Haushaltsdefizit ist 2025 gesunken
Rumäniens Staatshaushaltsdefizit sank 2025 um ein Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Roxana Vasile und Florin Lungu, 28.01.2026, 14:11
Seit Mitte des letzten Jahres müssen die Rumänen mit harten – und äußerst unpopulären – Sparmaßnahmen leben. Grund dafür ist ein enormes Haushaltsdefizit, das größte in der Europäischen Union. Internationale Finanzagenturen könnten Rumänien deshalb auf Ramschniveau herabstufen, d. h. es wäre nicht für Investitionen empfohlen. Bislang ist dieses Szenario jedoch nur Theorie. Am 13. Februar veröffentlicht Fitch seine Entscheidung zum Länderrating Rumäniens, von dem auch die Höhe der Zinssätze abhängt, zu denen sich die Regierung auf den internationalen Märkten verschuldet.
Finanzminister Alexandru Nazare erklärte in diesem Zusammenhang, Bukarest wolle nicht nur das aktuelle Rating halten, sondern in der kommenden Zeit auch die Wirtschaftsleistung und das Rating des Landes verbessern. Die rumänischen Behörden präsentierten Fitch die Maßnahmen, die es ermöglichten, das Haushaltsdefizit unter das gegenüber der Europäischen Kommission vorgegebene Ziel zu senken. Konkret schloss das Jahr 2025 mit einem Cash-Defizit von gut 146 Milliarden Lei (rund 29 Milliarden Euro) ab, was 7,65 % des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Dies bedeutet einen Rückgang des Defizits um mehr als einen Prozentpunkt gegenüber dem Wert von 2024 sowie gegenüber dem gegenüber der Europäischen Kommission vorgegebenen Wert von 8,4 %.
Finanzminister Alexandru Nazare erklärt diese Ergebnisse mit den erheblichen Investitionen, die aus nicht rückzahlbaren EU-Mitteln finanziert wurden, und mit Maßnahmen zur Haushaltsdisziplin. Auch die gestiegenen Staatseinnahmen, unter anderem durch Steuererhöhungen, trugen zu dem geringeren Haushaltsdefizit bei. So stiegen die Einnahmen aus Lohn- und Einkommensteuer im Vergleich zu 2024 um fast 20 %, während die Einnahmen aus Gewinnsteuer, Mehrwertsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen jeweils um über 10 % zunahmen. Andererseits stiegen auch die Ausgaben, darunter für Sozialleistungen, Waren und Dienstleistungen sowie Personalkosten, die im Verhältnis zum BIP leicht zurückgingen. Die Zinsaufwendungen überstiegen im vergangenen Jahr 50 Milliarden Lei (10 Milliarden Euro), die Investitionsaufwendungen 138 Milliarden Lei (rund 28 Milliarden Euro).
Die in der zweiten Jahreshälfte ergriffenen strengen Verwaltungsmaßnahmen und die Neuverhandlung des rumänischen Nationalen Konjunkturplans (PNRR) führten zu diesem Ergebnis, das auch die Bereitstellung von Rekordsummen für Investitionen ermöglichte – so der Finanzminister. Er erinnerte jedoch auch daran, dass Rumänien weiterhin hohe Zinsen für die Kredite zahlt, die es zur Deckung seiner Ausgaben benötigt, welche in den letzten Jahren seine Einnahmen deutlich überstiegen haben. Obwohl sich die Lage im Vergleich zum Vorjahr verbessert hat, wird jede künftige Regierung – so Alexandru Nazare – aufgrund der sehr hohen Staatsverschuldung mit einer schwierigen Situation konfrontiert sein.