RRI Live!

Hören Sie Radio Rumänien International Live

Regisseurin verwertet Privatarchive für Dokumentarfilm

Der Dokumentarfilm „Triton“ von Ana Lungu, der inzwischen auch in den rumänischen Kinos läuft, hatte seine Weltpremiere im Internationalen Wettbewerb des Filmfestivals FID Marseille. Er erhielt den Sonderpreis der Jury für die Verwertung privater Materialien von Archivio Aperto Bologna sowie den FIPRESCI-Preis beim Transilvania International Film Festival. Außerdem war „Triton“ für die Semaine de la critique in Montréal und für das Astra Film Festival nominiert.

Documentarfilm "Triton" von Ana Lungu
Documentarfilm "Triton" von Ana Lungu

, 31.01.2026, 16:00

Der Dokumentarfilm „Triton“ von Ana Lungu, der inzwischen auch in den rumänischen Kinos läuft, hatte seine Weltpremiere im Internationalen Wettbewerb des Filmfestivals FID Marseille. Er erhielt den Sonderpreis der Jury für die Verwertung privater Materialien von Archivio Aperto Bologna sowie den FIPRESCI-Preis beim Transilvania International Film Festival. Außerdem war „Triton“ für die Semaine de la critique in Montréal und für das Astra Film Festival nominiert.

Triton ist der größte der 13 Monde des Neptun und er ist ungewöhnlich, weil als einziger großer Mond in unserem Sonnensystem seinen Planetem in entgegengesetzter Richtung zu dessen Rotation umläuft. Aber das Wort Triton bezeichnet auch drei Töne, drei Klänge – und der Film besteht aus drei stilistisch unterschiedlich erzählten Geschichten, verbunden durch eine weibliche Stimme. Es geht um die Story eines Vaters, der die Kindheit seiner Tochter im Rumänien der 1980er Jahre filmt; dann um die eines Musiklehrers, der in den 1960er und 1970er Jahren das Leben seiner Familie und seiner Freunde dokumentiert, und schließlich um die Geschichte eines Aristokraten, der Eindrücke vom Sommer 1942 festhält, als Rumänien mit Nazi-Deutschland verbündet war. Der Film beruht ausschließlich auf Archivmaterial – seltene Amateuraufnahmen aus der Zeit zwischen dem Zweiten Weltkrieg und der Revolution von 1989. Die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Dane Komljen, geboren in Bosnien-Herzegowina und in Berlin ansässig, der auch den Schnitt verantwortet, sei für das Projekt entscheidend gewesen, sagt Ana Lungu.

„Den Film aus drei stilistisch unterschiedlich behandelten Teilen zusammenzuschneiden habe ich entschieden, as ich bereits ein Jahr lang allein daran arbeitete. Schon damals spürte ich, dass es besser passt, wenn diese drei Teile getrennt bleiben und nicht durch einen fiktiven Rahmen auf gezwungene Art verbunden werden. Dane Komljen habe ich zunächst gebeten, mir beim Voice-over beratend zur Seite zu stehen, weil ich bisher nie mit Voice-over gearbeitet habe, während Dane dieses Mittel in all seinen Filmen nutzt. Ich wusste schon, dass er literarisch begabt ist und vor seinem Filmwerk Gedichte veröffentlicht hat. und das war für meine Wahl ebenfalls sehr wichtig. Dane kam dann mit der Idee, dass das Voice-over ebenso unterschiedlich sein sollte wie die drei stilistisch verschiedenen Teile. Im ersten Teil sollte es in der ersten Person gehalten sein, im zweiten in der dritten Person und im letzten Teil in der zweiten Person, in einer Briefform, als direkte Anrede. Ich fand das ehr passend. Und im Mittelteil, in der Geschichte mit der Erzählerin, gibt es dann einen kleinen Verweis auf den Roman Fahles Feuer von Vladimir Nabokov. Nabokov und auch andere literarische Referenzen bildeten gewissermaßen die Grundlage meiner Zusammenarbeit mit Dane.“

Festivalkurator und Programmgestalter Andrei Tănăsescu sieht in „Triton“ einen neuen Abschnitt im Werk von Ana Lungu.

„Als Ana Lungu die Archive entdeckte, die sie in Triton verwendet, hat sie stilistisch und formal eine Filmsprache eröffnet, die sich deutlich von jener unterscheidet, die sie bisher in ihren Spielfilmen angewandt hat. Ihre bisherigen Spielfilme griffen biografische Elemente der Schauspieler auf, die in ihren Besetzungen auftauchten. Diesmal aber arbeitet Ana mit gefundenem Material, found objects, also in diesem Fall mit privaten Archiven, die als filmische oder visuelle Objekte bereits eine eigene Autonomie besitzen. Sie gibt ihnen einen Ausdrucksraum, interpretiert sie aber zugleich neu – und das auf ethische Weise, was bei der Arbeit mit Archiven sehr wichtig ist. Bei einem Montagefilm liegt das Schaffen im Schnitt selbst. Doch Triton ist offensichtlich ein sehr durchdachter kreativer Akt, und damit meine ich sowohl die Erzählweise als auch den Ton des Films. Es ist ein vielschichtiger Film, den man mehrmals sehen sollte, weil das Publikum jedes Mal etwas anderes, etwas Neues entdecken wird. Jedes Mal bestätigt sich dem Zuschauer eine bestimmte Botschaft oder Wahrnehmung im Hinblick auf die Art der Erzählung oder auf die Archive selbst – oder auch nicht. ich bewundere, dass sich rumänische Filme, Montagefilme wie hybride Dokumentarfilme, immer stärker mit Archiven beschäftigen. Triton bietet uns dabei in besonderer Weise Zugang zu selten gesehenen privaten Archiven, sei es im Film oder über andere mediale Wege.“

Ana Lungu, Jahrgang 1978, hat bislang unabhängig mehrere Spielfilme realisiert, die auf internationalen Festivals liefen – in Locarno („Der Bauch des Wals“, 2010), Rotterdam („Selbstporträt eines braven Mädchens“, 2015) oder Sarajevo („Ein Prinz und eine Hälfte“, 2018). Sie erhielt den Preis für den besten Film beim Festival Crossing Europe in Linz und den Publikumspreis beim Europäischen Filmfestival 2015. Seit 2019 ist sie Mitglied der Europäischen Filmakademie. Produzenten von „Triton“ sind Adrian Sitaru und Ana Lungu.

Expozitia "Picasso en visite" (sursă foto: facebook Art Encounters
Kulturchronik Samstag, 31 Oktober 2026

Picasso in Temeschwar: 69 Werke und ein neues Zuhause für die Kunst

Am 17. September 1946 betrat Pablo Picasso zum ersten Mal das Schloss Grimaldi im südfranzösischen Antibes. Genau 80 Jahre später erinnert die Ausstel…

Picasso in Temeschwar: 69 Werke und ein neues Zuhause für die Kunst
Festival Internacional de Cine de Animación Animest
Kulturchronik Samstag, 17 Oktober 2026

Animest: Das Animationsfilmfestival blickt auf 21 Jahre Geschichte zurück

In mehr als zwei Jahrzehnten ist Animest gemeinsam mit seinem Publikum gewachsen. Einige Besucher der ersten Ausgaben kommen heute mit ihren Kindern z…

Animest: Das Animationsfilmfestival blickt auf 21 Jahre Geschichte zurück
Акторка Олівія Ніце
Kulturchronik Samstag, 26 September 2026

Olivia Niță in „The Gray House“: Von der Bühne des Nationaltheaters nach Hollywood

Kevin Costner, Morgan Freeman und Regisseur Roland Joffé gemeinsam in einer Produktion – „The Gray House“ erzählt die Geschichte eines geheimen Netzwe…

Olivia Niță in „The Gray House“: Von der Bühne des Nationaltheaters nach Hollywood
L’attrice Dorina Lazăr – Premio alla carriera ai Premi Gopo 2026
Kulturchronik Samstag, 19 September 2026

Dorina Lazăr – sechs Jahrzehnte Schauspielkunst und ein Leben für die Bühne

Dorina Lazăr begann ihre Bühnenkarriere 1961 am Bukarester Regionaltheater. Seit 1969 gehört sie zum Ensemble des Odeon-Theaters. Von 2003 bis 2017 le…

Dorina Lazăr – sechs Jahrzehnte Schauspielkunst und ein Leben für die Bühne
Kulturchronik Samstag, 29 August 2026

„Art Safari New Museum“ in Bukarest eröffnet mit neuer Eminescu-Ausstellung

Das neue „Art Safari New Museum“ versteht sich als urbanes Museum für Gegenwartskultur – ein Ort, an dem Kunst, Stadt und Publikum miteinander ins Ges…

„Art Safari New Museum“ in Bukarest eröffnet mit neuer Eminescu-Ausstellung
Kulturchronik Samstag, 15 August 2026

Schicksal einer Gemeinschaft: Die schwarze Komödie von Ioana Mischie

Inspiriert von realen Ereignissen und sozialen Phänomenen erzählt „Catane“ von einem Dorf, das am Ende seiner legalen Möglichkeiten angekommen ist – u…

Schicksal einer Gemeinschaft: Die schwarze Komödie von Ioana Mischie
Kulturchronik Samstag, 01 August 2026

Alina Șerban als Boxerin Ali in Gipsy Queen – eine Story jenseits ethnischer Klischees

Alina Șerban ist als erste Roma-Frau mit dem Orden „Kultureller Verdienst“ im Ritter-Rang ausgezeichnet worden und hat ihren Weg an der Schnittstelle …

Alina Șerban als Boxerin Ali in Gipsy Queen – eine Story jenseits ethnischer Klischees
Kulturchronik Sonntag, 21 Juni 2026

Ausstellung gibt Einblick in die Welt des Künstlers Felix Aftene

Im neuen Art Safari Museum im Bukarester Stadtkern ist derzeit die Ausstellung „Diary“ des rumänischen Künstlers Felix Aftene zu sehen. Sie läuft bis …

Ausstellung gibt Einblick in die Welt des Künstlers Felix Aftene

Partner

Muzeul Național al Țăranului Român Muzeul Național al Țăranului Român
Liga Studentilor Romani din Strainatate - LSRS Liga Studentilor Romani din Strainatate - LSRS
Modernism | The Leading Romanian Art Magazine Online Modernism | The Leading Romanian Art Magazine Online
Institului European din România Institului European din România
Institutul Francez din România – Bucureşti Institutul Francez din România – Bucureşti
Muzeul Național de Artă al României Muzeul Național de Artă al României
Le petit Journal Le petit Journal
Radio Prague International Radio Prague International
Muzeul Național de Istorie a României Muzeul Național de Istorie a României
ARCUB ARCUB
Radio Canada International Radio Canada International
Muzeul Național al Satului „Dimitrie Gusti” Muzeul Național al Satului „Dimitrie Gusti”
SWI swissinfo.ch SWI swissinfo.ch
UBB Radio ONLINE UBB Radio ONLINE
Strona główna - English Section - polskieradio.pl Strona główna - English Section - polskieradio.pl
creart - Centrul de Creație Artă și Tradiție al Municipiului Bucuresti creart - Centrul de Creație Artă și Tradiție al Municipiului Bucuresti
italradio italradio
Institutul Confucius Institutul Confucius
BUCPRESS - știri din Cernăuți BUCPRESS - știri din Cernăuți

Mitgliedschaften

Euranet Plus Euranet Plus
AIB | the trade association for international broadcasters AIB | the trade association for international broadcasters
Digital Radio Mondiale Digital Radio Mondiale
News and current affairs from Germany and around the world News and current affairs from Germany and around the world
Comunità radiotelevisiva italofona Comunità radiotelevisiva italofona

Provider

RADIOCOM RADIOCOM
Zeno Media - The Everything Audio Company Zeno Media - The Everything Audio Company