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Rumänien mit dem Fahrrad entdecken

Rumänien ist zwar für Massentourismus kaum geeignet, dafür aber um so mehr für andere Arten - nicht zuletzt für Radtourismus. Die gefragteste Region dafür ist Siebenbürgen – und sie ist zugleich auch logistisch am besten erschlossen. Doch die nachhaltigsten Eindrücke hinterlassen die Maramuresch und das Donaudelta. Im Reiseangebot für 2025 findet sich unter anderem die „Gravel Tour“, die ein Radurlaub speziell für Schotter- und Waldwege ist. In Rumänien gibt es immer noch viele unbefestigte Straßen – entlang der Felder, durch Waldstücke oder am Dorf und dadurch ist das Land zu einem attraktiven Ziel für sogenannte Gravel-Biker. Neu ist auch die „Bike and Photo Tour“ - ein Standard- oder maßgeschneiderter Ausflug für radelnde Fotofreunde. Eine ungewöhnliche Kombination und zugleich eine der Neuheiten des Jahres.

Foto: Stefano Zocca / unsplash.com
Foto: Stefano Zocca / unsplash.com

, 15.06.2025, 18:12

Den Reiz eines Urlaubs auf zwei Rädern entdeckt man am besten mit Ionuț Maftei, Tourismusunternehmer und selbst Reiseleiter.
 „Eine momentan besonders gefragte Tour richtet sich an alle, die Gravel-Bikes fahren, also Fahrräder für unbefestigte Wege. In Rumänien ist etwa die Hälfte aller Straßen nicht asphaltiert – und damit sind wir plötzlich sehr gefragt für diese Art von Radtourismus: Gravel Cycling. Unser Angebot heißt daher auch ‚Gravel Bike in Rumänien‘ und führt vor allem durch die Wildnis. Das ist eine unserer Hauptattraktionen. Wir waren ohnehin meist auf Nebenstrecken unterwegs, aber weil dieser Trend immer größer wird, haben wir eine bestehende Tour einfach entsprechend umbenannt. Standardmäßig findet sie in Siebenbürgen statt – dem beliebtesten Ziel überhaupt. Aber wird sind rundum anpassbar und können überall dort fahren, wo es unbefestigte Wege gibt.“

Die letzte Tour, die Ionuț Maftei begleitet hat, führte zu den Wehrkirchen in Siebenbürgen – ein Gebiet mit vielen markierten Radwegen. Die zweite Neuheit im Programm kombiniert Radfahren mit Fotografie.
 „Ganz klar, alle Touristen fotografieren auf Reisen. Aber vom Fahrrad aus sieht man viel mehr als aus dem Auto. Deshalb wollten wir Fahrradfahren und Fotografieren gezielt verbinden: Man erkundet Orte mit dem Rad und sucht gezielt nach guten Fotomotiven. Wir stellen uns jetzt nicht gleich auf einen Riesenstrom von Rad-Fotografen ein, aber wir wollten so eine Nische ins Portfolio aufnehmen – entweder für die Zukunft oder für jene, die schon heute so reisen wollen. 
Praktisch heißt das, wir halten öfters für Fotos an. Gerade bei Tieren muss man aufpassen, aber es gibt auch viele lohnende Motive bei Pflanzen oder Gebäuden. Die Idee kommt ursprünglich aus dem Ausland. Wir sind gespannt, wie sie bei uns ankommt. Der Transfogarascher Hochstraße zum Beispiel ist ein beliebtes Ziel dafür.“

Auch die Donau eignet sich hervorragend für Radtourismus. Ionuț Maftei ist dort nicht nur als Reiseleiter aktiv, sondern auch in der Entwicklung der Infrastruktur für Radfahrer, zum Beispiel entlang der Donau, zwischen Turnu Severin und Corabia.
TRACK „Ich habe auch an einer Strategie zur Entwicklung des Radtourismus mitgearbeitet. Im Rahmen des Resilienzplans ist auch der Ausbau von Radwegen enthalten – es sollen rund 3.000 Kilometer für Radfahrer eingerichtet und markiert werden. Wir waren für die europäische Zertifizierung eines 365 Kilometer langen Abschnitts zuständig. Die Zahl klang gut – ein Kilometer, ein Tag. Es ist der schwierigste Abschnitt entlang der Donau, denn dort gibt es kaum Unterkünfte und kaum Wald. An heißen Tagen kann eine Fahrt dort richtig unangenehm oder sogar gefährlich werden – vor allem, wenn es auch noch eine Panne gibt. Deshalb wollen wir gezielt Pausenorte einrichten – mit Schattenplätzen, Wasserquellen oder Brunnen. Die Region verdient mehr Aufmerksamkeit, zumal sie Teil der EuroVelo-Sechs-Route ist, die vom Atlantik bis ans Schwarze Meer führt.“

Wer sich mit dem Rad auf Tour begibt, sollte sein Fahrrad gut kennen, seine Leistungsgrenzen realistisch einschätzen und sich über die Route informieren, so Ionuț Maftei.
„Wir bieten vor allem entlang der rumänischen Donau Hilfe für Radreisende an. Anders als früher, als dort kaum etwas los war, kommen jetzt Touristen und fragen nach Unterkünften – was immer noch ein Schwachpunkt ist. Also haben wir selbst recherchiert und radfreundliche Unterkünfte ausfindig gemacht, ebenso wie Einrichtungen für Radfahrer. Und wir legen die Routen je nach Fahrradtyp fest: Manche fahren mit Rennrädern, andere mit Gravel- oder Trekkingrädern – und letztere können auch direkt auf dem Donaudamm fahren, der landschaftlich sehr schön ist. Wo es möglich ist, wird dieser Abschnitt offiziell als Teil der EuroVelo Sechs ausgeschildert.“

Ausgehend von der Infrastruktur, arbeitet Maftei seit zwei Jahren auch an einem weiteren Projekt.
 „Es gab in Rumänien keine Zertifizierung für radfreundliche Unterkünfte, Restaurants oder Sehenswürdigkeiten gibt. Deshalb haben wir das erste ‚cycling friendly‘-Label eingeführt – für alle, die sich als Ziel für Radtouristen positionieren wollen. Das ist in Europa nichts Neues, aber in Rumänien war es das. Die Zertifizierung ist recht leicht zu bekommen – man muss sichere Abstellmöglichkeiten bieten, den Zugang zum Objekt sicher gestalten, bei Bedarf Reparaturhilfen anbieten. Das heißt: eine kleine Werkzeugkiste, eine Möglichkeit, das Rad zu waschen. Unser Ziel ist, die Landkarte Rumäniens mit radfreundlichen Punkten zu füllen.“

Ein weiteres Projekt verbindet Radfahren mit Weinverkostungen in Weingütern – der Weinradweg. Egal, welche Region man sich vornimmt – wer Rumänien mit dem Rad erkunden will, findet immer mehr gute Voraussetzungen für einen aktiven Urlaub.

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