Neue Köpfe für den Kampf gegen Korruption und organisierte Kriminalität
In Rumänien stehen wichtige Personalentscheidungen in der Justiz an. Der Justizminister hat seine Vorschläge für die Spitzenposten bei den großen Staatsanwaltschaften bekanntgegeben. Es geht um das Amt des Generalstaatsanwalts, um die Leitung der Antikorruptionsbehörde DNA und um die Führung der Anti-Mafia-Behörde DIICOT.
Leyla Cheamil und Alex Sterescu, 03.03.2026, 13:43
Der rumänische Justizminister Radu Marinescu hat seine Kandidaten für die Führung der wichtigsten Staatsanwaltschaften des Landes vorgestellt.
Für das Amt der Generalstaatsanwältin nominierte er Cristina Chiriac. Sie leitet derzeit die DNA-Territorialstelle in Iași. An die Spitze der DNA soll Viorel Cerbu rücken. Er ist aktuell stellvertretender Chefermittler der Behörde. Für die Leitung der DIICOT wurde Codrin Horațiu Miron vorgeschlagen. Er führt derzeit die Territorialstelle in Timișoara. Das Auswahlverfahren lief vom 8. Januar bis zum 2. März. Nun beginnt das formelle Ernennungsverfahren.
Justizminister Marinescu begründete seine Entscheidung für Cristina Chiriac mit deren langjähriger Erfahrung und hoher fachlicher Qualifikation. Sie verfüge über eine bemerkenswerte juristische Ausbildung und habe bewiesen, dass sie vorhandene Ressourcen effizient einsetzen könne. Zudem lege sie großen Wert auf die operative Unabhängigkeit der Staatsanwälte. Diese sei ein Grundpfeiler des Rechtsstaates und Voraussetzung für das Vertrauen in die Staatsanwaltschaft.
Cristina Chiriac machte sich unter anderem durch Ermittlungen gegen den ehemaligen Vorsitzenden des Kreisrats Vaslui, Dumitru Buzatu, einen Namen. Sie spricht sich außerdem dafür aus, häufiger Verständigungsvereinbarungen – also Absprachen über Schuldbekenntnisse – zu nutzen, um die hohe Zahl offener Verfahren zu verringern.
Auch Viorel Cerbu, der für die Leitung der DNA vorgesehen ist, setzt auf Effizienz und Spezialisierung. Laut Justizminister verbindet er strafrechtliche Erfahrung und Managementkompetenz mit großer fachlicher Souveränität.
Cerbu blickt auf 29 Jahre im Justizdienst zurück. Er habe stets Wert auf eine effiziente Nutzung der personellen Ressourcen gelegt und darauf, komplexe Ermittlungen innerhalb angemessener Fristen abzuschließen. Zu den von ihm betreuten Verfahren zählen ein umfangreicher Korruptionsfall gegen Zollbeamte im Nordwesten des Landes mit 165 Angeklagten, die Beschlagnahmung von zwei Tonnen Kokain im Hafen von Constanța sowie die Aufdeckung eines Netzwerks in Pitești, das Führerscheine auf betrügerische Weise beschafft hatte.
Der dritte Kandidat, Codrin Horațiu Miron, der die DIICOT übernehmen soll, unterstützt ebenfalls den verstärkten Einsatz von Verständigungsvereinbarungen, um Staatsanwaltschaften und Gerichte zu entlasten. Zugleich betont er die Bedeutung der Rückgewinnung von Schadenssummen und die Notwendigkeit, das Vertrauen der Bevölkerung in die Justiz zu stärken.
Nach Angaben des Ministers überzeugte Miron mit einer soliden fachlichen Ausbildung und einer ausgeprägten universitären Laufbahn. In seinem Managementkonzept habe er die zentralen Handlungsfelder klar benannt, um die operative Schlagkraft der DIICOT im Kampf gegen organisierte Kriminalität zu erhöhen und zugleich Qualität und Effizienz der Justizarbeit zu verbessern.
Mit diesen Vorschlägen ist die künftige Führungsstruktur der großen Staatsanwaltschaften vorgezeichnet. Die endgültige Entscheidung fällt im nächsten Schritt nach dem gesetzlich vorgesehenen Verfahren.