Unwetter in Rumänien: Überschwemmungen und schwere Schäden
Schwere Unwetter haben in Rumänien erhebliche Schäden angerichtet. Heftige Regenfälle und Sturmböen, ausgelöst durch ein kräftiges Mittelmeertief, führten in Dutzenden Ortschaften zu Überschwemmungen. Besonders betroffen ist die Schwarzmeerküste.
Mihai Pelin und Sorin Georgescu, 04.11.2026, 16:03
In den vergangenen Tagen haben starke Regenfälle, heftige Winde und Schneefälle in den Gebirgsregionen mehrere Landesteile Rumäniens in Mitleidenschaft gezogen. Der Wetterdienst gab Unwetterwarnungen aller drei Stufen heraus: Gelb, Orange und Rot. In Dutzenden Ortschaften verschiedener Landkreise sowie in der Hauptstadt Bukarest kam es zu Überschwemmungen. Feuerwehrleute mussten Wasser aus Wohnhäusern, Höfen und Kellern abpumpen. Außerdem beseitigten sie zahlreiche umgestürzte Bäume und Strommasten. Mehr als 40 Autos wurden durch das Unwetter beschädigt, teilte die Generalinspektion für Katastrophenschutz mit.
Die Einsätze dauern vor allem im südöstlichen Landkreis Constanța an. Die Region an der Schwarzmeerküste wurde besonders schwer getroffen. Stellenweise fielen bis zu 90 Liter Regen pro Quadratmeter. Straßen verwandelten sich in reißende Bäche, die Einsatzkräfte waren pausenlos im Einsatz. Wasser drang in Wohnhäuser, Höfe, Garagen, Hotels und Kellerräume ein. Die Feuerwehr musste mit leistungsstarken Pumpen die überfluteten Gebäude und Grundstücke trockenlegen.
Die Wassermassen haben auch die Bahnstrecke zwischen den Badeorten Eforie Nord und Eforie Sud schwer beschädigt. Der Bahndamm ist dort teilweise abgerutscht. Nach Angaben der staatlichen Eisenbahngesellschaft CFR bleibt die Strecke mindestens einen Monat lang gesperrt. Fachleute haben die Schäden begutachtet und erste Maßnahmen zur vorläufigen Stabilisierung des Bahndamms eingeleitet, um weitere Schäden zu verhindern. Nun soll ein technisches Gutachten klären, wie die Strecke wiederhergestellt werden kann. Je nach Ergebnis könnte der Zugverkehr allerdings auch länger unterbrochen bleiben.
Wegen der heftigen Stürme, Windböen von 50 bis 70 Kilometern pro Stunde und mehr als vier Meter hoher Wellen wurden auch die Schiffsbewegungen sowie sämtliche Ladearbeiten in den Häfen von Constanța, Mangalia und Midia eingestellt. Dutzende Schiffe warten deshalb darauf, ihre Ladung umschlagen zu können.
Auch im Süden des Landes gingen erhebliche Regenmengen nieder. Meist waren es 25 bis 35 Liter pro Quadratmeter, örtlich wurden jedoch mehr als 40 Liter gemessen. Probleme gab es auch in größeren Städten. Wegen der schlechten Sicht und überfluteter Fahrbahnen kam der Verkehr teilweise zum Erliegen.
Das Unwetter macht sich auch in den Gebirgsregionen bemerkbar. Dort sind die Temperaturen deutlich gesunken, sodass in höheren Lagen Schnee fällt. Die Behörden raten Autofahrern, Fahrten in die Berge möglichst zu vermeiden, wenn ihre Fahrzeuge nicht entsprechend ausgerüstet sind.
Oberhalb von 1.700 Metern ist in der Karpatenbogenregion und im östlichen Teil der Südkarpaten überwiegend mit Schneefall zu rechnen. Die Neuschneemengen könnten zehn bis 20 Zentimeter erreichen. Die Behörden beobachten weiterhin die Wetterentwicklung und die Verkehrsverhältnisse in den betroffenen Regionen.