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Bären in Rumänien: Zwischen Artenschutz und Gefahr für den Menschen

Rumänien hat ein Bärenproblem – und zwar ein ziemlich großes. Die Zahl der Braunbären ist laut Umweltminister Mircea Fechet dreimal so hoch wie eigentlich vertretbar.

Foto: Mariana Chiriţă/RRI
Foto: Mariana Chiriţă/RRI

und , 11.04.2025, 13:32

Rumänien hat die meisten Bären in Europa – rund 12.000. Das ist deutlich mehr als die als optimal angesehene Zahl von etwa 4.000. Diese Zahl stammt aus einer groß angelegten Studie, die seit 2021 läuft – durchgeführt vom Umweltministerium gemeinsam mit dem Forstforschungsinstitut „Marin Drăcea“ und der Forstbehörde Romsilva. Die wichtigste Erkenntnis: Zum ersten Mal weiß Rumänien, wie viele Bären tatsächlich in den Wäldern leben – und zwar basierend auf wissenschaftlich fundierten Daten. Umweltminister Mircea Fechet betont die Bedeutung dieser Zahlen. Er hofft, dass sie helfen werden – sowohl beim Schutz der Tiere als auch beim besseren Umgang mit Konflikten zwischen Bären und Menschen.

Für mich markiert diese Studie einen Wendepunkt im Umgang mit der Braunbärenpopulation in Rumänien. Ich hoffe, sie führt zu einem echten Gleichgewicht – zwischen dem Schutz der Natur und der Sicherheit der Menschen, zwischen dem Erhalt der Artenvielfalt und den Bedürfnissen der lokalen Gemeinschaften. Eines steht fest: Der rumänische Staat hat die Pflicht, das Leben seiner Bürger zu schützen – und muss alle nötigen Maßnahmen ergreifen, um genau das zu gewährleisten.

Die neue Studie, zu 100 % in Rumänien durchgeführt, soll helfen, die Zahl der Braunbären besser zu steuern – und gleichzeitig das Risiko von Angriffen auf Menschen zu verringern. Denn die Realität zeigt: Immer mehr Bären verlassen die Wälder, dringen in Gemeinden ein – und stellen eine ernste Gefahr für die Bevölkerung dar. Erst kürzlich musste im Ort Zăbala, Kreis Covasna, ein Bär erschossen werden – er hatte mehrere Schafe gerissen. In derselben Gegend wäre beinahe eine Frau auf offener Straße von einem Bären angegriffen worden – nur das Eingreifen mehrerer junger Leute konnte das Tier in die Flucht schlagen. Und auch in Predeal kam es zu einem dramatischen Vorfall: Ein Mitarbeiter der Bergwacht wurde mitten im Zentrum des Kurorts von einem Bären schwer verletzt – das Tier wurde später erschossen.

Allein im Jahr 2023 gab es über 450 Bärenmeldungen in Brașov und Poiana Brașov – im laufenden Jahr sind es bereits rund 330. Fachleute sehen die Gründe dafür in mehreren Faktoren: Vor allem in der großen Zahl an Bären insgesamt – und in der extrem hohen Dichte in bestimmten Gebieten. So leben im Postăvarul-Massiv etwa 1,5 Bären pro Quadratkilometer, im benachbarten Piatra-Mare-Massiv etwa einer pro Quadratkilometer. Das sind Werte, die weit über dem gelten, was als ökologisch vertretbar und sicher für Mensch und Tier angesehen wird.

Die Angst vor Bären wirkt sich inzwischen auch auf den Tourismus aus. Viele Eltern zögern, ihre Kinder in Ferienlager in die Berge zu schicken – zu groß ist die Sorge vor einer Begegnung mit einem wilden Tier. Denn die Bären tauchen immer häufiger in so gut wie allen Ferienorten und Ortschaften in den Bergen auf. Auch die Hoteliers sind besorgt. Sie fordern, dass das Problem endlich ernsthaft angegangen wird. Der Arbeitgeberverband für Tourismus in Poiana Brașov schlägt als Maßnahme vor, die Bären gezielt im Wald zu füttern – um sie von den Ortschaften fernzuhalten.

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