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Sorgen wegen steigender Kraftstoffpreise

Der Krieg im Nahen Osten treibt die Kraftstoffpreise in die Höhe – und je stärker sich die Lage in der Golfregion zuspitzt, desto deutlicher werden die Auswirkungen spürbar sein.

Foto: IADE-Michoko / pixabay.com
Foto: IADE-Michoko / pixabay.com

und , 09.03.2026, 14:59

Der Nahe Osten, eine der wichtigsten ölproduzierenden Regionen der Welt, spielt eine entscheidende Rolle für das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage auf dem globalen Energiemarkt. Jeder Konflikt in dieser Region löst daher eine Kettenreaktion aus. Genau das geschieht derzeit: Der von den Vereinigten Staaten und Israel gegen den Iran begonnene Krieg, der sich inzwischen auf mehrere Länder ausgeweitet hat, hat eine Krise in der Straße von Hormus ausgelöst – durch diese Meerenge werden rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels transportiert. Vor dem Hintergrund des Krieges im Nahen Osten haben sowohl die Brent-Ölsorte aus der Nordsee als auch das in den USA geförderte Rohöl die Marke von 100 Dollar pro Barrel überschritten – nach einem beispiellos schnellen Preisanstieg.

Rumänien ist zwar nicht vollständig von Ölimporten abhängig, doch der Kraftstoffmarkt ist stark an die internationalen Entwicklungen gekoppelt. Energieminister Bogdan Ivan erklärt, dass bereits seit Oktober vergangenen Jahres gemeinsam mit allen Unternehmen in Rumänien an alternativen Lieferwegen gearbeitet werde – ohne damals gewusst zu haben, dass ein solches Ereignis bevorstehen würde. Dadurch habe sich eine größere Flexibilität ergeben: Das Land verfüge über Vorräte für mindestens fünf Monate und über alternative Lieferketten. Derzeit würden weniger als sieben Prozent der rumänischen Importe von raffiniertem Erdöl über die Straße von Hormus transportiert.

Dank der von der rumänischen Regierung ergriffenen Maßnahmen habe Rumänien – trotz steigender Kraftstoffkosten – derzeit einen der geringsten Preisanstiege unter den EU-Mitgliedstaaten. Besonders stark betroffen ist bislang der Dieselpreis: Er ist innerhalb nur einer Woche um rund 50 Bani (10 Eurocents) pro Liter gestiegen. Etwa die Hälfte des Endpreises an der Zapfsäule besteht aus staatlichen Abgaben – aus der Verbrauchsteuer und der Mehrwertsteuer. Energieminister Bogdan Ivan erklärte, die Regierung prüfe eine mögliche zeitweilige Senkung dieser Abgaben, um zu verhindern, dass die Preise die Marke von zehn Lei (2 Euro) pro Liter erreichen. Der Minister im O-Ton:

„Wir sind auf jede Art von Eingriff vorbereitet, wenn es im Interesse der rumänischen Bevölkerung ist. Für eine begrenzte Zeit – bis sich die Lage in der Straße von Hormus und im Nahen Osten stabilisiert – ziehen wir gezielte Maßnahmen in Betracht, um diese negativen Auswirkungen zu verringern. Für uns ist es äußerst wichtig, dass die Preise nicht zweistellig werden.“

In der vergangenen Woche wurde außerdem eine neue Regelung zum Schutz der privaten Gasverbraucher verabschiedet. Sie garantiert eine Deckelung der Gaspreise für Haushalte für die Dauer eines Jahres. Die Regierung habe aus den Erfahrungen der Vergangenheit gelernt und täte alles, um die Preise so niedrig wie möglich zu halten. Es sei ausreichend Kraftstoff vorhanden, sagte noch der Minister.

Vollständig geschützt sind die rumänischen Verbraucher allerdings nicht. Denn steigende Kraftstoffpreise lösen oft eine Kettenreaktion aus: Wird der Transport teurer, steigen auch die Preise für zahlreiche andere Produkte – von Lebensmitteln bis hin zu Industriegütern. In einer Wirtschaft, die bereits von Inflation und Unsicherheit geprägt ist, könnte zusätzlicher Kostendruck die Bemühungen um wirtschaftliche Stabilisierung weiter erschweren.

Comisia Europeană (Foto: © European Union - Source: EC - Audiovisual Service / Photographer: Christophe Licoppe)
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