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Frauen in der postkommunistischen Gesellschaft: Buch untersucht Stellung der Frau in Rumänien

Der Studienbanband Geburt der demokratischen Bürgerschaft. Frauen und ihre Macht im modernen Rumänien“ von Maria Bucur und Mihaela Miroiu gilt als Meilenstein in der feministischen Forschung.

Frauen in der postkommunistischen Gesellschaft: Buch untersucht Stellung der Frau in Rumänien
Frauen in der postkommunistischen Gesellschaft: Buch untersucht Stellung der Frau in Rumänien

, 15.08.2020, 17:30

Der Band Die Geburt der demokratischen Staatsbürgerschaft. Frauen und ihre Macht im modernen Rumänien“ von Maria Bucur und Mihaela Miroiu analysiert die Art und Weise, wie Frauen im postkommunistischen Europa wahrgenommen werden. Maria Bucur lehrt Geschlechterstudien an der Universität Indiana in den USA. Über dieses Projekt sagte sie:



Das ganze Projekt begann natürlich mit meiner Freundschaft zu Mihaela, was mich dazu brachte, zehn Jahre lang über dieses Thema viel zu lesen. Es hat sich gelohnt, denn ich habe viel gelernt. Ich war es nicht gewohnt, Urteile zu fällen, so wie ich sie am Ende getroffen habe, und das ist ein Gewinn für mich. Ich glaube, ich hatte sehr viel zu lernen. Meine Interdisziplinarität hat sich enorm ausgeweitet, und das ist für mich au‎ßergewöhnlich. Die Gelegenheit, diese Frauen kennenzulernen, die mir Mihaela vorgestellt hat, war die Chance meines Lebens.“




Die in diesem Bereich durchgeführten Forschungen führten zur Entwicklung einer Geschichte der rumänischen Frauen nach 1990. Das Buch von Maria Bucur und Mihaela Miroiu stellt eigentlich einen einzigartigen Ansatz in der rumänischen Literatur dar:



Das Kapitel über die Geschichte, oder genauer gesagt der historischen Kontext, war ursprünglich nicht geplant. Wir hatten mit einer Feldstudie begonnen, die wir später im Detail vorstellen wollten. Aber dann wurde uns klar, dass es bisher kein Buch in rumänischer Sprache über die Geschichte der Frauen gab, ein Buch, das erklärt wie man ihre Stimmen besser verstehen kann und welche die rechtlichen, bildungspolitischen oder politischen Strukturen und Normen der damaligen Zeit waren.“




Mihaela Miroiu ist Professorin für Politikwissenschaft an der Nationalen Schule für Politische und Administrative Studien in Bukarest. Ihr Name ist vor allem mit der Gründung der feministischen Studien und der Geschlechterforschung in Rumänien verbunden. Als Koautorin des Buches gibt sie zu, dass dieses Projekt das Ergebnis eines persönlichen Ansatzes ist:



In gewisser Weise war dieses Buch mein Moment, in dem ich mir sagte: ‚Lass mich zur ursprünglichen Frau zurückkehren.‘ Zu allen Frauen, die mich aufgezogen haben, zur Generation der Frauen, die meine Zeitgenossinnen sind, und dann zu den Frauen der folgenden Generationen. Das sind, wenn Sie so wollen, die drei Generationen: unsere Gro‎ßmütter, Mütter und Töchter. Es gab nicht viel vorsätzliches Denken in dem Buch, es hat sich einfach so ergeben. Ich persönlich finde die drei sehr langen Interviews, die jeweils durchschnittlich 5 bis 6 Stunden dauerten, sehr gut.“




In der gesamten modernen Geschichte haben Frauen für die Anerkennung ihrer moralischen, intellektuellen, bürgerlichen und politischen Rechte gekämpft. Und überraschenderweise scheinen die rumänischen Frauen, auch die älteren, einen angeborenen Bürgergeist zu haben, sagt Mihaela Miroiu:



Die politische Kultur all dieser Frauen ist lobenswert. Ohne allzu anspruchsvoll zu sein, haben sie Interessen, die es politisch zu lösen gilt. Es ist sehr klar, dass aus ihrer Sicht eine Demokratie und eine Art von Politik, in der die Moral verschwunden ist, nichts mit dem Gemeinwohl zu tun hat. Sie wären in konsolidierten Demokratien wie den skandinavischen ganz zu Hause.“




Eine Feldforschung im siebenbürgischen Dorf Sâncrai gab Maria Bucur und Mihaela Miroiu die Möglichkeit, Geschichten von einer Vielzahl von Frauen zu hören, die einfach und au‎ßergewöhnlich zugleich sind:



Man kann ihre Entwicklung sehen, wie sie einfach ihr Leben selbst in die Hand genommen haben, unabhängig davon, dass es sich um 80-jährige Frauen aus Sâncrai handelt, die nur vier Jahre in die Schule gegangen sind, oder um hoch qualifizierte Stadtfrauen, viele von ihnen Ärztinnen, Lehrerinnen, Ingenieurinnen. Sie sind sich au‎ßerordentlich ähnlich in ihren Bestrebungen und sie sind sich sehr ähnlich, weil sie die Trennung zwischen der Moral und der Praxis der Politik nicht ertragen können. Eine Idee, die unser Buch fördert.“




Das Buch wurde 2018 in den USA im Verlag Indiana University Press veröffentlicht und ist jetzt in rumänischer Sprache in der Sammlung Zeitgeschichte“ im Verlag Humanitas erhältlich. Die Übersetzung trägt die Unterschrift von Magda Dragu und Mihaela Miroiu.

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