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Emil Kindlein und seine silbernen Mikrophone

Emil Kindlein ist Musiker und Juwelier. Die vom Großvater geerbte Zuneigung für den Juwelierberuf und die eigene Leidenschaft für Musik brachten ihn auf den Gedanken, silberne Mikrofone herzustellen.

Emil Kindlein und seine silbernen Mikrophone
Emil Kindlein und seine silbernen Mikrophone

, 09.08.2018, 17:30

Sie kamen in Temeswar (rum. Timişoara) zur Welt. Danach reisten sie nach Berlin und London. Derzeit halten sie sich in Graz auf — für eine Ausstellung und ein Konzert. Die silbernen Mikrofone wurden mit gro‎ßer Geschicktheit hergestellt. Und sie steigen nun auf die Bühne. Emil Kindlein ist Musiker und Juwelier. Er stellte die silbernen Mikrofone her, die eine fantastische Entwicklung erfuhren. Die er mit uns teilte:



Ich erforschte die Geschichte meiner Familie und erfuhr somit mehr über meinen Namen. Ich fand mehrere Hinweise dazu auf dem Dachboden meines Gro‎ßvaters. Mein Gro‎ßvater war Juwelier. Er gründete sein Geschäft 1929. Mein Vater arbeitete als Lehrling in seiner Werkstatt, in der Werkstatt seines Vaters. Doch letztendlich entwickelte er sich zum Elektroniker. Das war in den 1960er Jahren. Meine Leidenschaft war schon immer die Musik. Ich startete viele musikalische Projekte. Doch dann stolperte ich über die Geschichte meines Gro‎ßvaters. Ich erkundigte mich über sein Leben, das Leben eines Juweliers. Was macht eine Familie, gebildet aus einem Juwelier, einem Elektroniker und einem Musiker? Sie stellt silberne Mikrofone her!“




Emil Kindlein ist Musiklehrer und hat auch eine eigene Band. Im Unterschied zu anderen Musikern sind die von ihm verwendeten Mikrofone ganz besonders — sie sind aus Silber und von ihm selbst erzeugt. Doch was ist so besonders an diesen Mikrofonen? Dazu Emil Kindlein:



Die Mikrofone sind der vom Sänger getragene Schmuck. Die Sänger werden in den meisten Fotos zusammen mit dem Mikrofon abgebildet. Wir alle wünschen uns einen Ring oder eine Kette. Wir freuen uns auf Schmuck und Juwelen. Das silberne Mikrofon ist das vom Sänger getragene Schmuckstück. Man kann selbstverständlich viel über die Eigenschaften des Silbers sprechen, über den vom Silber vermittelten Klang. Doch möchte ich mich derzeit nur auf das Mikrofon als singendes-klingendes Juwel begrenzen.“




Die von Emil Kindlein gefertigten Mikrofone sind einmalig in der Welt. Sie werden mit Hilfe eines komplexen Verfahrens hergestellt, das traditionell bei der Schmuckerzeugung verwendet wird. Die Mikrofone werden aus Silber erzeugt, nach dem Vorbild der Mikrofone, die in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts verwendet wurden. Für die Herstellung eines Mikrofons setzt Emil Kindlein bis zu 500 g Silber ein. Sogar die Schrauben sind aus Silber. Der Preis eines solchen Unikats kann bis zu 4000 Euro erreichen. Die Herstellung dauert etwa 4 Monate.



Die silbernen Mikrofone wurden 2013 das erste Mal vor einem Publikum eingesetzt. Es geschah in Temeswar, anlässlich einer Aufführung, die in der Synagoge in der Stadtburg stattfand. Der unter dem Namen Das silberne Mikrofon“ veranstaltete Event zog viele Zuschauer an. Die Teilnehmer konnten drei Mikrofone bewundern, so Emil Kindlein:



Es waren drei silberne Mikrofone. Wir haben sie zum ersten Mal vor ein paar Jahren in Temeswar im Rahmen der Veranstaltung »Das silberne Mikrofon« gezeigt. Doch sie sind auch nach London und nach Berlin gewandert. Derzeit halten sie sich in Graz auf. In Graz wird im Moment der Designmonat gefeiert. Graz Designmonat ist eine UNESCO-Veranstaltung. Die silbernen Mikrofone werden während eines Monats in der Juwelen-Werkstatt von Frau Hermine Prügger ausgestellt. Was uns durchaus freut.“




Die Sorgfalt und Akribie, mit der der Handwerker die Mikrofone fertigt, sowie die Tatsache, dass sie funktionsfähig sind, überzeugten sogar die Veranstalter des Londoner Festivals London Analogue Festival“ — ein dreitägiges Festival, das Filme, Fotografie und den analogen Klang in den Vordergrund bringt. Demnach wurde der Temeswarer Künstler neben internationalen Persönlichkeiten wie Terry King, Josep Maria Ribas Prous (der erste spanische Autor, der mit dem Preis Maître de Fédération Internationale de l’Art Photographique“ ausgezeichnet wurde) oder Jono Pomodore erwähnt.



Zum zehnten Mal in Folge verwandelt der Designmonat Graz die Stadt in eine urbane Designzone. Der Künstler aus Temeswar wurde zu diesem Anlass eingeladen, Vorträge und Workshops zusammen mit der österreichischen Künstlerin Hermine Prügger zu halten. Die 10. Auflage des Designmonat Graz findet vom 4. Mai bis zum 3. Juni statt. Der Start war am 4. Mai mit der Eröffnung und mit der Designers Night mit DJ DSL. Bei der Eröffnung wurde der Film SilverMics“ — ein Dokumentar über die silbernen Mikrofone — gezeigt. Es fand auch ein Live-Konzert statt. Der Ton wurde dabei über die silbernen Mikrofone übertragen. Die Werkstatt der Künstlerin verwandelte sich in ein Aufnahmestudio vor Ort. Das Publikum war fasziniert. Wir wollten von Emil Kindlein erfahren, was die Leute, die die silbernen Mikrofone sehen, davon halten:



Die Rückmeldung der Leute ist positiv. Ich glaube auch deswegen, weil es um einzigartige Gegenstände geht. Während des Designmonats finden zahlreiche Veranstaltungen in Graz statt. Nichtsdestotrotz wurde unser Event als etwas Besonderes beurteilt — die Zeitschrift des Designmonats berichtete nämlich darüber. Es gab viele Legenden drum herum, viele Fragen. Wo kommen die Mikrofone her? Wie kam es dazu, dass sie von Rumänien nach London, Berlin und Graz wanderten? Das Feedback der Leute war allerdings stets positiv, was uns sehr freut.“




Alle drei Mikrofone wurden auf der Bühne eingesetzt. Verschiedene Künstler verwendeten sie während ihrer Performance. Manche sangen sogar von Emil Kindlein komponierte Lieder. Der Künstler erzählte uns, er habe schon Bestellungen aus Italien und Irland bekommen. Das sei ein Zeichen, dass die silbernen Mikrofone gut angekommen seien. Und dass ihre Geschichte weiter gehen wird.

sursă foto: facebook.com/Edu4Tourism/
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