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Ausstellung gibt Einblick in die Welt des Künstlers Felix Aftene

Der 1972 im ostrumänischen Vaslui geborene Künstler lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Iași. Dort schloss er 1996 als Jahrgangsbester die Kunstakademie „George Enescu“ im Fach Wandmalerei ab und promovierte später an derselben Hochschule im Fach Bildende Kunst. Felix Aftene arbeitet mit Malerei, Monumentalkunst, Skulptur und neuen Medien. Im Mittelpunkt seines Schaffens stehen die menschliche Existenz, Erinnerung und Identität, häufig aus der Perspektive des Selbstporträts. Seine Werke wurden in Rumänien sowie in zahlreichen Ländern Europas, Nordamerikas und Israels gezeigt. 2016 erhielt er den Nationalpreis für Malerei des rumänischen Künstlerverbands.

Felix Aftene
Felix Aftene

, 21.06.2026, 14:01

Im neuen Art Safari Museum im Bukarester Stadtkern ist derzeit die Ausstellung „Diary“ des rumänischen Künstlers Felix Aftene zu sehen. Sie läuft bis zum 19. Juli im neuen Ausstellungsraum, dem Pavillon für Gegenwartskunst. .

Die Ausstellung „Tagebuch“ vereint drei Jahrzehnte seines Schaffens – von Zeichnungen aus seiner Jugend und Studienzeit bis zu aktuellen Arbeiten. Die Kuratorin Maria Bilașevschi hat die Werke chronologisch angeordnet und zeichnet so die künstlerische Entwicklung nach. Im Mittelpunkt stehen Erinnerungen, Familie, Gesellschaft und deren Wandel.

„Felix Aftenes Ausstellung Jurnal könnte auf den ersten Blick wie eine Retrospektive wirken – ist aber weit mehr als das. Sie ist das persönliche Bekenntnis eines Künstlers nach 30 Jahren Arbeit“, sagt Maria Bilașevschi. Dazu gehören auch Gegenstände aus seinem Haushalt, aus seinem Atelier und aus seinem privaten Umfeld – Dinge, die man normalerweise nicht zeigt. Die Ausstellung gleicht einer Röntgenaufnahme: Sie gibt Einblick in den kreativen Arbeitsprozess und zugleich in die Persönlichkeit von Felix Aftene, fährt die Kuratorin fort und lüftet auch den Vorhang zur Ausstellung per se.

Die Ausstellung gliedert sich in drei Bereiche, die zeitlichen Abschnitten folgen. Zu Beginn betritt man einen Galerieraum mit Skulpturen und Gemälden, die so präsentiert werden, dass sie Neugier wecken und den Besucher dazu einladen, tiefer in die Welt der Malerei Aftenies einzutauchen. Danach folgt der Bereich der Erinnerungen – an die Kindheit, an Orte und Menschen, die ihm wichtig sind. Zu sehen sind Gegenstände, die er auf Studienreisen gesammelt oder geschenkt bekommen hat, zusammen mit Seiten aus seinem Tagebuch. Es ist allerdings kein Tagebuch aus Papier, sondern eines aus Farben, findet Maria Bilașevschi. Mehr als hundert abgenutzte Bleistifte in einer kleinen Schachtel. Eine große Vase voller Pinsel. Jeder Gegenstand, den er benutzt hat oder der ihm etwas bedeutet, wurde dokumentiert und ist Teil seines künstlerischen Alltags geworden. Den Abschluss bilden zwei Videoprojektionen. Beide Filme stammen von Felix Aftene. Einer entstand im Haus seiner Großeltern in der Region Vaslui. Dort erkennt man viele der ausgestellten Objekte wieder. Man fragt sich vielleicht, warum ein Küchentisch, eine Schere oder die Stiefel seines Großvaters hier zu sehen sind. Sie stammen alle aus diesem Haus, das für ihn den Ursprung seiner künstlerischen Laufbahn bildet. Dort entstanden mit 16 Jahren seine ersten Zeichnungen und Porträts für die Familie. Auch frühe Urkunden aus der Zeit vor der Revolution sind ausgestellt und belegen sein Talent. Besonders aufmerksam sollte man sich den Werkzyklen der vergangenen zehn Jahre widmen. Sie zeigen einen neuen Blick auf Felix Aftene und seine monumentalen Kunstwerke im öffentlichen Raum der Stadt Iași, so die Kuratorin der Ausstellung in Bukarest.

„Willkommen in meinem Atelier“, sagt der Künstler. Mit diesem Projekt wollte er eine sehr ehrliche Art von Selbstporträt schaffen, sein Atelier wie ein Buch öffnen und jede einzelne Seite zeigen. Er wolle sichtbar machen, warum sich ein Künstler bestimmten Gegenständen nähert – kleinen Bruchstücken des Lebens. Ich sammle. erzählt Aftene, viele Gegenstände auf meinen Wegen, untersuche sie und finde später ihren Platz in meinen Kompositionen auf der Leinwand. Dieses Atelier zeigt meinen künstlerischen Weg. Es ist nicht einfach nur ein Arbeitsplatz, sondern ein lebendiger Organismus, der auch den Besucher dazu einlädt, vielleicht seine eigene Geschichte zu entdecken.“
Die Ausstellung ist im Grunde eine große Installation und besteht aus drei Kapiteln. Das erste ist der Skulptur gewidmet. Der Künstler zeigt patinierte und polierte Bronzearbeiten auf Sockeln aus oxidiertem Metall; das zweite Kapitel beschäftigt sich mit Erinnerungen und Aftene hat dort Gegenstände aus seiner Kindheit gesammelt und zeigt auch einen Film, den er im Haus seiner Großeltern gedreht hat. Anschließend folgt das Atelier – eine Nachbildung des Ateliers in Iași. Im Mittelpunkt steht die Staffelei. Um sie herum hängen Arbeiten aus allen Schaffensphasen – von der Diplomarbeit bis zu den neuesten Werke, beschreibt Aftene die Ausstellung.
Kuratorin Maria Bilașevschi sagt über ihre Zusammenarbeit mit Felix Aftene, dass sie inzwischen fast 20 Jahre dauert.  „Wir leben in derselben Stadt, haben ähnliche Aufgaben und begegnen uns regelmäßig bei öffentlichen Veranstaltungen und ich kenne ihn deshalb extrem gut“. Angesichts dieser Freundschaft ist die Ausstellung ganz natürlich entstanden – mit allem, was Künstler und Kuratorin ´ für wichtig hielten, damit die Besucher einen anderen Zugang zur zeitgenössischen Kunst finden.

 

sursă foto: facebook.com/artsafaribucharest/
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