Eine internationale Filmproduktion bringt Hollywoodstars wie Kevin Costner und Morgan Freeman nach Rumänien. Die Miniserie „The Gray House“ wurde vollständig in Rumänien gedreht und erzählt von einem geheimen Netzwerk von Frauen, die während des amerikanischen Bürgerkriegs als Spioninnen tätig waren. Mit dabei ist auch die rumänische Schauspielerin Olivia Niță. Sie spricht im Beitrag von Corina Sabau über die Arbeit an der internationalen Produktion – und über ihren ungewöhnlichen Weg auf die Bühne.
Dorina Lazăr ist bei der Gopo-Gala mit dem Preis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet worden. Mehr als sechs Jahrzehnte steht sie auf der Bühne und vor der Kamera. Ihre Karriere reicht von populären Filmen der 70er und 80er Jahre bis zum rumänischen Autorenkino der 90er und 2000er Jahre. Im Gespräch blickt Dorina Lazăr auf ihre lange Laufbahn zurück – und erzählt, warum mit dem Alter nicht unbedingt mehr Freiheit, sondern auch mehr Verletzlichkeit kommt.
Nach einer erfolgreichen internationalen Festivalreise ist der Film „Catane“ der rumänischen Regisseurin Ioana Mischie nun auch dem Publikum in Rumänien vorgestellt worden. Der Film feierte seine Weltpremiere beim Internationalen Filmfestival von Goa in Indien, erhielt eine Hollywood-Nominierung für die beste Originalmusik und wurde mehrfach für sein Drehbuch ausgezeichnet.
Alina Șerban, als erste Roma-Frau mit dem Orden „Kultureller Verdienst“ im Ritter-Rang ausgezeichnet, ist dieses Jahr in „Gipsy Queen“ zu sehen. In der österreichisch-deutschen Koproduktion unter der Regie von Hüseyin Tabak spielt Alina Șerban die Hauptrolle spielt: Ali ist eine Mutter, die in einer von Ungleichheit geprägten Welt für die Zukunft ihrer Kinder kämpft.
Die diesjährige Gopo-Preisgala (rumänischer Filmpreis) feierte ihre 20. Ausgabe und fand im Nationaltheater „I.L. Caragiale“ Bukarest statt. Die Veranstaltung zeichnete die wichtigsten Leistungen des rumänischen Filmschaffens des vergangenen Jahres aus und beinhaltete Programmpunkte, die den zwei Jahrzehnten des Bestehens der Gala gewidmet waren – mit Retrospektiven, Hommagen und künstlerischen Interventionen.
Sie ist 89 Jahre alt, steht noch immer auf der Bühne, lacht viel, widerspricht gern – und denkt nicht im Geringsten daran, sich in die Rolle der „Grande Dame“ zurückzuziehen. Die Sängerin Marina Voica gehört seit Jahrzehnten zur rumänischen Musikgeschichte, doch der Film Fluturi de noapte interessiert sich weniger für Legendenbildung als für den Menschen hinter der öffentlichen Figur. Regisseur Andrei Răuțu hat sie über mehrere Jahre begleitet und dabei ein sehr persönliches Porträt gedreht – eines, das auch von Erinnerung erzählt, vom Älterwerden und davon, wie viel Gegenwart in einem langen Leben steckt.
In der vergangenen Woche haben wir den Film „Milchzähne“ vorgestellt. In der heutigen Ausgabe sprechen wir mit dem Regisseur Andrei Epure über seinen neuen Film „Lass mich nicht sterben“. Der Film feierte seine Weltpremiere beim Festival von Locarno, in der Sektion für neue Stimmen des Kinos.
Mit Dinți de lapte legt der rumänische Regisseur Mihai Mincan einen der eindrucksvollsten Filme des Jahres vor. Angesiedelt im Jahr 1989 und erzählt aus der Perspektive eines Kindes, verzichtet der Film auf politische Anklage und konzentriert sich auf Angst, Erinnerung und Wahrnehmung.
Der Dokumentarfilm „Triton“ von Ana Lungu, der inzwischen auch in den rumänischen Kinos läuft, hatte seine Weltpremiere im Internationalen Wettbewerb des Filmfestivals FID Marseille. Er erhielt den Sonderpreis der Jury für die Verwertung privater Materialien von Archivio Aperto Bologna sowie den FIPRESCI-Preis beim Transilvania International Film Festival. Außerdem war „Triton“ für die Semaine de la critique in Montréal und für das Astra Film Festival nominiert.
Der Film „Die gelbe Krawatte“, der Ende 2025 in die Kinos gekommen ist, zeichnet das Leben und die Karriere des Dirigenten Sergiu Celibidache nach – von der Kindheit im Rumänien der Zwischenkriegszeit über die schwierige Phase von Krieg und Hungersnot bis hin zur internationalen Anerkennung.
Da wir uns im Laufe des gesamten Jahres viel mit Kino und bildender Kunst befasst haben – mit Vernissagen, Premieren, Festivals und Trends –, richten wir den Blick auf einen anderen Teil der Kulturszene Rumäniens, die dem Kulturleben des Jahres 2025 Substanz verliehen haben: Theater, Literatur, Musik sowie die großen Ereignisse, die das Publikum in Bewegung gesetzt haben.
Der Spielfilm „Jaful secolului“ / „Traffic“ ist kürzlich in die Kinos in den USA, Großbritannien und Kanada gekommen. Die Produktion der Regisseurin Teodora Ana Mihai wurde bereits auf zahlreichen internationalen Festivals preisgekrönt.
Isabela Tent hat ihr Debüt als Dokumentarfilmregisseurin mit der Produktion „Alice On and Off” gegeben. Die Dokumentation handelt von einer jungen Frau, die ihr Leben lang in einem Trauma gefangen war.
Zehn Tage lang war Bukarest das Zentrum des europäischen Autorenfilms – mit preisgekrönten Produktionen direkt von der Croisette, der berühmten Strandpromenade in Cannes, wo jedes Jahr die Internationalen Filmfestspiele stattfinden. Danach zog das Festival Les Films de Cannes à Bucarest weiter nach Klausenburg, Arad und Iași. In diesem Jahr brachte es nicht nur die größten Cannes-Erfolge nach Rumänien, sondern auch Filme aus Venedig sowie neue Genres wie Animation und Dokumentarfilm.
In Rumänien setzt sich eine Organisation seit Jahren dafür ein, dass Kinderbücher die Vielfalt der Gesellschaft widerspiegeln. Die Asociația Cu Alte Cuvinte – auf Deutsch etwa „Mit anderen Worten“ – wurde 2016 von Gabriela Nenciu und Cris Pîrvu gegründet und hat inzwischen zahlreiche Projekte realisiert, die Kindern und Erwachsenen die Kultur und Geschichte der Roma näherbringen. Ihr mehrfach ausgezeichnetes Projekt „Bare Rroma“ – was in der Sprache der Roma „große“ oder „bedeutende Menschen“ heißt – wurde in diesem Jahr mit dem Kulturpreis von Radio România in der Kategorie Bildung geehrt.