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Stabilitätsbericht der Nationalbank: Konsum übersteigt Einkommen

In Rumänien übersteigt der Konsum der Bevölkerung die Einkommen – heißt es in einem Bericht der Nationalbank Rumäniens (BNR). Anders gesagt – viele Menschen leben über ihre Verhältnisse oder auf Pump.

Foto: pixabay.com
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und , 12.12.2025, 12:25

Über mehr als ein Jahrzehnt hinweg haben die Menschen in Rumänien die Wirtschaft vor allem über den Konsum in Schwung gehalten. Nicht selten wurde den Regierungen deswegen vorgeworfen, sich damit zufrieden zu geben, anstatt beispielsweise Exporte oder Investitionen stärker zu fördern. Doch aktuelle Daten des Nationalen Statistikamts für den Oktober dieses Jahres zeigen nun eine deutliche Trendwende: Der Einzelhandel befindet sich im Rückgang – sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch zum Vorjahr.

Es ist die erste statistische Bestätigung dafür, dass der bisherige Motor des Wirtschaftswachstums – der Konsum – an Kraft verliert. Eine Entwicklung, die auch mit den strikten Sparmaßnahmen zusammenhängt, die im Sommer in Kraft traten, um das hohe Haushaltsdefizit zu reduzieren. Nach Angaben des Statistikamts sank das Umsatzvolumen im Einzelhandel (mit Ausnahme der Kraftfahrzeuge und Motorräder) im Oktober um 1,1 Prozent gegenüber September und um 4 Prozent im Vergleich zu Oktober 2024. Der Rückgang ist breit angelegt: Lebensmittel, Non-food-Artikel, Kraftstoffe – allesamt betroffen. Fachleute schließen daraus, dass die Menschen in Rumänien selbst bei grundlegenden Ausgaben zurückhaltender werden: durch Aufschub, durch veränderte Konsumgewohnheiten oder durch die Orientierung hin zu günstigeren Produkten.

Das Online-Nachrichtenportal Hotnews weist darauf hin, dass rumänische Verbraucher jahrelang die „anonymen Helden“ der Wirtschaft gewesen seien. Nun jedoch bräuchten diese „Helden“ eine Erholungspause – und solange starke Impulse aus der Industrie oder aus Bereichen mit hoher Wertschöpfung ausbleiben, bleibe die Wirtschaft verwundbar. Die Nationalbank Rumäniens (BNR) bestätigt die Beobachtungen der Statistiker. In einem am Dienstag veröffentlichten Stabilitätsbericht heißt es, dass der Konsum der Haushalte aktuell die verfügbaren Einkommen übersteigt. Der Überschuss werde entweder aus früheren Ersparnissen oder über Kredite finanziert – als Effekt der jüngsten steuerpolitischen Maßnahmen, aber auch wegen der anhaltend hohen Inflation und der insgesamt schwachen wirtschaftlichen Dynamik.

Doch nicht nur die privaten Haushalte geben mehr aus, als sie einnehmen – auch der Staat selbst. Laut Statistikamt ist das Handelsdefizit Rumäniens in diesem Jahr weiter gestiegen und liegt nun bei fast 28 Milliarden Euro, um rund 276 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Zwar legten die Exporte um 4,3 Prozent zu, doch auch die Importe stiegen – um 3,4 Prozent. Analysten betonen, dass ein großer Teil der Importe in die Produktion fließe oder die rumänischen Ausfuhren ermögliche. Gleichzeitig gebe es Bereiche mit chronischen Defiziten, etwa die chemische Industrie oder die Lebensmittelbranche. Dort müsste gegengesteuert werden, damit die heimische Produktion einen größeren Teil des Bedarfs decken kann.

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