Nordatlantikrat erörtert Verteidigung des Schwarzen Meeres
Der Nordatlantikrat beschloss bei seinem Treffen in Brüssel, dass die Verteidigung im Schwarzmeerraum verstärkt werden müsse.
Roxana Vasile und Florin Lungu, 11.06.2026, 17:00
Erst kürzlich, innerhalb weniger Tage, drang eine von Russland gestörte ukrainische Marinedrohne unbemerkt in den Hafen von Constanța ein, explodierte und konnte nur durch glückliche Umstände eine größere Katastrophe verhindern. Zudem stürzte eine russische Drohne in einen Wohnblock in der Donaustadt Galați, wobei zwei Menschen verletzt und Sachschaden verursacht wurde. In einem Interview mit TVR Info erklärte der amtierende Verteidigungsminister Radu Miruţă, dass die rumänische Armee derzeit mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln ihr Möglichstes tue:
„Als ich ins Verteidigungsministerium kam und feststellte, dass unsere vorhandenen Fähigkeiten nicht alle Szenarien abdecken, wandte ich mich an die NATO und legte dar, was wir benötigen – Tiefflugradargeräte, Abfangraketen und verschiedene andere bodengestützte Luftverteidigungssysteme. Die NATO prüfte dies technisch und bestätigte die Notwendigkeit unserer Vorschläge.“
Neben Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und den USA haben auch andere Verbündete bestätigt, dass sie prüfen, welche Ausrüstung sie nach Rumänien liefern können. Darüber hinaus wird es in den Plänen des Bündnisses nicht nur im Schwarzen Meer, sondern in allen Gewässern, an denen die NATO Grenzen hat, eine Neuausrichtung geben. Eine Entscheidung hierzu wird auf dem NATO-Gipfel Anfang nächsten Monats in Ankara erwartet. Welche Erwartungen Rumänien an den bevorstehenden Gipfel hat, erklärte die amtierende Außenministerin Oana Ţoiu:
„Zuallererst beziehen sich die gemeinsam in der NATO zu ergreifenden Maßnahmen und der Beitrag, den wir mit den Verbündeten erörtern, auf militärische Maßnahmen und den Ausbau der Kapazitäten, sei es bei Radaranlagen, Drohnenabwehrsystemen oder der Beschleunigung ihrer Präsenz an der Ostflanke. Rumänien hat ein entsprechendes Beschaffungsverfahren und eine Zuteilung im Rahmen des SAFE-Programms. Wie sowohl der Präsident als auch der Verteidigungsminister bereits erwähnten, dauert es etwa anderthalb bis zwei Jahre, bis die Lieferungen erfolgen. Daher ist es in diesem Zeitraum unerlässlich, dass die Kapazitäten durch die Beteiligung der Verbündeten ausgebaut werden.“
Präsident Nicuşor Dan begrüßte die Ergebnisse des Treffens des Nordatlantikrats am Mittwoch in Brüssel. Angesichts der Tatsache, dass Russlands Krieg gegen die Ukraine weiterhin große Risiken für die euro-atlantische Sicherheit birgt, betonte das Staatsoberhaupt die Bedeutung einer Stärkung der NATO-Präsenz und -Kapazitäten in Rumänien. In einer Facebook-Nachricht betonte er außerdem, dass die Sicherheit im Schwarzen Meer auch für den Schutz kritischer Infrastrukturen und strategischer Energieprojekte unerlässlich sei.