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Umweltaktivistin Stéphanie Roth: „Zuhause ist dort, wo mein Herz ist – in Roșia Montană“

Stéphanie Danielle Roth ist Journalistin und Umweltaktivistin mit französischer und schweizerischer Staatsbürgerschaft. Sie studierte Geschichte, Politik und Wirtschaftsgeschichte in London und absolvierte ein Masterstudium in Cambridge. Beruflich arbeitete sie unter anderem als Redakteurin für das britische Umweltmagazin The Ecologist. In Rumänien wurde sie einer breiten Öffentlichkeit bekannt durch ihr Engagement für den Erhalt des Dorfs Roșia Montană (dt. Goldbach) in den rumänischen Westkarpaten. Konkret setzte sie sich gegen eines der größten geplanten Bergbauprojekte Europas ein, wodurch das Dorf von der Erdoberfläche verschwunden wäre und die Natur durch den Abbau von Gold langfristig enormen Schaden davongetragen hätte. Außerdem war sie an der Verhinderung des sogenannten Dracula-Themenparks in der Nähe von Schäßburg in Siebenbürgen beteiligt, dessen Errichtung ein Naturreservat erheblich belastet hätte.

Stéphanie Danielle Roth (Foto: persönliches Archiv der Aktivistin)
Stéphanie Danielle Roth (Foto: persönliches Archiv der Aktivistin)

und , 15.01.2026, 17:45

 

RadioRomaniaInternational · Umweltaktivistin Stéphanie Roth: „Zuhause ist dort, wo mein Herz ist – in Roșia Montană“

 

Stéphanie Danielle Roth ist Journalistin und Umweltaktivistin mit französischer und schweizerischer Staatsbürgerschaft. Sie studierte Geschichte, Politik und Wirtschaftsgeschichte in London und absolvierte ein Masterstudium in Cambridge. Beruflich arbeitete sie unter anderem als Redakteurin für das britische Umweltmagazin The Ecologist. In Rumänien wurde sie einer breiten Öffentlichkeit bekannt durch ihr Engagement für den Erhalt des Dorfs Roșia Montană (dt. Goldbach) in den rumänischen Westkarpaten. Konkret setzte sie sich gegen eines der größten geplanten Bergbauprojekte Europas ein, wodurch das Dorf von der Erdoberfläche verschwunden wäre und die Natur durch den Abbau von Gold langfristig enormen Schaden davongetragen hätte. Außerdem war sie an der Verhinderung des sogenannten Dracula-Themenparks in der Nähe von Schäßburg in Siebenbürgen beteiligt, dessen Errichtung ein Naturreservat erheblich belastet hätte.

Zu Beginn unseres Gesprächs erzählt Stéphanie Roth, wie sie überhaupt nach Rumänien kam und warum sie sich hier engagierte.

 

Zuerst einmal vielen Dank für die Einladung! Ich kam 2002 nach Rumänien, als Freiwillige für die Initiative ‚Nachhaltiges Schäßburg‘, die damals gegen den Dracula-Park kämpfte, dessen Errichtung ein Naturreservat zerstört hätte. Später zog ich nach Roșia Montană und lebte dort rund zehn Jahre. Danach arbeitete ich von Großbritannien aus weiter für die Kampagne, war aber auch in anderen Umweltprojekten auf dem Balkan aktiv. Ich bin Aktivistin – das war ich lange Zeit und das bin ich auch heute noch.“

 

Der Weg nach Rumänien war also mehr Zufall als Plan. Als Journalistin in London recherchierte sie zu Umweltprojekten und kam über Gespräche mit lokalen Initiativen schließlich nach Siebenbürgen. Der Besuch in Roșia Montană wurde für sie zum Wendepunkt: Dort entschied sie sich, die lokale Gemeinschaft im Kampf gegen das Bergbauprojekt aktiv zu unterstützen und darüber international zu berichten.

Fast wäre sie gar nicht mehr weggegangen, doch dann musste sie Rumänien verlassen, um sich um ihre betagte Mutter zu kümmern. Stéphanie Roth lebte viele Jahre in Roșia Montană, lernte Rumänisch und wurde von der Gemeinschaft aufgenommen. Bis heute kehrt sie jedes Jahr für mehrere Monate dorthin zurück. Fühlt sie sich dort immer noch heimisch?

 

Das kann eigentlich nur die Gemeinschaft selbst beantworten. Für mich ist Roșia Montană mein Zuhause – dort, wo mein Herz ist. Ich kehre jedes Jahr zurück, so lange ich kann. Dort sind meine Freunde, meine Erinnerungen, und dort fühlt sich meine Seele am wohlsten.“

 

Stéphanie Roth hat viele Länder bereist und unterschiedliche Gemeinschaften kennengelernt. Gefragt nach dem Besonderen an Roșia Montană, spricht sie über emotionale Bindung, gemeinsame Kämpfe und prägende Lebensjahre.

Das ist eine sehr gute Frage! Man weiß im Leben nie, wo man seine Zugehörigkeit findet und Wurzeln schlägt. Ich habe dort entscheidende Jahre meines Lebens verbracht und enge Freundschaften geschlossen. Der Kampf um Roșia Montană war intensiv – wie David gegen Goliath. Diese gemeinsame Anstrengung hat uns zusammengeschweißt. Heute ist es wunderschön, zurückzukehren und zu sehen, dass es dort ruhig ist und der Ort aufblüht. Das macht mich sehr glücklich.“

 

Zum Jahresbeginn, als dieses Gespräch stattfand, bat unsere Redaktion Stéphanie Roth um einen Wunsch für Rumänien und für die Menschen von Roșia Montană, die für sie längst wie eine Familie sind.

 

Ich bewundere die Rumänen sehr. Sie haben mir gezeigt, dass man gemeinsam vieles erreichen kann. Wenn ich sehe, wie sie für Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit auf die Straße gehen, erfüllt mich das mit großem Respekt. Ich wünsche mir nur, dass sie wachsam bleiben und diesen Weg weitergehen. Eine deutsche [Bert Brecht zugeschriebene – Anm. d. Red.] Redewendung begleitet mich dabei: Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Und genau das habe ich auch von Rumänien gelernt.“

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