Rumänien könnte zum regionalen Zentrum für Kernenergie werden
Rumänien hat in Washington Finanzmittel in Höhe von 3,5 Milliarden US-Dollar für strategische Projekte in der Energie- und Erdgasförderung und im Transportwesen ausgehandelt.
Daniela Budu und Florin Lungu, 20.04.2026, 15:00
Rumänien könnte sich in den kommenden Jahren zum größten Zentrum für Kernenergie in der Region entwickeln. Dies erklärte der zuständige Minister Bogdan Ivan nach seinem Besuch in den USA. Grund dafür seien umfangreiche Investitionen in die Produktion und Infrastruktur des Sektors. Er betonte, dass das Hauptziel im Energiebereich darin bestehen müsse, die Produktionskapazitäten zu erhöhen und gleichzeitig die Importabhängigkeit zu verringern.
Nach Gesprächen mit Vertretern internationaler Finanzinstitutionen und hochrangigen amerikanischen Beamten gab Bogdan Ivan bekannt, dass er in Washington Investitionen in Höhe von insgesamt 3,5 Milliarden US-Dollar für Rumänien in den Bereichen Kernenergie, Wasserkraft und Erdgasförderung ausgehandelt habe. Es geht um die Finanzierung von bis zu 3 Milliarden US-Dollar für die Modernisierung von Block 1 des Kernkraftwerks Cernavodă. Außerdem wurde die Finanzierung der Blöcke 3 und 4 erörtert, was laut Minister rund 19.000 Arbeitsplätze und einen Anteil von 33 % Kernenergie an der nationalen Produktion bedeuten würde. Parallel dazu wurden direkte Fördermittel für Erdgasprojekte im Schwarzen Meer und zur Stärkung der Rolle Rumäniens in der Region in Höhe von fast 500 Millionen US-Dollar bewilligt.
Bogdan Ivan: Nach meinen hochrangigen Treffen in den Vereinigten Staaten von Amerika mit dem Präsidenten der Weltbank, dem Präsidenten der US-amerikanischen Export-Import-Bank und dem Energieminister der Vereinigten Staaten habe ich eine Reihe von Maßnahmen erarbeitet, die für Rumänien von größter Bedeutung sind: eine Vereinbarung mit der Weltbank zur Finanzierung der Kernenergieproduktion in unserem Land, in Cernavodă. Rumänien wird das erste Land weltweit sein, das Kernenergie mit sehr niedrigen Zinsen finanziert – und damit meine ich Zinssätze zwischen 1 und 1,5 Prozent, verglichen mit den 6 bis 7 Prozent, die Rumänien derzeit für Kredite aufwendet. Wir garantieren, dass wir in den nächsten 30 Jahren Strom im Gleichstromverfahren zu Kosten von maximal 100 Euro pro Megawatt produzieren werden. Dies stärkt unsere Glaubwürdigkeit und damit automatisch die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes.
In Bukarest kündigte Bogdan Ivan an, dass sein Ministerium bereits eine langfristige Strategie zur Steigerung der Energieproduktion verfolgt und daher ein Regulierungsgesetz zur Förderung von Investitionen in diesem Bereich vorbereitet hat. Es handelt sich um einen Verordnungsentwurf, der Investitionen von mehr als 300 Millionen Euro im Energiesektor als von nationalem Interesse einstuft und ihnen eine Reihe von Vorteilen verschafft. Diese Vorteile umfassen eine beschleunigte Genehmigungserteilung sowie direkte staatliche Unterstützung, versicherte der Minister.