Landkreis Sălaj – zwischen Wäldern, Geschichte und regionalem Genuss
Geschichte, unberührte Natur und sanfter Ökotourismus – das sind die großen Trümpfe des Kreises Sălaj im Nordwesten Rumäniens. Hinzu kommen kleine Orte mit lokalem Charakter sowie traditionsreiche Heilbäder, die den Aufenthalt abrunden.
Ana-Maria Cononovici und Sorin Georgescu, 31.03.2026, 17:45
Eingebettet zwischen der Somesch-Ebene, den Ostkarpaten und dem Westgebirge, trägt die Region seit Jahrhunderten den poetischen Namen „Silvanien“ – das „Land der Wälder“. Auf deutsch heißt die Region auch Waldland. Wer sich hier auf Entdeckungstour begibt, stößt auf eine beeindruckende Dichte historischer Bauwerke: insgesamt 15 Adelssitze, darunter neun Schlösser und sechs Herrenhäuser. Besonders herausragend ist das Schloss Wesselényi in Jibou – ein barockes Kleinod, das heute Teil des Botanischen Gartens „Vasile Fati“ ist. Dieser wiederum zählt zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Region und beherbergt zugleich ein Zentrum für biologische Forschung.
Doch Sălaj ist auch ein Land der Burgen: Die Festung von Almaș aus dem 13. Jahrhundert, die Thököly-Burg in Cehu Silvaniei (dt. Bömischdorf), die Anlage von Valcău, die sogenannte „Goldene Burg“ (ung. Aranyos vár) in den Schluchten von Țicău oder die Báthory-Burg in Șimleu Silvaniei (dt. Schomlenmarkt) – sie alle erzählen von einer bewegten Vergangenheit.
Neben Ausflügen ins Meseș-Gebirge bieten sich auch organisierte Programme an; sie starten vom Kreissitz Zalău (dt. Zillenmarkt) aus und machen die Region erlebbar. Bianca Pop, Leiterin des örtlichen Tourismusinformationszentrums, mit Einzelheiten:
„Wir fördern Zalău auch als Ausgangspunkt für verschiedene touristische Routen im Kreis. In Zalău selbst finden sich auf den Speisekarten mittlerweile auch spezifische, traditionelle rumänische Gerichte. Natürlich haben wir im ländlichen Raum, wenn wir Handwerker und Produzenten besuchen, die Möglichkeit, auch Gerichte aus der traditionellen Gastronomie von Sălaj zu probieren. In der Nähe von Zalău, in der Ortschaft Moigrad, etwa 10 Kilometer entfernt, befindet sich der erste gastronomische Punkt, der im Kreis Sălaj eingerichtet wurde. Dort erwartet uns – nach vorheriger Anmeldung – die Familie Silaghi, und wir können die Köstlichkeiten entdecken, die sie zubereiten: von traditionellen Schweinefleischprodukten wie Speck und Würsten über die bekannten Krautwickel Sarmale bis hin zu Desserts wie Krapfen, den bekannten Langosch-Kuchen und süßem Maiskuchen. Das ist ein Gebäck aus Maismehl, traditionell und typisch für den Kreis Sălaj, ebenso wie moșocoarne, ein traditionelles Gebäck aus Hefeteig, oft brotähnlich, gefüllt mit frischen oder gebackenen Pflaumen. Diese Bezeichnung wird im Südwesten des Kreises verwendet; in anderen Regionen Rumäniens sind sie als brânzoici bekannt. Außerdem gibt es Sirup aus Früchten aus eigener Produktion.“
Die gastgebende Familie Silaghi ist zugleich auch in der Imkerei tätig. Weitere traditionelle Stationen im Landkreis Sălaj zählt Bianca Pop vom örtlichen Tourismusamt auf:
„Wir organisieren in jeder Jahreszeit jeweils einen Ausflug und besuchen touristische Sehenswürdigkeiten, schöne Naturorte und treten in Kontakt mit Handwerkern und lokalen Produzenten. In der Nähe von Zalău haben wir den Töpfer Csibi Csaba, der noch immer Keramikgegenstände herstellt – sowohl für den Haushalt als auch zur Dekoration. Zu den weiteren Handwerkern zählen Näherinnen, die weiterhin die bekannten Trachten herstellen, sowohl aus Sălaj als auch aus anderen ethnografischen Regionen Rumäniens, Flechter von Weidenruten, Holzschnitzer, und unter den lokalen Produzenten die bekannten Imker – denn der Kreis Sălaj liegt in Rumänien auf Platz zwei hinsichtlich der Anzahl der Imker und auf Platz eins bei der Nutzung europäischer Fördermittel in diesem Bereich.“
Ergänzt werden kann eine Reise durch Sălaj durch Verkostungen in lokalen Weinkellereien, Besuche der Geschichts- und Kunstmuseen in Zalău, des Volkskunstmuseums „Ligia Alexandra Bodea“ in Iaz oder des ethnografischen Museums im Dorf Cizer – dem größten Freilichtmuseum des Kreises.
Zur Erholung stehen die Kurorte Bizușa-Băi und Boghiș zur Verfügung. Die Heilbäder von Jibou, in den 1960er-Jahren gegründet und 2004 modernisiert, sind bekannt für die therapeutische Wirkung ihrer schwefel-, sulfat- und chlorhaltigen Gewässer, insbesondere bei Leber-, Magen-Darm- und rheumatischen Erkrankungen.