Rumänien bemüht sich um Wiederaufnahme der Schaf- und Ziegenexporte
Nach den Protesten der Schafzüchter von vergangener Woche in Bukarest bemühen sich die rumänischen Behörden, die Ausfuhr von Schafen und Ziegen wieder zu ermöglichen.
Leyla Cheamil und Sorin Georgescu, 21.09.2026, 15:39
Die Europäische Kommission hat inzwischen den rumänischen Aktionsplan zur Aufhebung der Exportbeschränkungen gebilligt. Landwirtschaftsminister Barna Tánczos bezeichnete die Genehmigung als wichtigen ersten Schritt zur Wiederaufnahme des internationalen Handels. Sein Ministerium setze die diplomatischen Gespräche fort, um die dafür notwendigen Entscheidungen herbeizuführen. Zugleich müsse die Nationale Behörde für Veterinärmedizin und Lebensmittelsicherheit – ANSVSA – den Aktionsplan professionell umsetzen.
In der vergangenen Woche hatten Schafzüchter in Bukarest protestiert. Sie kritisierten den Umgang mit Ausbrüchen der Schafpocken und der Pest der kleinen Wiederkäuer. Außerdem wandten sie sich gegen Maßnahmen, die zur Tötung von Tieren führen, sowie gegen das Exportverbot für Schafe und Ziegen.
Bei einer Videokonferenz mit dem EU-Kommissar für Gesundheit und Tierschutz, Olivér Várhelyi, erläuterte der rumänische Landwirtschaftsminister die Maßnahmen seines Landes zur Bekämpfung der Tierseuchen. Er sprach sich außerdem dafür aus, die europäischen Vorschriften so anzupassen, dass auch geimpfte Tiere ausgeführt werden können. Den Experten der Europäischen Kommission dankte er für die Zusammenarbeit in den vergangenen Monaten.
Der am 11. September an die Kommission übermittelte Aktionsplan sieht unter anderem eine differenzierte Verabreichung von 1,3 Millionen Impfstoffdosen vor, die Rumänien kostenlos von der EU erhalten hat. Nach Angaben der Behörden soll die beschlossene Lösung den Export von Schlachtkörpern und Milchprodukten nicht beeinträchtigen. Voraussetzung ist eine vollständige Immunisierung.
Parallel zur Genehmigung des Plans hat die Behörde für Veterinärmedizin und Lebensmittelsicherheit (ANSVSA) nach eigenen Angaben sechs weitere Exportmärkte unter Bedingungen einer vollständigen Impfung abgesichert. Dazu wurden internationale Abkommen mit Saudi-Arabien, Jordanien, Marokko, Tunesien, Israel und Libyen unterzeichnet. Sieben weitere vergleichbare Abkommen befinden sich demnach in fortgeschrittenen Verhandlungen.
Die Impfstoffdosen sollen vollständig und kostenlos verabreicht werden. Für die Tierhalter entstehen dadurch nach Angaben der Behörde keine zusätzlichen Kosten. Auch die staatlichen Entschädigungszahlungen für direkt von Seuchenausbrüchen betroffene Landwirte bleiben bestehen. Sie sollen die Wiederbesiedlung der betroffenen Betriebe unterstützen.
Nach offiziellen Angaben wurden in Rumänien im Jahr 2026 bislang rund 19 000 Schafe im Rahmen der Seuchenbekämpfung getötet. Das entspricht etwa 0,13 Prozent des geschätzten nationalen Bestands.