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Kurzfilmregisseurin Ana-Maria Comănescu feiert Spielfilmdebüt

Der Roadmovie Horia bringt zwei Teenager zusammen, ohne in die Falle der selbstverständlichen Liebesbeziehung zu tappen.

Filmplakat des Roadmovies Horia
Filmplakat des Roadmovies Horia

, 11.05.2024, 23:16

Die Regisseurin Ana-Maria Comănescu hat unlängst ihr Spielfilmdebüt gefeiert – mit dem Road Movie Horia. Die internationale Premiere war schon im November 2023 auf dem Black Nights Film Festival in Tallinn und das rumänische Publikum sah den Film in einer nationalen Vorpremiere beim Festival Les Films de Cannes a Bucarest, wo er in der Sektion Herbstvorschau des Wettbewerbs gezeigt wurde und den Publikumspreis gewann.

Der Film, der auf einem Drehbuch der Regisseurin basiert, ist auch ein Film über das Erwachsenwerden. Er erzählt die Geschichte von Horia, einem 18-jährigen Teenager aus einem rumänischen Dorf, der sich in ein Mädchen verliebt, das am anderen Ende des Landes lebt. Nach einem Streit mit seinem Vater trifft Horia eine impulsive Entscheidung und verlässt sein Zuhause auf dem alten Moped seines Vaters. Unterwegs lernt er Stela kennen, ein kluges Kind, und die beiden sind durch die Umstände gezwungen, gemeinsam zu reisen und eine Reihe von Hindernissen zu überwinden.

Vor Horia drehte Ana-Maria Comănescu drei Kurzfilme, mit denen sie verschiedene Preise und Auswahlen auf Studenten- und internationalen Festivals gewann und zwei Nominierungen bei den Gopo Awards erhielt. Mit jedem Film versuchte sie, ihre Komfortzone zu verlassen und Risiken einzugehen. Das tat sie dann auch bei Horia, indem sie mit Vladimir Țeca und Angelina Pavel in den Hauptrollen zwei Schauspieler einsetzte, die zum ersten Mal das Land auf einem Mobra-Motorrad aus den 1970er Jahren durchqueren.

„Ich habe auch auf der Uni einen Roadmovie gedreht, aber die Figuren waren mit einem Auto unterwegs und nicht mit einem Moped, also war es technisch etwas einfacher. Ich mag es, beim Drehen immer unterwegs zu sein, mich von einem Ort zum anderen zu bewegen. Es ist wirklich kompliziert, aber es ist gleichzeitig auch einprägsam, man hat eine verrückte, aber angenehme Erinnerung. Ich wollte von Anfang an mein Debüt mit einem Roadmovie geben, eines meiner Lieblingsgenres. Es macht immer Spass mit einem herkämmlichen Kinogenre zu spielen, weil man es mit allen möglichen Elementen aus anderen Genres aufpeppen kann. Am Anfang stand also diese Idee eines Roadmovies. Dann habe ich über die Verwandlung von Horia, der Hauptfigur, während seiner Reise nachgedacht. Denn es ist ja klar, dass er wöhrend dieser Reise, die höchstens eine Woche dauert, reifer wird. Ich fand auch diesen Aspekt der Geschichte sehr interessant: die Tatsache, dass Horia zum ersten Mal sein Dorf irgendwo in Dobrogea verlässt, in dem Glauben, dass diese Reise nur kurz sein wird, höchstens einen Tag dauert. Aber seine Reise ist dann eben viel länger und komplizierter, als er erwartet hat. Und auch sehr wichtig: sobald er sein Dorf verlässt, entdeckt Horia zum ersten Mal die Welt. Ich wollte, dass wir, die Zuschauer, sie mit ihm entdecken, dass wir ihn irgendwie auf dieser für ihn so wichtigen Reise begleiten.
Der Film drückt auch die Nostalgie-Taste, und ich denke, dass wir durch Horia auch das eigene Erwachsenwerden wieder erleben können, in der wir als Jugendliche erwachsen wurden. Ich glaube, die meisten von uns haben als Teenager verrückte Dinge getan, sind Risiken eingegangen, als wir verliebt waren, und haben gehofft, dass auch die anderen unsere Liebe erwidern. Ich hatte den Eindruck, dass Horias Geschichte eine ist, mit der sich viele von uns identifizieren können.“

Ana-Maria Comănescu erzählt auch, wie sie auf die beiden Hauptdarsteller – Vladimir Țeca und Angelina Pavel – gekommen ist und wie sie die Beziehung zwischen den Figuren aufgebaut hat.

„Ich habe viele Jahre am Drehbuch gearbeitet, es von allen Seiten beleuchtet, und so wurde mir klar, dass die Beziehung zwischen Horia und Stela das eigentliche Herzstück des Films ist. Es ist die Beziehung zu Stela, die Horia hilft, sich zu verwandeln und diese ganze Initiationsreise zu durchlaufen. Deshalb war es für die Geschichte wichtig, dass es einige Unterschiede zwischen den beiden gibt, dass sie sich irgendwie ergänzen. Ist Horia ein introvertierter und ängstlicher Charakter, der sich vor der Welt um ihn herum fürchtet, spielt Stela sein Gegenpart: offen, sehr flexibel, jederzeit anpasungsfähig. Und ich denke, dass jede der Figuren etwas von der anderen lernt. Außerdem war es mir sehr wichtig, nicht in die Falle einer romantischen Handlung zu tappen. Deshalb habe ich mich dafür entschieden, den Altersunterschied zwischen Horia und Stela groß zu halten. Und ein dreizehnjähriges Mädchen wie Stela kann oft viel reifer sein als ein siebzehn-achtzehnjähriger Junge wie Horia.“

Erfahrene Kollegen wie Liviu Cheloiu, Daniela Nane, Mihaela Velicu, Dragoș Olaru und Robert Onofrei vervollständigen die Besetzung von Horia. Die Dreharbeiten fanden an spektakulären Schauplätzen in Rumänien statt, die das Publikum aus einer neuen Perspektive kennenlernen wird.

Foto: facebook.com/treikilometri
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