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Ukraine: am 100. Kriegstag

Die Ukraine befindet sich seit 100 Tagen im Krieg, und der Konflikt mit Russland wird wohl noch lange andauern.

Ukraine: am 100. Kriegstag
Ukraine: am 100. Kriegstag

, 03.06.2022, 17:35


Tausende von getöteten oder verwundeten Zivilisten, Millionen von Flüchtlingen, zerstörte Städte — so sieht die Ukraine am 100. Tag nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges aus. Der europäische Kontinent ist destabilisiert, die Europäische Union hat bisher sechs Sanktionspakete gegen Russland verabschiedet, die globale geopolitische Ordnung ist erschüttert und die Weltwirtschaft geschwächt. Währenddessen setzt Kremlchef Wladimir Putin den Krieg gegen die Ukraine fort. Russland hält derzeit etwa 20 % der Ukraine besetzt und ermittelt seinerseits gegen rund 15.000 mutma‎ßlichen Kriegsverbrechern.




Zum Beginn des Angriffskrieges, am 24. Februar, wurde die Hauptstadt Kiew schwer beschossen, konnte aber nicht eingenommen werden. Cherson, unweit der Halbinsel Krim, die zuvor von den Russen annektiert worden war, wurde am 2. März als erste grö‎ßere ukrainische Stadt erobert. Charkow, die zweitgrö‎ßte Stadt des Landes, wurde ebenfalls stark bombardiert. Die beidseitigen politischen Verhandlungen waren bisher erfolglos. Im April gingen die Bilder des Massakers von Bucea um die Welt. Die Stadt Mariupol, das Bindeglied zwischen der Krim und den Separatistengebieten in der Ostukraine, ist gefallen. Im Stahlwerk Asowstal wurde erbitterter Widerstand geleistet. Der ukrainische Präsident Volodymyr Selenskyj ermutigt seine Soldaten und bittet die internationale Gemeinschaft um Hilfe. Die USA, die G7, die NATO und die Europäische Union springen ein, schlie‎ßen aber auch die eigenen Reihen, um sich zu verteidigen. Die Ukraine möchte der EU beitreten, während Schweden und Finnland schnell in die NATO streben. Moskau erpresst den Westen mit der Unterbrechung der Gaslieferungen. Die riesige Getreideernte der Ukraine kann nicht mehr exportiert werden, und es zeichnet sich eine Nahrungsmittelkrise ab, die die weltweit ärmsten Länder treffen könnte.




Das Bild nach 100 Tagen Krieg ist noch lange nicht vollständig! Eine kürzlich durchgeführte Umfrage unter Rumäninnen und Rumänen zeigt, dass über 71 % der Befragten Russland für den Krieg in der benachbarten Ukraine verantwortlich machen. Über 87 % sind überzeugt, dass die russische Führung wegen Kriegsverbrechen zur Rechenschaft gezogen werden sollte, und 65 % halten es für eine gute Idee, dass die NATO und die USA mehr Truppen zu Verteidigungszwecken nach Rumänien schicken. Es ist eine klare Einstellung für die westlichen Werte und für die NATO. Sie deckt sich mit der Linie, die die Europäische Union und der gesamte euro-atlantische Raum derzeit verfolgen — so die Kommentatoren in Bukarest.




Die rumänische Regierung hat kürzlich weitere Ma‎ßnahmen zur Unterstützung von Geflüchteten ergriffen. Sie erörterte in erster Lesung einen nationalen Ma‎ßnahmenplan, um den geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainern zu erleichtern, einen Arbeitsplatz und eine Wohnung finden, ihre Kinder in der Schule anzumelden und so schnell wie möglich Rumänisch zu lernen, um sich integrieren zu können. Auch die staatliche Informationsplattform für Menschen, die vorübergehenden Schutz genie‎ßen, ging ans Netz. Es sind alles Folgen der gro‎ßen Empathie-Welle, die Rumänien seit der Ankunft der ersten Geflüchteten überrollte!










Foto: Joan / unsplash.com
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