arbeit gemeistert hat. „Es war kompliziert, aber ich bereue nichts. Es war kompliziert und schmerzhaft, denn während ich an dem Film arbeitete, wurde mir auch einiges über meine Familie bewusst. Es ist manchmal schon schwierig, drei Monate an einem Projekt zu arbeiten, umso mehr zehn Jahre. Als Alice anfing, über ihre Kindheit zu sprechen und darüber, wie sie behandelt wurde und wie wenig Liebe sie als Kind von ihrer Familie bekam, konnte ich mich mit ihr identifizieren. Ich neige dazu zu glauben, dass meine Generation eine Generation ist, die sich der Traumata bewusst ist, die sie erlebt hat. Zumindest möchte ich glauben, dass wir diesen Teufelskreis der Traumata zu durchbrechen versuchen. Heute ist dieses Bedürfnis, über Traumata zu sprechen, sehr präsent. Und ich kann sagen, dass die Arbeit an dem Film wie ein Karussell der Emotionen und Stimmungen war, aber auch der Informationen, die wir erhielten.”

 

 

„Der Gewinner des Preises für den besten Film ist ein Familienporträt, das uns noch lange zum Nachdenken anregt, nachdem der Abspann gelaufen ist. Der Dokumentarfilm, der in einem mehr als zehnjährigen Prozess entstanden ist, rückt eine jugendliche Künstlerin, die Mutter geworden ist, in den Vordergrund, in einem zwielichtigen, düsteren Universum voller Risiken und Brutalität. Durch eine Beziehung, die zwischen Mitgefühl und Ausbeutung, Anziehung und Abscheu schwankt, lernen wir eine Welt kennen, in der das Überleben ständig in Frage gestellt wird. Für die Herausforderungen, die das Team dieses Films gemeistert hat, für die Solidarität und Empathie, die es gegenüber verletzlichen und unvollkommenen Helden gezeigt hat, wird der Preis für den besten rumänischen Film an Alice On and Off verliehen.” So lautet die Begründung der Jury des Astra Film Festivals, die den Entschluss traf, den Preis für den besten rumänischen Dokumentarfilm an „Alice On and Off” zu vergeben.

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