Bericht von Standard & Poor’s wird erwartet
Der liberale Interims-Premierminister Ilie Bolojan ist in Bukarest mit einer Delegation der internationalen Ratingagentur Standard & Poor’s zusammen gekommen.
Mihai Pelin und Florin Lungu, 25.09.2026, 12:38
Der liberale Interims-Premierminister Ilie Bolojan erörterte mit einer Delegation der internationalen Finanzratingagentur Standard & Poor’s in Bukarest die regelmäßige Bewertung der wirtschaftlichen und fiskalischen Entwicklung Rumäniens. Finanzminister Alexandru Nazare nahm ebenfalls an dem Treffen teil. Im Mittelpunkt standen die aktuelle politische Lage und die Haushaltslage Rumäniens, das sich auf dem Weg zu ausgeglichenen und stabilisierten öffentlichen Finanzen befindet.
Der Regierungschef betonte, dass die Haushaltskonsolidierung durch nachhaltige Veränderungen unterstützt werden müsse: eine effizientere Verwaltung, reformierte Staatsbetriebe, eine bessere Priorisierung der öffentlichen Ausgaben und Investitionen, die Wirtschaftswachstum generieren. Der Premierminister betonte, dass die Fortsetzung der von der aktuellen Regierung eingeleiteten Reformen unerlässlich sei, um Rumäniens Glaubwürdigkeit im Ausland, insbesondere bei Investoren, zu wahren.
Haushaltsausführung und die Kontinuität der Haushaltskonsolidierung seien die Hauptargumente Rumäniens bei der aktuellen Bewertung des Länderratings, schrieb der amtierende Finanzminister in einem Online-Beitrag im Anschluss an ein Treffen mit internationalen Experten von Standard & Poor’s, die sich in Bukarest aufhielten, um den Anfang nächsten Monats zu veröffentlichenden Bericht vorzubereiten. Alexandru Nazare erklärte, die Gespräche hätten sich auch mit den Schwierigkeiten der aktuellen Phase befasst, darunter politische Unsicherheiten, externer Druck und Finanzierungskosten. Zudem sei die Strategie des Ministeriums für die nächste Phase vorgestellt worden. Der Schwerpunkt liege weiterhin auf Haushaltsdisziplin, der Priorisierung von Investitionen und der optimalen Nutzung europäischer Fördermittel.
Die Aufrechterhaltung des Ratings bleibe das Hauptziel dieser Phase. Die Bedingungen für Rumäniens Finanzierung, das Vertrauen der Investoren und die für die Entwicklung verfügbaren Ressourcen hingen davon ab, anstatt durch Zinsen verbraucht zu werden, unterstrich der Minister. Letztendlich stufte S&P das Länderrating Rumäniens auf die niedrigste Stufe der Kategorie „Empfohlen für Investitionen“ ein, und Analysten halten eine Herabstufung für nicht ausgeschlossen.
In diesem Zusammenhang bestätigt die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) ihre Prognosen zur rumänischen Wirtschaftsentwicklung für die Jahre 2026 und 2027, die mit der Juni-Prognose übereinstimmen, und warnt laut einem aktuellen Bericht vor anhaltenden Risiken einer negativen Entwicklung. Nach einem Wachstum von 0,7 % im Jahr 2025 erwartet die EBWE für 2026 einen Rückgang um 0,2 % und für 2027 einen Anstieg um 1,8 %. Obwohl sich die externen Ungleichgewichte allmählich abschwächen, zählt Rumäniens Leistungsbilanzdefizit weiterhin zu den größten in der EU, während die Inflation auf einem Höchststand verharrt. Die Abwertung des Leu gegenüber dem Euro in Verbindung mit höheren Energiepreisen könnte den Inflationsdruck weiter anheizen, so der Bericht. Seit Beginn ihrer Tätigkeit in Rumänien im Jahr 1991 hat die EBWE über 12,7 Milliarden Euro in mehr als 600 Projekte investiert, die meisten davon im privaten Sektor.