Israelischer Präsident zu Staatsbesuch in Rumänien
Israel und Rumänien sind nicht nur Partner, sondern auch Freunde. Das hat der israelische Staatspräsident Isaac Herzog bei seinem Staatsbesuch in Bukarest betont.
Leyla Cheamil und Sorin Georgescu, 30.06.2026, 14:45
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem rumänischen Präsidenten Nicușor Dan bezeichnete Herzog seine Reise als Symbol der besonderen Verbundenheit beider Völker. Diese gründe auf Jahrhunderten jüdischer Geschichte in Rumänien sowie auf 70 Jahren diplomatischer Beziehungen. Beide Staaten seien starke Demokratien, die gemeinsame Werte miteinander verbänden, sagte Herzog.
Vor seinem Besuch in Bukarest hatte der israelische Präsident in Iași der Opfer des Pogroms vom Juni 1941 gedacht. Die Lehren aus dem Holocaust dürften niemals in Vergessenheit geraten, betonte Herzog. Zugleich warnte er vor einem erneuten Erstarken des Antisemitismus weltweit. Mit Blick auf die Lage im Nahen Osten warb er für Dialog und wandte sich gegen Forderungen, Israel mit Sanktionen zu belegen. Abschließend lud er Präsident Nicușor Dan zu einem Staatsbesuch nach Israel ein.
Der rumänische Staatspräsident hob die engen politischen, wirtschaftlichen und menschlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern hervor. Eine wichtige Brücke bilde die Gemeinschaft israelischer Staatsbürger mit rumänischen Wurzeln, die maßgeblich zum Aufbau des Staates Israel beigetragen habe. Große Entwicklungsmöglichkeiten sieht Dan unter anderem in den Bereichen Wirtschaft, Sicherheit, Verteidigungsindustrie, Landwirtschaft und Informationstechnologie.
Mit Blick auf den Nahen Osten sprach sich der rumänische Präsident für verstärkte diplomatische Bemühungen und eine dauerhafte Lösung zur Stabilisierung der Region aus. Gleichzeitig forderte er ein entschiedenes Vorgehen gegen Hassrede und rief zu Dialog, Deeskalation und gegenseitigem Respekt zwischen Menschen unterschiedlicher Religionen und Überzeugungen auf.
Während seines Aufenthalts in Rumänien sprach Isaac Herzog außerdem vor dem gemeinsamen Plenum des Parlaments. Zudem traf er mit Senatspräsident Mircea Abrudean und dem Präsidenten der Abgeordnetenkammer, Sorin Grindeanu, zusammen. Dabei ging es vor allem um die weitere Vertiefung der rumänisch-israelischen Partnerschaft. Grindeanu bezeichnete Israel als strategischen Verbündeten Rumäniens und wichtigsten Partner des Landes im Nahen Osten.