City-Break nach Großwardein: reizende Architektur, abwechslungsreiche Freizeitmöglichkeiten
Oradea (dt. Großwardein) hat sich in den letzten Jahren zu einem der attraktivsten Reiseziele Rumäniens entwickelt. Die Kreishauptstadt des Landkreises Bihor im Nordwesten des Landes begeistert mit einer außergewöhnlichen architektonischen Vielfalt: Jugendstil, Secession, Barock und mittelalterliche Festungsarchitektur prägen das Stadtbild. Mit fast 90 Jugendstilgebäuden und zahlreichen denkmalgeschützten Bauten gilt Oradea als wahres Freilichtmuseum. Gleichzeitig ist die Stadt auch ein Ort der Erholung – dank ihrer bekannten Thermalquellen mit heilender Wirkung.
Daniel Onea und Sorin Georgescu, 11.01.2026, 17:30
Alexandru Chira, Leiter des Vereins zur Förderung des Tourismus in Großwardein und der Region, erklärt, warum die Stadt besondere Aufmerksamkeit verdient.
„Meiner Meinung nach gleicht Oradea einem Freilichtmuseum, das man idealerweise in drei Tagen entdecken kann. Wer weniger Zeit hat, sollte unbedingt am Platz der Vereinigung beginnen. Er ist das architektonische und kulturelle Zentrum der Stadt. Dort befindet sich auch das bekannteste Jugendstilgebäude Großwardeins – der Schwarzer-Adler-Palast, mit seiner beeindruckenden Passage nach dem Vorbild der italienischen Galerien Vittorio Emanuele.“
In unmittelbarer Nähe des Schwarzer-Adler-Palastes erhebt sich eines der faszinierendsten Gotteshäuser Mittel- und Osteuropas: die Kathedrale „Mariä Entschlafung“, bekannt als die Mondkirche (Biserica cu Lună). Errichtet von 1784 bis 1790, beeindruckt dieses architektonische Juwel durch die harmonische Verbindung von spätbarockem Stil und neoklassizistischen Einflüssen. Der wahre Schatz verbirgt sich unter dem Zifferblatt der Turmuhr: ein einzigartiger astronomischer Mechanismus, der 1793 vom Wiener Uhrmacher und Hobbyastronomen Georg Rüppe installiert wurde. Er bewegt eine Kugel mit einem Durchmesser von einem Meter, halb schwarz und halb golden bemalt. Durch ein präzises Räderwerk dreht sich die Kugel entsprechend der Umlaufbewegung des Mondes um die Erde und stellt mit verblüffender Genauigkeit alle Mondphasen dar.
Diese seltene Symbiose aus exakter Wissenschaft und Spiritualität macht die Kirche nicht nur zu einem religiösen, sondern auch zu einem astronomischen Wahrzeichen. Das Innere der Kathedrale begeistert weiterhin mit einer vergoldeten Ikonostase und Wandmalereien von hohem künstlerischem Wert, ausgeführt in warmen Farben, die zur Meditation einladen. Das Licht, das durch die hohen Fenster einfällt, betont die geschnitzten Details und vermittelt dem Besucher eine tiefe Ruhe – im Kontrast zur Lebendigkeit des historischen Stadtzentrums. Alexandru Chira zählt weitere Denkmäler in der Nähe der Mondkirche auf:
„Auch wenn es kein Jugendstilbau ist, gehört die Mondkirche zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Der Mondphasen-Mechanismus funktioniert bis heute perfekt. Von hier aus kann man weiter zum Ferdinandplatz gehen oder die Fußgängerzone auf der Republikstraße erkunden, mit drei bedeutenden Jugendstilpalästen – dem Apollo-Palast, dem Moskovits-Miksa-Haus und dem Stern-Palast. Jedes Bauwerk ist unterschiedlich in Farbe und Struktur seiner Fassade. Sie zählen heute zu den beliebtesten Fotomotiven der Stadt.“
Neben Kultur bietet Oradea auch Entspannung. Gemeinsam mit dem nahegelegenen Kurort Bad Felix (Băile Felix) bildet die Stadt ein europaweit anerkanntes Wellness-Zentrum mit Aquaparks, SPA- und Rehabilitationsanlagen. Gleichzeitig lädt die Umgebung des Kreises Bihor zu aktiven Erlebnissen ein – vom Wandern über Radfahren bis hin zur Erkundung spektakulärer Höhlen. Alexandru Chira empfiehlt, diese Erlebnisse zu kombinieren.
„Ich empfehle Touristen, sich bis zu einer Autostunde in die Umgebung zu wagen, wo sie zu jeder Jahreszeit Verlockungen entdecken können. Es gibt Angebote für Höhlenerkundung, Wandern oder Radtourismus. Das Umland stellt eine natürliche Erweiterung des Stadtbesuchs dar und bietet den perfekten Kontrast zwischen urbaner Eleganz und unberührter Natur. Die Nähe dieser Ressourcen macht Großwardein zu einem idealen Ausgangspunkt für alle, die einen aktiven Urlaub suchen.“
Abgerundet wird das touristische Angebot durch regionale Küche und lebendige Traditionen. In den Dörfern des Kreises Bihor werden alte Rezepte, Handwerkskunst und ein multikulturelles Erbe bewahrt – von lokaler Küche bis zur berühmten weißen Keramik aus Vadu Crișului. Großwardein präsentiert sich heute als modernes City-Break-Ziel, das Geschichte, Architektur, Entspannung und Tradition auf einzigartige Weise verbindet.