Diskussionen zur Sicherheit im Schwarzen Meer
Die Sicherheit im Schwarzen Meer war Thema des Nordatlantikrats und einer Debatte im Europäischen Parlament.
Ştefan Stoica und Florin Lungu, 21.10.2026, 12:12
Innerhalb von zehn Tagen wurden sechs Drohnenangriffe, höchstwahrscheinlich von Russland, auf zivile Schiffe vor den Küsten Bulgariens und Rumäniens registriert. Alarmiert beantragten die beiden Staaten eine Sitzung des Nordatlantikrats zum Thema Sicherheit im Schwarzen Meer. Die Botschafter der Bündnisstaaten beschlossen am Dienstag in Brüssel, Rumänien und Bulgarien zusätzliche Ressourcen zur Bekämpfung russischer Angriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer zu entsenden. Diese umfassen Unterstützung bei Überwachung, Aufklärung und forensischen Untersuchungen.
NATO-Sprecherin Allison Hart erklärte, die NATO habe ihre Position an der Ostflanke, einschließlich der Fähigkeiten zur Drohnenabwehr, bereits verstärkt. Sie betonte zudem, die Bündnispartner würden weiterhin zusammenhalten und sicherstellen, auf jede Bedrohung vorbereitet zu sein. Rumänien und Bulgarien haben den Verbündeten eine Liste der benötigten militärischen Ausrüstung zur Abwehr solcher Angriffe vorgelegt, wie bereits im Vorjahr bei der von den Verbündeten geleisteten Hilfe. Die Vereinigten Staaten, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und die Slowakei reagierten auf den letzten Aufruf und stellten Ausrüstung für eine Übergangslösung bereit.
Frankreich hat inzwischen ebenfalls seine Unterstützung angeboten; die anderen Staaten werden in Kürze mitteilen, welche Ausrüstung sie entsenden werden. Die Sicherheitslage im Schwarzen Meer war am Dienstag auch Thema einer Debatte im Europäischen Parlament. Die Hohe Vertreterin für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, befürwortete die Entsendung einer Marinemission der Europäischen Union ins Schwarze Meer, um Getreidetransporte vor russischen Drohnen zu schützen. Die EU-Außenbeauftragte bezeichnete die jüngsten Vorfälle in der Region, darunter auch in den Hoheitsgewässern Rumäniens und Bulgariens, als gefährliche und inakzeptable Eskalation.
Russland könne mit seinen Angriffen im Schwarzen Meer eine globale Nahrungsmittelkrise auslösen, sagte Kallas im Plenum des Europäischen Parlaments. Sie ist überzeugt, dass das Schwarzmeer-Zentrum, das Rumänien und Bulgarien mit Unterstützung der Europäischen Union in Kürze einrichten werden, die nachrichtendienstliche Komponente stärken wird. Laut einer hochrangigen europäischen Beamtin muss die Union ihr Entscheidungssystem für den Fall solcher Vorfälle verbessern. Daher der Vorschlag für ein Notfallprotokoll, das sofortige politische Konsultationen und eine bessere Koordinierung in Situationen schwerwiegender hybrider Krisen, einschließlich der Abstimmung mit der NATO, vorsieht.
Der PSD-Europaabgeordnete Victor Negrescu erklärte, die Union könne nicht erst auf den nächsten schweren Vorfall warten, um zu handeln. Er führte aus, dass Rumänien in der am Donnerstag zu diesem Thema zu verabschiedenden Entschließung des Europäischen Parlaments die dringende Finanzierung und den Betrieb des europäischen maritimen Sicherheitszentrums im Schwarzen Meer fordert, mit einer zentralen Rolle für Constanța, einem klaren Zeitplan und realen Überwachungs- und Interventionskapazitäten.